Bürgermeister Helmut Templ im Interview: "St. Marien ist nach der Krise auf einem guten Weg"
ST. MARIEN. Seit 2002 ist Helmut Templ Bürgermeister der Gemeinde St. Marien. Trotz der coronabedingten Herausforderung in wirtschaftlicher Hinsicht möchte Templ im nächsten Jahr große Projekte für die Samareiner realisieren.

Tips:Wie ist St. Marien bisher durch die Corona-Zeit gekommen?
Templ: Wir sind sehr gut durch die Krise gekommen – Respekt und herzlichen Dank an die Bevölkerung, dass die Maßnahmen so gut eingehalten wurden. Wir hatten einzelne Fälle, aber es hat sich in Grenzen gehalten. In wirtschaftlicher Hinsicht ist es für die Gemeinde natürlich eine große Herausforderung: Insgesamt fehlen uns etwa 300.000 Euro an Mittelbedarf. Unsere größeren Projekte, wie die Modernisierung der Straßen im Ortsgebiet, der Ausbau der Krabbelgruppe und das neue Zeughaus in Weichstetten können durch Ansparungen und finanzielle Mittel vom Bund zum Glück trotzdem umgesetzt werden.
Tips:Mit Schulbeginn ist Frau Direktorin Brunnmayr seit einem Jahr im Amt. Wie sehen Sie die Situation für die Kinder in den Schulen im Moment?
Templ: Durch die Corona-Krise hat sich im Schulbetrieb einiges verändert, die Schul- und Buszeiten und auch die Schulausspeisung mussten angepasst, Schulveranstaltungen teilweise abgesagt werden. Ich bin mir sicher, dass die Kinder die Situation meistern werden. Die Krise ist aber natürlich für alle Beteiligten fordernd: Mein Appell richtet sich auch an die Eltern, Verständnis für diverse Maßnahmen aufzubringen. Unsere Direktorin und die Pädagoginnen der Schule und Betreuungseinrichtungen leisten eine hervorragende Arbeit, und Veranstaltungen werden natürlich wieder stattfinden, wenn dies möglich ist.
Tips:Seit Juli gibt es in St. Marien eine neue Jugendpartei, die Sozialistische Jugend: Was möchten Sie den Aktivisten mit auf den Weg geben?
Templ: Ich bin selber aus der Jugendorganisation in die Politik gekommen und freue mich natürlich über jede Organisation, die sich für unsere Jugendlichen einsetzt und Jugendliche motiviert, sich politisch zu engagieren. Auch bei den Pfadfindern in Nöstlbach gibt es eine neue Gruppe, die sich um die Jugend annimmt und tolle Veranstaltungen organisiert. Ich begrüße es sehr und kann es nur unterstützen, wenn sich Gruppen aktiv in die Jugendarbeit einbringen.
Tips:Im Zentrum der Gemeinde gibt es aktuell eine große Baustelle. War von Anfang an geplant, den Ausbau der Firma Reichl im Ortszentrum durchzuführen?
Templ: Natürlich ist der Umbau momentan eine Herausforderung, aber wir sind sehr froh, dass es in der Gemeinde einen Nahversorger gibt. Die Firma Reichl war immer schon im Zentrum der Gemeinde und auch der erste Ausbau, die Modernisierung der Backstube, wurde im Ortszentrum vorgenommen. Es gab alternative Vorschläge für einen Ausbau außerhalb des Zentrums, jedoch erfüllt die Firma gewerberechtlich alle Auflagen, weshalb der Ausbau an Ort und Stelle durchgeführt werden darf. Wenn die Modernisierung durchgestanden ist, wird das Ortsbild davon profitieren.
Tips:Was sind die wichtigsten Themen, die Sie im nächsten Jahr für St. Marien umsetzen möchten?
Templ: Da gibt es einiges: Der Ausbau der Kinderbetreuung ist ein großes Projekt. Es ist für mich sehr wichtig, dass wir in der Gemeinde Plätze für unsere Kinder haben. Weiters soll das Zeughaus in Weichstetten nächstes Jahr fertiggestellt werden. Die Realisierung des Projektes war eine besondere Herausforderung. Der Einsatz hat sich aber gelohnt: Aktuell verlaufen die Bauarbeiten planmäßig. Auch das größte Hochwasser-Rückhaltebecken in der Krems Au soll Ende 2021 in Betrieb gehen. Als Obmann des Hochwasserschutzverbandes möchte ich im nächsten Jahr die Planungen für die weiteren Projekte des Hochwasserschutzes am Sulzbach ankurbeln.


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