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Auto geschenkt bekommen: „Ein dankbares Herz ist der Schlüssel zum Glauben“

Martina Ebner, 28.05.2019 15:44

LENZING. Als ein Wunder bezeichnet Patricia Sterneder jenes Geschenk, das ihr Hans Eidenhammer gemacht hat. Der pensionierte Mechaniker aus Burgkirchen schenkte der dreifachen Mutter ein Auto.

Der neue Wagen erleichtert das Leben von Patricia Sterneder ungemein. Foto: Ebner
Der neue Wagen erleichtert das Leben von Patricia Sterneder ungemein. Foto: Ebner

„Es war ein ziemlich hartes Jahr“, gibt Sterneder zu. Die 29-Jährige wurde im Jänner geschieden. Vor rund zwei Jahren hatte sie mit dem Familienauto einen Unfall gehabt, seither musste sie alle Anschaffungen, Einkäufe und Erledigungen zu Fuß machen. „Ich bete jeden Tag und habe immer wieder Wunder erlebt“, sagt sie. So auch vor ein paar Wochen, als ihr Hans Eidenhammer einen gebrauchten Wagen schenkte. Ein- bis zweimal pro Woche bekommt Stern-eder Unterstützung von der Caritas. Die Mitarbeiter helfen im Haushalt und bei der Kinderbetreuung. Die dreifache Mutter leide unter Depressionen, spricht sie offen über ihr Schicksal.

Anderen Mut machen

Sie habe bereits eine schwere Kindheit erlebt, ihr Vater beging Selbstmord. Im Alter von 18 Jahren wollte sie sich selbst das Leben nehmen. „Aber selbst in meinen Tiefpunkten merke ich, dass es immer wieder einen neuen Weg gibt“, gibt sie die Hoffnung nicht auf. Auch finanziell sei ihre Lage nicht einfach, sobald es ihr möglich ist, will sie wieder anfangen, im Gastgewerbe zu arbeiten. Sie betet jeden Tag und singt Lobpreislieder. Ihr Glaube half ihr auch, die Hemmschwelle zu überwinden und um Hilfe beim Jugendamt zu bitten. „Man fürchtet sich davor, vor allem, dass einem die Kinder weggenommen werden“, will sie auch anderen Mut machen. Denn genau aus diesem Grund – um eine gute Mutter sein zu können – wagte sie schließlich diesen Schritt.

Gott war auch zur Stelle, ist sie überzeugt, als sie vor wenigen Wochen mit dem neuen Auto einen Unfall verhindern konnte. Auf der Wolfsegger Straße war ihr ein Wagen auf ihrer Fahrbahn entgegengekommen. Sie konnte aber sekundenschnell reagieren und ausweichen. „Auch hier hat mir Gott gezeigt, dass er für mich da ist.“ Sterneder versucht, auch anderen zu helfen. Erst vor kurzem machte sie einen Stopp im Krankenhaus in Schwarzach und sprach mit Patienten im Kaffeehaus über ihren Glauben. „Da hat mich jemand aus Dank umarmt und ich habe ein Stück weit Heilung gegeben.“ Es sei jeden Tag eine Entscheidung, nicht in die Opferrolle zu fallen.

Hoffnung und Motivation

In ihrem Leben hätten sich die Probleme aufgestaut. Stress in der Schwangerschaft habe bei ihrer Autoimmunerkrankung einen Schub ausgelöst. Ihre drei Kinder, die fünf, vier bzw. zwei Jahre alt sind, sind in einem fordernden Alter. „Ich ziehe mich aus dem Freundeskreis zurück, weil ich dem Druck nicht standhalte“, gibt Sterneder zu. Lichtblicke, wie das geschenkte Auto, motivieren zum Hoffen. „Ein Auto zu haben, ist nicht selbstverständlich. Das dankbare Herz ist der Schlüssel zum Glauben“, freut sie sich.

Hans Eidenhammer hat für sein Engagement für Notleidende bereits den Solidaritätspreis der Kirchenzeitung Linz erhalten. Bis zu seiner Pensionierung hat der ehemalige Mechaniker ab und zu Autos repariert und sie an Bedürftige weitergeschenkt. Im Ruhestand hat sich seine ehrenamtliche Tätigkeit noch verstärkt. Die meisten Autos bekomme er geschenkt, die Ersatzteile werden von ihm und seiner Familie gekauft und die Reparaturen übernimmt er selbst. Insgesamt 31 Autos samt „Pickerl“ konnte er auf diese Weise schon übergeben und damit vielen eine Freude machen. „Es ist schön, wenn man die Freude teilen und vom eigenen Glück etwas weitergeben kann“, sagt er.

Eidenhammer arbeitet mit der Caritas zusammen, die ihm immer wieder akute Fälle zutragen und diese vorher überprüfen. Die Lions-Clubs helfen bei der Anmeldung der Fahrzeuge. Er weiß, wie wichtig Mobilität – gerade am Land – ist, vor allem auch, um am Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen. „Bei jeder Autoübergabe gibt es jedes Mal einen Moment, der berührt!“


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