Film: Lembacher erforschte die Straßenmusik in Wien
LEMBACH. Wie sich der Alltag der Straßenmusiker anfühlt und welche bürokratischen Hürden ihnen tagtäglich in den Weg gelegt werden – das beleuchten Thomas Girlinger und zwei Studienkolleginnen in ihrem Film.

Schauplatz Kärnterstraße: In der Nähe des fast in allen Winkeln der Erde bekannten Stephansdoms sitzt Sojan hinter ihrem Piano und erfreut die Passanten mit klassischer Musik. Ein paar U-Bahnstationen weiter entlockt Zoran „The Bottleman“ den Bierflaschen vor seinem Tisch wundersame Klänge und am anderen Ende der Stadt zaubern Songwriter „iO!“ und Isaac Thompson mit feinster Songwriter-Musik ein Lächeln auf die Gesichter der Passanten. Alle sind Straßenmusikanten und machen diese Berufung aus Überzeugung. „Die Motive, auf der Straße Musik zu machen, sind vielfältig“, erklärt Thomas Girlinger, der im Rahmen einer Uni-Arbeit (Soziologie) mit zwei Kolleginnen einen Film über Straßenmusiker in Wien gedreht hat. Mit einer kleinen Handykamera und viel Engagement machten sie sich auf den Weg, den Alltag der vielen Musiker einzufangen. Herausgekommen ist ein „No-Budget-Film“.
Zwischen Rebellion und Lust
Zwischen Geldnot, lukrativem Nebenjob, der Lust Lieder vor Publikum auszuprobieren oder Rebellion gegen das Musikbusiness orteten Girlinger und seine Studienkolleginnen die Motive, warum Menschen auf die Straße gehen und Musik machen. Besonders in Erinnerung bleiben Girlinger beispielsweise die Begegnungen mit Flaschenmusiker Zoran. Er arbeitete schon mit Popgrößen wie Sting oder den Scorpions zusammen. Straßenmusik macht er, um gegen das Musikbusiness zu rebellieren. Auch der Alltag der Musiker wird im Film durchleuchtet. „Die bürokratischen Hürden für die Künstler sind hoch“, verrät Girlinger, der seinen Film im Musikclub Lembach der Öffentlichkeit zeigt. Nach der Filmvorführung stehen Musiker aus dem Film auf der Bühne.


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