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Nach der Tragödie von Wullowitz: Freunde, Lehrer und Trainer traurig über Abschied von den Flüchtlingskindern

Mag. Susanne Überegger, 28.10.2019 13:53

LEOPOLDSCHLAG. Die Tragödie von Wullowitz hat nicht nur zwei Menschen das Leben gekostet, sondern das Leben vieler unmittelbar Betroffener auf den Kopf gestellt. Auch das jener Flüchtlinge, die im Asylwerberheim an der Grenze untergebracht waren und welche die gewohnte Umgebung durch die gegebenen Umstände von einem Tag auf den anderen verlassen mussten.

Mannschaftsfoto der U15-Spielgemeinschaft Rainbach/Leopoldschlag beim Abschiedsspiel für die beiden Teamkollegen aus Afghanistan Foto: privat

Der Abschied von den Schulkameraden, Freunden und Vereinskollegen fiel den Flüchtlingskindern besonders schwer. Auch die Mitschüler, Lehrer und Fußballkameraden sind sehr traurig, dass die Kinder in andere Bezirke wegziehen mussten.

Fußballmatch wurde zum Abschiedsspiel

„Ich finde es schlimm, dass diese Kinder so plötzlich aus ihrem gewohnten Umfeld rausgerissen worden sind“, sagt Mario Böhm, Trainer der U15-Spielgemeinschaft Rainbach/Leopoldschlag, der zwei sehr talentierte Brüder – Flüchtlingskinder aus Afghanistan – in seiner Mannschaft trainiert. „Die Mannschaftskollegen waren auch privat oft und gerne mit den beiden beisammen, sind mit ihnen befreundet.“

Das Meisterschaftsspiel gegen Freistadt in der Vorwoche stand unter dem Zeichen des Abschieds. „Es waren sehr viele Zuschauer dabei, Leopoldschlags Bürgermeister Hubert Koller hat vor dem Anstoß den Ball übergeben. Leider war die Anspannung der Kinder zu spüren und wir haben das Spiel 1:4 verloren“, berichtet Mario Böhm.

Lehrerinnen fühlen mit

„Von heute auf morgen, ohne jede Vorwarnung, wird ein junger Mensch aus seinem Umfeld gerissen, aus dem Fußballverein, weg von seinen Freunden, einfach aus der Schule genommen“, sagen die beiden Lehrerinnen Michaela M. und Karin P., die einen der betroffenen Flüchtlingsbuben an einer Schule in Freistadt unterrichteten.

„Wir fragen uns, wie es in Österreich passieren kann, dass Menschen vor Österreichern geschützt werden müssen. Menschen, die bei einer brutalen Gewalttat einschritten, einem Freund zur Seite standen, noch am folgenden Tag „evakuiert“ werden müssen, weil für ihre Sicherheit nicht mehr garantiert werden kann. Und wir fragen uns auch, wie es sein kann, dass eine gewalttätige Person nicht schon früher aus dem Verkehr gezogen wurde?“

Mehrere Lehrkräfte haben einen entsprechenden Brief an Integrations-Landesrat Rudi Anschober verfasst.

Antwort aus dem Büro von Landesrat Rudi Anschober

Agnes Prammer, Fachreferentin für Flucht und Migration im Büro Landesrat Anschober, sagt dazu: „Wegen massiver Anfeindungen und großer Sicherheitsbedenken mussten die in Wullowitz untergebrachten Asylwerber rasch nach der Tat in anderen Unterkünften untergebracht werden. Es war nicht absehbar, wie sich die Lage entwickeln wird. Es ist natürlich gerade für Kinder schlimm, wenn sie aus ihrer gewohnten Umgebung herausgerissen werden, aber wir haben für die Familien sehr gut geeignete Quartiere gefunden und stehen mit ihnen in intensivem Kontakt. Wenn die Eltern der Kinder eine Alternative wollten, hätte ein Quartier in der Nähe gefunden werden können. Aber sie möchten nicht schon wieder umziehen, sondern mit ihren Kindern dort bleiben, wo sie jetzt wohnen. Das muss man akzeptieren.“


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