Kremsmünster: Für Verkehrslösung will man zuerst Fakten und Varianten prüfen
KREMSMÜNSTER. Bei der März-Sitzung des Kremsmünsterer Gemeinderats gab es viel zu besprechen – hat doch die Gemeinde derzeit einige Großprojekte abzuwickeln. Auf viel Publikumsinteresse stieß das Thema einer möglichen Umfahrung für Kremsmünster, die eine Reaktion auf die hohe Verkehrsbelastung sein könnte.

Zahlreiche Großprojekte sind in Kremsmünster derzeit in Umsetzung oder kurz davor: von der Sanierung und Neugestaltung des Marktplatzes über die Vorbereitungen für die Landesgartenschau 2017 bis hin zur Sanierung des Theaters am Tötenhengst.
Eine Herausforderung für die Stiftsgemeinde, die trotz eines aktuellen Schuldenstands von 9.835.000 Euro finanziell gut da steht, wie man bei der Gemeinderatssitzung betonte. Bürgermeister Gerhard Obernberger (ÖVP) formulierte zum Rechnungsabschluss für das letzte Jahr: „Wir haben im letzten Jahr einerseits gespart und können andererseits auch Mehreinnahmen verzeichnen. Unsere Wirtschaftsbetriebe haben bei der Einnahmensteigerung natürlich großen Anteil.“
Von den anderen Parteien im Gemeinderat wurde dennoch die Sorge vorgebracht, man könne sich mit den Investitionen den Spielraum für zukünftige Projekte verbauen. Diskutiert wurden auch die Einsparungsvorschläge im Rechnungshofbericht zum Kremsmünsterer Finanzgebaren.
Verkehrsbelastung
Eine andere Problematik – deren Lösung allerdings noch Zukunftsmusik ist – erregte beim zahlreich anwesenden Publikum besonderes Interesse. Messungen der Schadstoffbelastung im Zentrum von Kremsmünster ergaben, dass man über den Grenzwerten liegt. „Die Messungen haben gezeigt, dass die Schadstoff- und damit die Verkehrsbelastung im Zentrum von Kremsmünster zu groß ist. Wir sind uns daher im Gemeinderat einig, dass wir eine Lösung für diese Situation brauchen“, erklärt Bürgermeister Obernberger.
„Mautflüchtlinge“ und Durchzugsverkehr
Insbesondere die sogenannten „Mautflüchtlinge“, also der Schwerverkehr, der über Kremsmünster ausweicht, um die Maut zu sparen, sorgt für Ärger bei den Gemeindevertretern.
Der Bürgermeister betonte bei der Sitzung allerdings, dass für ihn eine Verkehrslösung bedeute, den gesamten Durchzugsverkehr durch Kremsmünster wesentlich zu verringern. Mit Beschränkungen für den Schwerverkehr ist es für ihn nicht getan. Eine Position, die nicht von allen Gemeindevertretern geteilt wird. Einig war man sich hingegen darüber, dass bei einer möglichen Umfahrung jedenfalls auch die Nachhaltigkeit und die Auswirkungen auf Natur und Umwelt berücksichtigt werden müssten. Eine Umfahrung, für die in der Vergangenheit auch schon Varianten geprüft und wieder verworfen wurden, stelle daher nur einen Lösungsansatz dar.
„Es ist wichtig, dass wir uns hier in der Gemeinde und im Gemeinderat auf eine Lösungsvariante einigen, über die wir dann geschlossen mit dem Land verhandeln können“, so Obernberger.
Um der Entscheidungsfindung näher zu kommen, hat man sich in Kremsmünster geeinigt, die Fakten und Lösungsansätze noch einmal eingehend zu prüfen und Experteneinschätzungen einzuholen.


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