Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

KRUMMNUSSBAUM. 96 Teilnehmer pilgerten Mitte Dezember nach England. Ihr Ziel: Den Londoner Alexandra Palace am 1. Jänner als Darts-Weltmeister verlassen. Unter ihnen auch „The Gentle“ alias Mensur Suljovic. Er ist die Galionsfigur der österreichischen Darts-Szene. Seine Erfolge brachten Schwung in die heimische Dartsport-Welt. Auch Krummnußbaum wurde in Bewegung versetzt. Im April 2018 gründete dort Dzenan Pejkovic die Dartsport Organisation (DSO) Krummnußbaum.

  1 / 2   Der nieder- und oberösterreichische Landesmeister Dzenan Pejkovic trainiert täglich im Vereinslokald der DSO.

„Natürlich“, antwortet Dzenan Pejkovic auf die Frage, ob er und sein Verein die Darts-Weltmeisterschaft in London verfolgen. Der Krummnußbaumer hat seine Familie mit dem Darts-Virus infiziert, weitere „Opfer“ sind sein Ziel. Seine Frau Tanja, seine beiden Söhne Sebastian und Dennis und er stehen täglich mit Pfeilen bewaffnet vor der Dartscheibe. Im April gründete die Darts-Familie einen eigenen Verein, die DSO Krummnußbaum war geboren. Auch ein Vereinslokal wurde organisiert. Dort treffen die 29 Mitglieder sich und die Zielscheibe regelmäßig. „Man muss fokussiert und mental stark sein. 90 Prozent sind Kopfsache, natürlich braucht es auch ein bisschen Talent“, erklärt Pejkovic den Präzisionssport.

Duell gegen Suljovic

Pejkovic ist amtierender Landesmeister in Nieder- und Oberösterreich. Früher, in den Jahren um 2000, spielte der Krummnußbaumer sogar in der Bundesliga. Damals konnte Pejkovic mit seiner Darts-Mannschaft ein Team besiegen, das einen Spieler namens Mensur Suljovic aufbot. Letzterer hat mit seinen internationalen Erfolgen dafür gesorgt, dass in der Skination Österreich auch dem Dartsport – zumindest zur WM-Zeit – Aufmerksamkeit geschenkt wird. „In den letzten drei, vier Jahren hat sich durch Mensur viel getan“, bestätigt Pejkovic den Aufschwung.

Vater gegen Sohn

Zehn Mannschaften stellt der Krummnußbaumer Verein, zwei von ihnen werfen Pfeile in der höchsten Spielklasse Niederösterreichs, in der Landesliga. Dort kommt es künftig zu Vater-Sohn-Duellen, denn Pejkovic' 15-jähriger Sohn Sebastian zeigt Talent und tritt nun ebenfalls in der Landesliga hinter die Wurflinie. Im Herbst ging Sebastian sogar bei einem renommierten Turnier, bei den Winmau World Masters in England an den Start.

Frauen in der Darts-Welt

„Darts kann man immer spielen – egal, ob klein, groß, alt, jung oder im Rollstuhl“, erklärt Tanja Pejkovic. Sie ist eine der wenigen Frauen in der DSO und in der Dartsport-Welt insgesamt. Dass bei den diesjährigen Weltmeisterschaften in London erstmals zwei Frauen unter den Teilnehmern waren, zeigt, dass sich bezüglich Geschlechterverteilung zumindest schrittweise etwas tut. „Manche betrachten mich als Freilos, andere können gar nicht damit umgehen, gegen eine Frau zu spielen“, so Tanja Pejkovic, die ihre Frau in der männerdominierten Sportart steht.

Lücke schließen

Sie möchte gemeinsam mit ihrer Familie Bewegung in die regionale Darts-Welt bringen. Bewusst hat man sich Dartsport Organisation genannt. Man will andere Spieler und Mannschaften bei Vereinsgründungen unterstützen. „Es gibt eine Lücke von Krummnußbaum Richtung Osten bis nach Prinzersdorf. In dieser Region gibt es keine Vereine. Diese Lücke möchten wir schließen“, so Dzenan Pejkovic. Dass dem Darts-Spiel noch immer der Ruf vorauseilt, ein Wirtshaussport zu sein, mache die Sponsorensuche oft schwierig, erklärt das Ehepaar. Sponsoren seien aber notwendig, um entsprechende Nachwuchsarbeit leisten zu können, betont Dzenan Pejkovic.

Ob er und seine Familie schon einmal die WM in London live vor Ort besucht haben? „Nein, das möchte ich auch gar nicht. Ich hätte dann das Gefühl, als würde man mir einen Eisbecher vor die Nase stellen, den ich nicht essen darf. Wenn ich London bin, dann nur auf der Bühne“, so Dzenan Pejkovic schmunzelnd.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden