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120 Kilometer durch die Wüste gelaufen: "War der einzige Österreicher unter dem verrückten Haufen"

Mag. Michaela Maurer, 02.10.2019 17:05

LASBERG. Vier Tage als Selbstversorger 120 Kilometer durch die Wüste von Fuerteventura laufen: Der Lasberger Florian Böttcher stellte sich dieser Herausforderung mit viel Sand, Hitze, Wind und schlaflosen Nächten. 

Florian Böttcher beim Halbmarathon Fotos: Böttcher
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Bereits im Vorjahr hat sich Böttcher für den „Halbmarathon Des Sables Fuerteventura“ beworben, 2019 klappte es und er wurde vom Veranstalter WAA Ultra für einen vergünstigten Startplatz ausgewählt. Auch sein deutscher Laufkollege Sascha Wobker, der mittlerweile in Kefermarkt wohnt, wurde ausgewählt.

Schon der Start der Reise wurde zur Herausforderung. „Unsere Flüssignahrung, die wir beim Lauf selbst im Rucksack mitzuführen hatten, durften wir im Handgepäck im Flugzeug nicht mitnehmen. Sascha hat uns kurzfristig noch Trockennahrung besorgt. Das war alles sehr spontan und wir haben die Sachen und die Ausrüstung leider vorab auch nicht getestet“, erzählt Böttcher von den Vorbereitungen. „Beim Flieger gab es dann Probleme und wir hatten drei Stunden Verzögerung. In Madrid wurden uns bei der Kontrolle die Lauf-Stöcke abgenommen.“

Hitze, viel Wind und Sand

Angekommen im Hotel auf Fuerteventura wurden die Läufer mit GPS-Empfänger, Startnummern und Roadbook mit der bis dahin unveröffentlichten Streckenbeschreibung ausgestattet. Sie mussten eine Checkliste der Pflichtgegenstände und einen täglichen Kalorienplan ausfüllen. Am nächsten Tag ging es früh morgens zum Start. 450 Läufer aus 35 Nationen nahmen an dem Halbmarathon teil. „Ich war der einzige Österreicher in dem verrückten Haufen“, sagt Böttcher. „Die Stimmung am Start war super, mit Musik wurden die Läufer noch motiviert.“

Dann ging es ab in die Wüste. Über den ersten Anstieg ging es einmal quer über die Insel zum Strand. „Es war sehr heiß, in Kombination mit extrem viel Wind und Sand, war das sehr ungemütlich“, schildert Böttcher seine Erfahrungen. Danach führte die Strecke zehn Kilometer entlang der Küste. „Die Landschaft war traumhaft. Ich habe auch viele Fotos gemacht. Aber das Laufen durch den Sand war sehr anstrengend. Trotz Gamaschen gelang irgendwie viel Sand in meine Schuhe.“ Nach einem weiteren Anstieg ging es in die richtige Sandwüste von Fuerteventura. Nach fünf Stunden hat Böttcher das erste Etappenziel erreicht. Je fünf Liter Wasser und ein Zelt wurde an die Läufer verteilt. Zum Abendessen gab es die Trockennahrung aus dem Rucksack.

Schlaflose Nächte

Im Zelt fand Böttcher keinen richtigen Schlaf. „In der prallen Sonne wurde es im Zelt richtig heiß und der ständige Wind schüttelte das Zelt und blies viel Sand herein.“ Trotz Ohrstöpsel war auch das Quietschen der Metallstangen des großen Gemeinschaftszeltes im Wind ständig hörbar. Am nächsten Morgen gab es um 5 Uhr den Weckruf, Böttcher war schon lange vorher auf. Mit Stirnlampen ging es in der Finsternis los. „Obwohl ich schon viel längere Strecken mit mehr Höhenmetern gelaufen bin, forderte mich die Strecke sehr“, erzählt der Lasberger. „Bei den Labstellen gab es nur Wasser und meine Energie ging dem Ende zu.“

Nach zehneinhalb Stunden erreichte er endlich das zweite Etappenziel. „Der Schlafmangel, die Hitze und der ständige Sandsturm haben mir stark zugesetzt und nagten an meiner Psyche. Da fragt man sich schon, warum man sich das antut.“ Der dritte Tag war der Erholung gewidmet. Die letzte Etappe war kürzer, weniger heiß aber mit noch stärkerem Wind. „Die Aussicht auf eine Dusche und der letzte Teil bergab über den schroffen Stein ließen mich direkt ins Ziel fliegen“, sagt Böttcher. Die Herausforderung war geschafft und wurde mit einem feierlichen Essen und einem Video der vergangenen Tage gefeiert. „Die schönen Aufnahmen lassen einem das Ganze gleich wieder vergessen.“


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