Kulturbetriebe: „Für die Mitarbeiter ist es unsagbar frustrierend und entmutigend“

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David Ramaseder David Ramaseder, Tips Redaktion, 30.11.2021 16:22 Uhr

LINZ-LAND. Der neuerliche Lockdown trifft wieder einmal den Kunst- und Kulturbereich besonders hart. Tips hat die führenden Kulturbetriebe im Bezirk um ein Statement zur aktuellen Situation gebeten. 

Der Kulturpark Traun, das Veranstaltungs- und Kulturservice (KUVA) Leonding oder auch das Anton-Bruckner-Centrum (ABC) in Ansfelden mussten  – trotz der vielen Maßnahmen und Konzepte für die Sicherheit der Besucher – zum Lockdown abermals ihre Pforten schließen.

Kulturpark Traun

„Und wieder einmal müssen wir, nach ein paar äußerst erfolgreichen Monaten, unsere Tore schließen und das System herunterfahren. Wieder einmal zahlreiche Veranstaltungen, Konzerte und Theaterabende verschieben bzw. absagen, viele Künstler darüber informieren und tausende Gäste vertrösten. Inzwischen sind wir ja schon sehr geübt im Lockdown. Wieder einmal so viel Arbeit, Organisation und Leidenschaft für Kultur für nichts. Wie geht’s weiter? Wann dürfen wir wieder aufmachen? Unter welchen Bedingungen und Vorgaben bzw. Beschränkungen? Jetzt sind wir in der vierten Welle. Aber was hat sich geändert?“, stellt sich Geschäftsführerin Brigitte Brunner essentielle Fragen.

„Inzwischen kehrt bei uns allen Resignation ein. Für die Mitarbeiter ist es unsagbar frustrierend und entmutigend. Die Ungewissheit im Kulturbereich ist zermürbend. Auch wenn wir alle die Vorgaben der Bundesregierung verstehen und akzeptieren und wissen um die Wichtigkeit der Gesundheit jedes Einzelnen, ist der Kulturbereich der erste, der zusperren muss und der letzte, der seine Tore wieder öffnen darf.“ Trotz der schwierigen Zeiten sieht sie es als ihren Auftrag, Kultur für jedermann anzubieten, um den Gästen nach einem erfolgreichen Konzert oder lustigen Kabarettabend bald wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubern zu können.

KUVA Leonding

„Nun sind es beinahe zwei Jahre, in denen uns das Coronavirus und seine Auswirkungen beschäftigen und fordern. Nach der am Anfang einsetzenden Planlosigkeit folgten sehr schnell kreative Impulse, neue Wege, die beschritten wurden und für gut oder weniger gut befunden wurden. Diese Kreativität und Flexibilität sind wichtig und notwendig, um die Coronakrise halbwegs gut zu überstehen und lebendig zu bleiben“, so die interimistische Leiterin Jasmin Leonhartsberger, die aktuell eine Mattheit um sich greifen sieht – physisch und psychisch.

Doch der wichtigste Part für den Kunst- und Kulturbereich ist das Publikum. „Es sind Sie alle, die sich nach Kunst und Kultur sehnen, sie erleben und live sehen wollen.“ In der aktuellen Zeit werden die laufenden Ausstellungen wieder verstärkt online präsentiert. Die Ausstellung „Trying Art“ wird nun verlängert und lädt nach dem Lockdown bis Ende Februar zum Mitmachen und Selbst-künstlerisch-Aktiv-Sein ein. Die aktuelle Ausschreibung zum Kunstfestival „leonaRT“, das im Juli 2022 stattfindet, läuft noch bis 16. Jänner.

ABC-Ansfelden

„Trotz umfangreicher Präventionsmaßnahmen mussten wir alle Veranstaltungen bis Ende Dezember absagen. Derzeit sind wir in engem Kontakt mit allen Künstlern, um Ersatztermine für unser Publikum anbieten zu können. Das gesamte Programm wird derzeit umgestaltet. Wir hoffen auf eine baldige Öffnung und auf ein klares, transparentes Reglement für Kultureinrichtungen seitens des Gesetzgebers“, so Leiter Georg Wiesinger.

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