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LIEBENAU. Geheimnisse und Sagen ranken sich um das Fuchtlmandl im Tannermoor. Bei einer spielerischen Entdeckungsreise lernen Kinder das Latschenhochmoor im Mühlviertel mit seinen Besonderheiten kennen.

  1 / 3   Aus Ton formen Leon, Elena und Leonie mit Josy Kaufmann (2. v. r.) das Fuchtlmandl nach ihren Vorstellungen. Fotos: Maurer

Hat das Fuchtlmandl Federn oder ein Fell? Lebt es in einer Höhle oder auf einem Baum? Wie viele Beine wird es wohl haben und kann es fliegen? – Elena, Leonie, Simon, Leon und Nico stehen mit Naturvermittlerin Josy Kaufmann unter einer Buche und lassen ihrer Fantasie freien Lauf. Die Kinder erzählen, wie sie sich das sagenumwobene Fuchtlmandl im Tannermoor vorstellen. Eines ist klar, wer es sehen will, der muss Augen und Ohren offen halten. Auch die Nase und die Hände können hilfreich sein. Gemeinsam wandert die Gruppe, auch zwei Mütter sind mit dabei, in den Wald. Die Kinder laufen voraus und halten Ausschau nach möglichen Freunden oder Spuren des Fuchtlmandl. Und da wird auch gleich ein Freund entdeckt. Auf dem Weg befindet sich ein Mistkäfer. Die Kinder versammeln sich rund um den Käfer und Kaufmann erklärt den Kindern, wie das Tier lebt. Dann wird weiter gewandert, die Aufmerksamkeit auf Tiere und Tierspuren gerichtet. Bei der ersten Station dürfen die Kinder nun aus Ton und Naturmaterialien das Fuchtlmandl basteln. Ganz unterschiedliche und kreative Modelle entstehen, geschmückt mit dünnen Ästen, Steinen, Tannenzapfen, Gräsern und Kleeblättern. Die Tonfiguren werden zurückgelassen. „Der Ton ist ein Naturprodukt, das beim nächsten Regen wieder zerfällt“, erklärt Kaufmann. Auf dem Weg spricht die Naturvermittlerin mit den Kindern über das Naturschutzgebiet Tannermoor und wie wichtig die Moore sind. „Im Tannermoor wurde noch nie von Menschenhand eingegriffen“, sagt Kaufmann. Die Kinder werden aufgefordert ihr Wissen einzubringen und erfahren, was man in einem Naturschutzgebiet darf und was nicht. Auch wie man einen Notruf im Wald richtig absetzt und wie man mit giftigen Tieren, wie der Kreuzotter, umgeht, wird erklärt. Auf der Suche nach dem Fuchtlmandl gelangt man immer tiefer in das Tannermoor. Kaufmann erzählt von den Besonderheiten und der Entstehung des Moores den Pflanzen, die sonst nirgends zu finden sind. Das Tannermoor ist das größte Latschenmoor im Land und konnte seit der letzten Eiszeit ohne menschlichen Eingriff erhalten werden.

Mit allen Sinnen erleben

Am Wegesrand dürfen die Kinder Preiselbeeren, Heidelbeeren, Rauschbeeren und auch Sauerklee kosten und greifen, wie sich Wollgras anfühlt. „Die Natur soll bei dieser Führung mit allen Sinnen erlebt werden“, sagt Kaufmann. Beim Aussichtsturm gibt es dann Tierrätsel und bei der „Kuawaumpen“ wird kräftig gesprungen, um die Bewegung des Bodens zu spüren. Den roten Faden bei der Wanderung ist immer wieder die Suche nach dem Fuchtlmandl. Zum Schluss wird dieses auch gefunden und sorgt für Staunen.

Was man kennt, lernt man zu schätzen und schützen

Josy Kaufmann will den Kindern bei diesen Führungen auf spannende Art und Weise die Natur und vor allem den Lebensraum Moor näherbringen. „Ich war immer schon gerne in der Natur. Mein Vater hat mich viel mit raus genommen“, erzählt Kaufmann. „Es gibt so viel zu sehen und entdecken und es ist interessant was die Natur alles herstellen kann.“ Sie will ihre Freude an der Natur weitervermitteln. „Bis zu einem gewissen Grad will ich auch die Natur schützen. Und da ist mein Leitsatz: Was man kennt, lernt man zu schätzen und danach zu schützen.“

Viel Fachwissen angeeignet

2009 hat Kaufmann die Ausbildung zur Natur- und Landschaftsführerin gemacht, einfach nur aus Interesse an der Natur und für sich selbst, wie sie erzählt. Als sie gefragt wurde, ob sie im Rahmen des Naturschauspiels Führungen machen will, war für sie klar, dass sie etwas für Kinder macht. Zusätzliches Wissen über das Moor hat sich Kaufmann durch mündliche Überlieferung vom bereits verstorbenen Oberförster Horst Hebenstreit, und vom pensionierten Biologielehrer Helmut Atteneder angeeignet. „Die Geschichten über das Fuchtlmandl gab es immer schon in Liebenau. Ich habe es dann einfach in mein Konzept eingebaut.“ Die Führungen werden von Mitte Mai bis Ende Oktober angeboten. Zirka sieben bis 20 Kinder ab drei Jahren können in einer Gruppe mitmachen.

Für Erwachsene gibt es die Führung „Wildes.Weiber.Wandern“ von Hermi Wiesmüller. Dabei werden die zahlreichen seltenen Pflanzen und Tiere entlang des Moorweges vorgestellt. Vor allem den „Frauenkräutern“ und ihren heilenden Wirkungen wird viel Aufmerksamkeit geschenkt. Bei einer weiteren Führung erklären Tannermoor-Begleiter die Besonderheiten und die Entstehung des Moores.

Infos: www.naturschauspiel.at


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