Mehr Wohnplätze für Menschen mit Beeinträchtigung
LINZ-LAND. Anlässlich des Internationalen Tages der Menschen mit Behinderung besuchten Landeshauptmann Thomas Stelzer und Sozial-Landesrat Wolfgang Hattmannsdorfer das Bauprojekt Linz-Wegscheid, an dem das Land im nächsten Jahr 50 vollbetreute Wohnplätze für Menschen mit Beeinträchtigungen schafft. Bis zum Jahr 2027 sollen in Oberösterreich insgesamt 600 zusätzliche Wohnplätze entstehen, unter anderem auch in Haid und St. Isidor.

Im Jahr 2021 wurden 105 zusätzliche Wohnplätze geschaffen, nächstes Jahr sollen weitere 95 Plätze entstehen. Allein im nächsten Jahr 2022 sind 523 Mio. Euro für die Betreuung von Menschen mit Beeinträchtigungen vorgesehen, mehr als die Hälfte davon fließt in den Bereich Wohnen (285,3 Mio. Euro). Auch im Bezirk Linz-Land wurden die Einrichtungen erweitert. Im Zentrum Betreuung und Pflege Haid sind 2021 sechs zusätzliche Apalliker-Plätze entstanden. Diese werden im Jahr 2022 nochmals um 4 weitere Intensivpflege erhöht. In St. Isidor/Leonding wurde der bestehende Standort der Caritas für Menschen mit Behinderung für Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigungen um vier Plätze ausgeweitet.
Selbstbestimmtes Wohnen
In Oberösterreich wird beim Ausbau unter anderem ein Schwerpunkt auf Betreuungsplätze für Kinder und Jugendliche gesetzt, die eine intensive Betreuung aufgrund ihrer psychiatrischen Diagnose oder kognitiven Beeinträchtigung benötigen und bei denen eine adäquate Betreuung in der Familie nicht gewährleistet werden kann. Für junge Menschen stellen alternative Wohnformen mit einer körperlichen Beeinträchtigung eine selbstbestimmte Möglichkeit des Wohnens dar. Zumeist zu dritt leben sie in kleineren Wohngemeinschaften. Außerdem erhalten sie eine persönliche Assistenz und eine 24-Stunden-Betreuung. Eine weitere, differenziertere Abstufung der Wohnformen ist das begleitete Wohnen, bei dem Menschen mehr Betreuung tagsüber als im teilbetreuten Wohnen erhalten, dafür ohne Nachtdienst. Mit dem Ausbau dieser Wohnform soll es möglich sein, die Personen den entsprechenden Betreuungs- und Pflegeerfordernissen genau für sie passend zuzuordnen. Plätze im vollbetreuten Wohnen sind dann für jene Personen reserviert bzw. zugänglich, die diesen umfassenden Unterstützungsbedarf benötigen. Ältere Menschen mit Beeinträchtigungen ab 55 Jahre, bei denen die pflegerische Betreuung im Vordergrund steht, können integrativ in der Region in einem Alten- und Pflegeheim versorgt werden.


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