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LINZ. 30 Jahre gibt es in Österreich ein Verbot von Gewalt in der Erziehung. Eine neue Studie zeigt jedoch, dass die Oberösterreicher bei dem Thema noch Nachhilfebedarf haben.

Symbolfoto: Suzanne Tucker/Shutterstock.com
Symbolfoto: Suzanne Tucker/Shutterstock.com

Seit 30 Jahren ist Gewalt – sowohl physische als auch psychische – in der Erziehung gesetzlich verboten. „Als viertes Land nach Schweden, Finnland und Norwegen hat Österreich die Kinderrechtskonvention unterschrieben“, unterstreicht Soziallandesrätin Birgit Gerstorfer die Vorreiterrolle Österreichs. Hinsichtlich des Bewusstseins der Oberösterreicher, vor allem für psychische Gewalt, gibt es jedoch noch Aufholbedarf, wie eine aktuelle Spectra-Studie, in Auftrag gegeben von der Kinder- und Jugendanwaltschaft, zeigt.

7 von 10 Oberösterreichern ist Gesetz bekannt

Sieben von zehn Oberösterreichern ist das Gesetz zum Gewaltverbot in der Erziehung bekannt, aber rund ein Fünftel findet nach wie vor die eine (leichte) Ohrfeige legitim oder ist der Auffassung, „eine gesunde Watsche schadet niemandem“. Nur ein Oberösterreicher von vier hat als Kind oder Jugendlicher nie in der Erziehung Gewalt - zum Beispiel in Form einer Watsche - erlebt. „Wenn nur jeder vierte Oberösterreicher nicht mit Gewalt aufwächst, dann ist mir das zu wenig“, kommentiert Kinder- und Jugendanwältin Christine Winkler-Kirchberger die Ergebnisse. Bei rund 1.000 Beratungsfällen der Kinder- und Jugendanwaltschaft von insgesamt rund 4.000 geht es um Gewalt in der Familie.

Nur leichte Verbesserung beim Thema psychische Gewalt

Psychische Formen der Gewalt werden häufig nicht als solche wahrgenommen: Beschimpfungen wie „Du bist zu blöd für alles“ oder Verweigerung der Zuneigung erachtet nur circa ein Drittel als Gewalt in der Erziehung. Im Vergleich zu den vergangenen Studien ist nur eine leichte Verbesserung zu verzeichnen: In kleinen Schritten hat aber auch bei psychischen Erziehungsmaßnahmen bereits ein Umdenken stattgefunden. Waren es 2009 nur 24 Prozent, die das Beschimpfen des Kindes als gesetzlich verboten eingestuft haben, sind es nun 33 Prozent.

Zivilcourage steigt

Eine Verbesserung hat sich punkto Zivilcourage ergeben. Das subjektive Gefühl, dass es gerechtfertigt ist, sich im Bedarfsfall einmischen zu dürfen, ist gestiegen. 73 Prozent der Oberösterreicher würden eingreifen, wenn ein Kind schlecht behandelt wird.


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