Bürgermeister der Doppler Tiefebene
LEONDING. Die Suche nach einem echten „Leondinger Urgestein“ hat Tips in den südlichsten Stadtteil von Leonding geführt, nämlich nach Doppl – der Heimat des erfolgreichen Leondinger Fußballklubs ASKÖ Doppl-Hart 74.

Eng mit der Entstehungsgeschichte des Vereines und dem Gemeinschaftsleben in Doppl überhaupt ist Franz Lettner (84) verbunden. Nicht umsonst nennt man ihn auch den „Bürgermeister der Doppler Tiefebene“. Wie ein echter „Doppler“ hat er in der Chemie Linz gearbeitet – als Schichtarbeiter.
Gemeinsam mit seinen Freunden hat er damals Fußball gespielt. Und zwar auf der grünen Wiese, wo heute die PlusCity steht. Auch mit dem Uno Shopping ist die Geschichte des Doppler Fußballvereins verwoben, war doch UNO-Errichter Josef Handlbauer einer der ersten Sponsoren der sportbegeisterten Burschen.
„Waldstadion“ aus dem Nichts aufgebaut
„Wir hatten ja nichts. Es gab weder einen Fußballplatz noch ein Vereinsheim. Und Geld hatten wir schon gar keines, der Schotter von Doppl war rar geworden“, erzählt Lettner.
Für die Finanzen verantwortlich war als Kassier Lettners guter Freund Rudolf Ecker, etwa von 1980 bis 1990. „Das war eine schwierige Aufgabe, denn vom damaligen Bürgermeister kam kaum Unterstützung. Und die Auflagen wurden auch immer strenger“, erinnert sich dieser.
Mit Hilfe eines Bekannten, der bei einer Baufirma arbeitet, wurden Baracken aufgestellt, Bauhütten gebaut, eine Kantine eingerichtet und so weiter. So ist nach und nach das „Waldstadion“ entstanden. In einer Nacht- und Nebelaktion hat die schlagkräftige Truppe dann auch noch ein paar Bäume gefällt, um die Asphaltstockbahn zu errichten.
Sonnwendfeuer und Waldfest
Das Sonnwendfeuer wird heute noch am alten Standort entzündet. Lettner und seine Kumpanen waren immer zur Stelle, um für die Sonnwendfeuer und die berühmten Waldfeste alles vorzubereiten. „Romantisch war das schon immer im Wald, darum sind auch so viele Leute gekommen. Wir haben Girlanden aufgehängt und alles hergerichtet“, erinnert sich Lettner mit einem Lächeln.
Neben der Mithilfe im Fußballverein war er ab 1988 auch Sparvereins-Obmann. „1991 ist dann der Urmann gestorben, der hat ein recht schönes Haus in der Schottergrube gehabt, und war der Macher − der Bürgermeister haben sie immer gesagt.“ Da brauchte es freilich einen Nachfolger.
„Beim nächsten Waldfest haben unter anderem der Maurer Johann und der Herbert Weixelbaumer beschlossen, dass ich dafür genau der Richtige bin. Das hat mir natürlich viel Arbeit gebracht – aber auch sehr viel Spaß.“
Und da der Teil von Doppl, wo sich das alles abspielte, früher eine Schottergrube war, wird Lettner liebevoll der „Bürgermeister der Schottergrube“ oder auch „Bürgermeister der Doppler Tiefebene“ genannt.
Seit damals ist viel passiert. Das von Lettner und seinen Freunden im Schweiße ihres Angesichtes errichtete Waldstadion hat ausgedient, 1989/90 wurde die neue Anlage – gleich gegenüber der alten – eröffnet. Ecker legte seine Funktion als Kassier zurück und auch Lettner muss eingestehen, dass er mit seinen 84 Jahren nicht mehr überall anpacken kann.
Dennoch würde er sich kein einziges Waldfest entgehen lassen und ist stolz darauf, was aus dem ASKÖ Doppl-Hart 74 geworden ist.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden
28.06.2018 17:19
Doppler Waldstadion
Ich kenne unseren Bürgermeister der Schotter Grube sehr gut und auch alle anderen Gründungsmitglieder! Das was Diese Leute da aufgebaut haben ist einfach nur sagenhaft! Ich habe die Sonnwenfeier und das Waldfest di letzten 10 Jahre geführt und veranstaltet und hab auch immer an unserer Pensionisten gedacht! Ich möchte sagen das sich die heutige ein kleines Beispiel an solchen Leuten wie Franz, Rudi, Sepp (leider letztes Jahr verstorben) nehmen sollten, denn solchen Einsatz und Willen für die Ehrenamtliche Arbeit gibt es leider heute zu Tage sehr selten! Danke das ich die Veranstaltungen die Solche besondere Menschen ins Leben gerufen haben weiterführen durfte! Danke