Bürgermeisterwechsel: In Leonding werden die Karten neu gemischt
LEONDING. Hätte Bürgermeister Walter Brunner erst im September sein Amt zurückgelegt,wäre der nächste Bürgermeister vom Leondinger Gemeinderat bestimmt worden. Da er aber einen Zeitpunkt gewählt hat,der mehr als zwei Jahre vor den nächsten Gemeinderatswahlen im September 2021 liegt, steht nun eine Direktwahl an.

Damit hat Brunner in Leonding quasi von einem Tag auf den anderen den Wahlkampf eröffnet. Denn bis zum Wahltermin, der aus ressourcenschonenden Gründen gemeinsam mit der Europawahl Ende Mai festgesetzt wurde, ist nicht mehr viel Zeit.
„Der Weg über die direkte Demokratie in der Stadt ist der bessere“,sagte Brunner bei seiner Abschiedspressekonferen zam Dienstag,12. Februar.
Der 71-Jährige war elf Jahre lang Bürgermeister. „Ich gehe, weil ich will, nicht, weil ich muss – das ist ein gutes Gefühl. Und ich gehe jetzt, weil ich meiner Nachfolge ermöglichen möchte, sich gut einzuarbeiten, bevor 2021 wieder Bürgermeisterwahlen gemeinsam mit den Landtagswahlen anstehen.“
Blickt man zurück auf die Ergebnisse der Bürgermeisterwahl 2015 in Leonding, so dürfte ein spannender Urnengang bevorstehen.
So wählte Leonding 2015
Damals stand Walter Brunner (SP) in einer Stichwahl mit Vizebürgermeister Franz Bäck (VP), und das,obwohl beide Parteien viele Verluste hinnehmen mussten (VP: -6,8 Prozent, SP: - 9,22 Prozent).
Großer Gewinner war die FPÖ, die um fast zehn Prozentpunkte zulegen konnte.
Die Neos zogen mit knapp sechs Prozent das erste Mal in den Leondinger Gemeinderat ein und die Grünen legten um etwas mehr als zwei Prozentpunkte auf 13,6 Prozent zu.
Trotz der starken Verluste blieb die SPÖ mit etwas unter 34 Prozent die stärkste Fraktion.
Das sind die Spitzenkandidaten:
Sabine Naderer-Jelinek (SPÖ): „Ich hab sechs Jahre lang Zeit gehabt, mich auf diesen Tag vorzubereiten. Ich war von Anfang an in alle Projekte eingebunden, sei es in die Verhandlungen mit den ÖBB wegen der Einhausung oder den Visionsprozess Leonding 2030. Daher bin ich der vollen Überzeugung, dass alle zukünftigen und jetzigen Herausforderungen bei mir beziehungsweise bei uns in besten Händen sind.“
Franz Bäck (ÖVP): „Der Zeitpunkt kam schneller als erwartet. Wir haben vermutet, dass im Herbst der Gemeinderat den neuen Bürgermeister wählen wird. Jetzt werden die Karten völlig neu gemischt, das ist eine echte Chance für uns. Mein Ziel ist es, Bürgermeister zu werden, dafür werde ich all meine Kräfte einsetzen. Themen gibt es viele, angefangen vom Verkehrskonzept über die Kinderbetreuung bis hin zur Frage: Wie groß kann und will unsere Stadt noch werden?“
Peter Hametner (FPÖ):„Der Bürgermeister hat uns diese Kandidatur aufs Aug gedrückt, aber ich schätze das. So wird es eine Persönlichkeitswahl geben und jeder hat die gleichen Voraussetzungen. Und ich hätte diesen Schritt nicht gesetzt, wenn ich nicht überzeugt wäre, dass es nur einen Wahlgang gibt. Und dass ich dann, so wie jetzt, eine Frau Vizebürgermeister und einen Herrn Vizebürgermeister an meiner Seite haben werde.“
Sven Schwerer (GRÜNE): „Ich persönlich hätte mir keinen besseren Termin für diese Wahl wünschen können. Ich bin der einzige Kandidat, der zu den Leondinger Grünzügen eine klare Meinung hat. Die Grünzüge müssen aus vielfältigen Gründen, von Luftqualität und Wasserschutz bis zur Naherholung und Artenvielfalt, streng geschützt bleiben. Es wird einen zweiten Wahlgang geben, soviel ist sicher. Wenn ich den erreiche, ist alles möglich.“
Markus Prischl (NEOS): „Es ging tatsächlich alles sehr schnell, jedoch haben wir uns seit September mit diesem Szenario beschäftigt. Und eine Direktwahl ist meiner Meinung nach eine gute Sache. Themen, die uns ein Anliegen sind, sind die Westbahn-Einhausung, der Schutz des Grünzuges, der Ausbau des öffentlichen Verkehrs und der vorsichtige Umgang mit Umwidmungen.“


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