Ausstellung: Geschichte des Badevergnügens in OÖ
Leonding. Rechtzeitig zum Start der Badesaison eröffnete das Stadtmuseum Leonding am Mittwoch, den 24. Mai, die Sonderausstellung „Badevergnügen“. Denn das Freizeitvergnügen im kühlen Nass hat eine lange Tradition, und auch die Bademode und der Schwimmunterricht haben sich dementsprechend weiterentwickelt.

Eine Abkühlung an heißen Sommertagen versprach die erste Badeanlage in Linz bereits im Jahr 1817. Und die Beschäftigten der Werndlschen Waffenfabrik in Steyr bekamen 1847 sogar eine eigene Schwimmschule. „Die historischen Daten sind wichtig, um die Ereignisse einzuordnen. Aber bei der Recherche für die Ausstellung, unter anderem in den Heimatbüchern der Gemeinden, waren für mich natürlich die überlieferten Geschichten und Anekdoten besonders interessant. So wurde in Zeiten der Hungersnot nach den Kriegen das Einsetzen von Fischen in den Badeteichen erlaubt − die Gäste schwammen dann eben zwischen den Fischen herum“, erzählt Kuratorin Bibiana Weber vom Stadtmuseum.
Kinderfreibäder gegen Rachitis und Lungenentzündung
In der Zwischenkriegszeit wurde dann das Linzer Parkbad errichtet und 1950/60 entstanden in der oberösterreichischen Landeshauptstadt erstmals Kinderfreibäder. Die heißen nicht nur so, weil sie unter freiem Himmel sind, sondern sie dürfen bis heute bei freiem Eintritt benützt werden. „Noch heute gibt es sieben Kinderfreibäder zum Nulltarif in Linz“, weiß Weber. Ursprünglich waren die Kinderfreibäder Anfang des 20. Jahrhunderts zur Vorbeugung von Lungenkrankheiten und Rachitis gedacht. Erwachsene waren und sind in diesen Einrichtungen nicht zum Baden aufgerufen. Anders in den städtischen Freiluftbädern − wie dem Alhartinger Bad in Leonding, einem der ersten Freibäder in der Region. Das Alhartinger Bad wurde 1932 errichtet und war über mehrere Jahrzehnte hinweg ein vielbesuchter Freizeit- und Erholungsort für die Leondinger und ein beliebtes Ausflugsziel für die Linzer.
Erstes Leondinger Freibad
Es war Gastwirt Alois Harrer (Vorfahre von Dirigent, Komponist und Chorleiter Uwe Christian Harrer), der den Bauplan zur Errichtung des ersten Leondinger Freibades einreichte. Die Badeanlage wurde direkt neben dem Gasthaus erbaut und nannte sich in der Zwischenkriegszeit „Waldbad Alharting“, bevor es nach dem 2. Weltkrieg zum „Freibad Alharting“ umbenannt wurde. Aus Augenzeugenberichten weiß man, dass das Wasser stark eisenhaltig und recht trüb war. „Eine gute Gelegenheit für die Burschen, den Mädchen unter Wasser ungesehen an die Beine zu fassen“, beschreibt Uwe Christian Harrer Erinnerungen seiner Familie, die er der Ausstellung zur Verfügung gestellt hat.
Frucade und Libella
Für das leibliche Wohl konnte man sich im Badebuffet schon damals Wurstsemmeln und Kokosstangen oder kleine Schokoladen holen. Frucade, Libella und Schartner löschten den Durst. Nach dem Tod Alois Harrers übernahmen Schwester Anna und ihr Mann Ferdinand Mayrbäurl das Bad. Die nächste Generation, Tochter Hertraud und ihr Ehemann Josef Traunmüller, renovierten die Anlage, ehe sie Anfang der 1970er aufgelassen wurde. Mit der Regulierung des Alhartingerbaches, aus dem das Bad mit Wasser gespeist wurde, verlor die Anlage ihre Quelle: Das Wasser wurde sprichwörtlich abgegraben.
Info und Öffnungszeiten
- Ausstellungsdauer: 25. Mai bis 30. September
- Stadtmuseum Leonding - Turm 9, Daffingerstraße 55, 4060 Leonding
- Do bis Sa 13 bis 18 Uhr


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