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TRAUN. Am Montag, 7. Juni, wurde am Stadtfriedhof Linz/St. Martin der Entwurf eines „Gedenkortes für Menschen, die auf der Flucht verstorben sind“ bei einer Pressekonferenz vorgestellt. Die Eröffnung ist im Frühjahr 2022 geplant.

So soll der Gedenkort aussehen. (Foto: Rendering: Philipp Krummel)
  1 / 2   So soll der Gedenkort aussehen. (Foto: Rendering: Philipp Krummel)

In Kooperation mit dem Land Oberösterreich, den Städten Linz, Traun und Leonding, der Evangelischen Kirche A.B. Oberösterreich, der Islamischen Religionsgemeinde OÖ und dem Stadtfriedhof St. Martin (Linz AG) wird unter der Projektleitung der Diözese Linz ein Gedenkort für Menschen, die auf der Flucht verstorben sind, realisiert. Aus sechs eingereichten Projekten wurde in einer Jury-Sitzung am 7. April das Projekt „VorAugen / InSight“ des Wiener Künstlers Arye Wachsmuth ausgewählt.

Ziel des Gedenkortes am Stadtfriedhof St. Martin (in Form einer „wall of names“) soll sein, an jene Toten zu erinnern, die auf der Flucht ihr Leben verloren haben – sei es beispielsweise im Mittelmeer, auf der Balkanroute oder in einem der Lager in Libyen. Seit 2014 bis heute sind laut Angaben des Statistikportals Statista alleine im Mittelmeer um die 22.000 Personen umgekommen. Dieses Sterben auf der Flucht ist in aller Regel ein leises Sterben, ein stilles Sterben, ein Sterben im toten Winkel der Weltöffentlichkeit.

Siegerprojekt präsentiert

Der Wiener Künstler Arye Wachsmuth betonte bei der Vorstellung seines Entwurfes, dass die zahlreichen Todesfälle im Mittelmeer und auf den Fluchtrouten aus Afrika eine grausame Realität bildeten, die mit erschreckend ungebrochener Kontinuität historische Ausmaße angenommen habe: „Ein aktiver Gedenkort für jene, die auf der Flucht verstorben sind, ist sowohl ein Beitrag gegen das Vergessen als auch ein Hoffnungssymbol für eine Veränderung. In meinem Entwurf steht die Möglichkeit einer aktiven Erinnerung im Mittelpunkt. Dabei sollte der Gedenkort ein Zeichen für Inklusion und Beachtung sein und zudem Gedenken und Trauer auf eine möglichst persönliche Art ermöglichen.“ Wachsmuth hat 2015 angefangen, Direkthilfe für Menschen auf der Flucht zu leisten und dabei auch die Elendssituationen zu dokumentieren.

Zeichen für Menschlichkeit

Der Entwurf von Arye Wachsmuth überzeugte eine sechsköpfige Jury, weil der Künstler den Gedenkort als Trauerort und zugleich auch als Statement für einen respektvollen, würdevollen sowie inkludierenden Ort gestaltete. Holger Jagersberger als Vertreter der Kulturdirektion der Stadt Linz bezeichnete den Gedenkort für Menschen, die auf der Flucht verstorben sind, als „ein Zeichen der Menschlichkeit, das wir für die Hinterbliebenen setzen können. Am Stadtfriedhof eine würdige Form zu finden, war das Bestreben der Stadt Linz und vieler Träger der interreligiösen Projektgruppe.“


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