„Der Revisor“ – russische Korruption in österreichische Gemeinde verlagert
WILHERING. Nach der Corona-bedingten Zwangspause im Vorjahr freut sich das theaterSPECTACEL Wilhering auf einen besonderen Sommer. Im 27. Jahr seines Bestehens wird erstmals nicht in der Scheune des Stiftes gespielt, sondern outdoor, vor der Scheune.

2019 feierte das theaterSPECTACEL Wilhering sein 25-jähriges Jubiläum und beschenkte sich selbst mit einem Zuschauerrekord von 5.540 Besuchern. Das Stück „In der Löwengrube“ von Felix Mitterer und in der Inszenierung des künstlerischen Leiters Joachim Rathke erreichte eine 100-prozentige Auslastung. Heuer steht „Der Revisor“, eine Komödie nach Nicolaj Gogol in einer Fassung von Joachim Rathke, auf dem Spielplan.
Eigentlich hätte das Stück bereits 2020 aufgeführt werden sollen, aber zum Glück für das Theater ist das Thema, das behandelt wird – Korruption in Politikkreisen –, eines, das kein Ablaufdatum zu haben scheint. Der Bürgermeister einer oberösterreichischen Marktgemeinde hat einen Tipp bekommen: Ein hoher Beamter aus Wien wird – inkognito – seine Gemeinde prüfen. Im Gemeinderat bricht Panik aus, denn mit der Einhaltung der Gesetze tut man sich schwer, schließlich hat jeder seine Spesenkonten und diverse Nebeneinkünfte.
Hektisch wird nach dem möglichen Revisor gesucht, den man schließlich in einem ahnungslosen Fremden zu entdecken glaubt. Jeder versucht nun, den jungen Mann mit Geldgeschenken, Anbiederungen und Vernaderungen milde zu stimmen. Und der überraschte Fremde, der nicht weiß, wie ihm geschieht, spielt mit.
Scharfzüngiges Sittenbild
Diese fulminante und scharfzüngige Komödie von Gogol geißelte die Raffgier korrupter Eliten im zaristischen Russland. „Aber ohne unbescheiden sein zu wollen: Was die Raffinesse des Täuschens, die Schamlosigkeit im Entwickeln von Lügengebilden und die sprudelnde Kreativität bei der persönlichen Bereicherung betrifft, da brauchen wir uns in Österreich nicht zu verstecken“, so Intendant Rathke. Gute Gründe für das theaterSPECTACEL, dieses Stück in einer frechen Bearbeitung in unsere Heimat Österreich zu verlegen. Schließlich war es der Ibiza-Skandal, der Joachim Rathke auf die Idee brachte, „dieses unsaubere Verhältnis zu untersuchen“. „Die Vorgänge der letzten Jahre haben ja gezeigt, dass man es mit dem Gesetz nicht so genau nimmt“, so Rathke. Und das Thema kommt an. Schon jetzt sind rund 60 Prozent der Karten verkauft, die Vorfreude ist groß.
Sicheres Kulturvergnügen
Das Präventionskonzept entspricht den Verordnungen der Gesundheitsbehörden und wird laufend aktualisiert. Für den Theaterbesuch gilt die 3G-Regel. Der entsprechende Nachweis ist beim Eingang bereit zu halten. Erstmals wird, Pandemie-bedingt, outdoor im Hof der Scheune des Stiftes gespielt. „Sollte das Wetter nicht passen, gibt es für jede Aufführung einen Ersatztermin, der gleich mitgebucht wird“, so Rathke, der auf Nummer sicher gehen will.
TheaterSPECTACEL Wilhering:
Spieldauer: 14. Juli bis 12. August
Spielplan und Tickets unter:


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