„Die Belastung für die Mitarbeiter im Rettungsdienst ist sehr hoch“
TRAUN. Die Pandemie hält uns alle nun schon zwei Jahre in Atem. Besonders gefordert ist mit der Betreuung von Test- und Impfstraßen dabei das Rote Kreuz. Tips hat sich mit dem Trauner Ortsstellenleiter Wolfgang Eisner über die derzeitige Situation unterhalten.

Tips: Wie sehr zehrt die Situation schon an den Mitarbeitern?
Wolfgang Eisner: Die Belastung für die Mitarbeiter im Rettungsdienst ist eine sehr hohe, bei jedem Covid-Verdachtsfall muss eine besondere Schutzausrüstung wie Schutzanzug, Handschuhe, FFP2-Maske und Schutzbrille getragen werden. Der Eigenschutz hat hier oberste Priorität, um eigene Ausfälle weitgehend zu vermeiden. Da diese Schutzmaßnahmen und auch erschwerte Übergabeprozedere in den Krankenhäusern einen zusätzlichen Zeitaufwand verursachen, stellt dies bei gleicher Anzahl an Transporten eine wesentlich höhere Belastung dar.
Tips: Was sind die Schwerpunkte in der aktuellen Arbeit?
Eisner: Neben dem Rettungsdienst mit tagsüber neun und in der Nacht fünf besetzten Rettungsfahrzeugen betreiben unsere Mitarbeiter vom Roten Kreuz Traun zwei Impfstandorte im Volksheim Traun und in der PlusCity sowie in der PCR-Testung ein mobiles Team und eine Drive-In-Teststation in Ansfelden.
Tips: Gibt es auch Tätigkeiten, die wegen der Pandemie hintangestellt werden müssen?
Eisner: In der Tat gibt es auch Leistungsbereiche des Roten Kreuzes, die pandemiebedingt nur sehr eingeschränkt betrieben werden können. Es ist dies beispielsweise der Besuchsdienst. Das Rote Kreuz hat es sich bereits seit längerer Zeit zur Aufgabe gemacht, mit Personen, die wenig oder oftmals gar keine Besuche erhalten, in regelmäßigen Abständen Zeit zu verbringen. Bei netten Gesprächen, Spaziergängen oder auch einem gemeinsamen Spiel für jemanden Zeit zu spenden. In dieser Sparte haben wir in etwa 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den fünf Gruppen, die in unserem Versorgungsbereich Traun, Ansfelden, Pucking, Pasching, Hörsching und Oftering aktiv sind.
Tips: Wie ist die aktuelle Situation am Impfstandort Traun?
Eisner: Wir betreiben zwei Impfstandorte, zum einen im Volksheim Traun, wo wir an drei bis vier Tagen je Woche mit vier Impflinien ca. 2.500 Personen impfen. Hier kann man sich im Vorfeld Termine vereinbaren, aktuell sind wir hier bis kurz vor Weihnachten mit einer sehr guten Auslastung gebucht. Zusätzlich betreiben wir eine Impfstraße mit drei Linien täglich von Mo-So in der PlusCity für Personen, die ohne Termine zu uns kommen. Circa 2.800 Personen pro Woche holen sich hier bei geringen Wartezeiten eine Impfung ab.
Tips: Wie sieht es dabei mit Personalaufwand aus?
Eisner: Das Rote Kreuz Traun hat mehr als 500 freiwillige Mitarbeiter, dazu kommen zehn berufliche Rettungssanitäter und zwölf Zivildiener. Ein großer Teil der neuen, zusätzlichen Aufgaben kann gerade in der Führung mit den bestehenden Ressourcen bewältigt werden. Um diese beruflichen Mitarbeiter im Rettungsdienst zu ersetzen und auch für administrative Tätigkeiten bei den Impf- und Teststraßen konnten wir zusätzlich Mitarbeiter anstellen. Aber auch neue freiwillige Mitarbeiter konnten für die neu entstandenen Aufgaben gefunden werden.


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