700 Mitglieder in neun Ortsgruppen: „Die Landjugend ist stark hervorgegangen“
LINZ-LAND. Vereine hatten es in der letzten Zeit nicht leicht. Unterschiedlichste Tätigkeiten waren zeitweise nicht möglich, viele Mitglieder gingen dadurch verloren. Umso mehr wird nun wieder nach Anschlussmöglichkeiten gesucht, vor allem in der jüngeren Generation. Die Landjugendgruppen im Bezirk gewannen damit an Bedeutung für Jugendliche.

Die Landjugend konnte ihre Tätigkeiten nach dem ersten Lockdown recht schnell wieder aufnehmen. „Das war bei uns natürlich auch leichter als zum Beispiel bei einem Musikverein. Es war gut, dass wir so früh wieder gestartet haben, weil dadurch viele Mitglieder geblieben und auch viele dazugekommen sind“, erzählt Carina Humenberger, Bezirksleiterin der Landjugend Linz-Land. Insgesamt rund 700 Mitglieder gibt es in den neun Ortsgruppen im Bezirk Linz-Land. „Ich finde, dass die Landjugend relativ stark aus der Pandemie hervorgegangen ist, wenn man das mit anderen Vereinen vergleicht. Da haben viele mit den Mitgliederzahlen zu kämpfen, weil einfach die Motivation ein wenig verloren gegangen ist“, so Humenberger.
Weniger ältere Mitglieder
Abgänge gab es eher in der älteren Generation, wie die Bezirksleiterin erzählt: „Es gibt eigentlich eine Regelung, die besagt 'Entweder verheiratet oder über 35', aber so streng wird das natürlich in keiner Landjugendgruppe genommen. Die meisten verlassen die Landjugend eh schon vor dem Alter von 35, weil sie etwa mit dem Beginn eines Studiums nicht mehr so viel Zeit haben. Man hat gemerkt, dass durch Corona viele der älteren Generation der Landjugend weggefallen sind, die sowieso wahrscheinlich in den nächsten Jahren aufgehört hätten.“ Ansonsten erfuhr die Landjugend sogar größeren Zuwachs als bisher: „Während Corona sind richtig viele Mitglieder dazugekommen. Die Leute treffen gerne andere und tauschen sich in Vereinen aus und die haben wir mit unserem Programm total ansprechen können. Ich denke, dass die Landjugend jetzt sogar eine noch größere Bedeutung für die Leute hat als vorher, weil das, was man in der Landjugend alles machen kann, vorher irgendwie selbstverständlich war und nun einfach mehr geschätzt wird.“
Großer Freundeskreis
Viele gemeinsame Treffen und Aktivitäten stehen das Jahr über für eine Landjugendgruppe auf dem Programm, etwa das Bezirkspflügen, das Sensenmähen, das Erntedankfest oder das Maibaumaufstellen. „Im Endeffekt ist es ein riesiger Freundeskreis, wo man immer dabei sein kann, wenn man will. Das ist für Junge, die das vielleicht noch nicht so kennen, dass man öfters gemeinsam irgendwo hingeht, eine gute Gelegenheit, dass man weiß, man hat zum Beispiel jemanden, mit dem auch wieder heimkommt“, erklärt Humenberger, die selbst Mitglied der Landjugend Pucking ist. „Zurzeit kommen gerade wieder sehr viele mit 16 und 17 Jahren dazu, die einfach froh sind, dass sich jetzt wieder was tut, und gerne was unternehmen und Leute kennenlernen wollen, was in diesem Alter ja anfängt. Es ist aber grundsätzlich in jeder Altersgruppe recht ausgeglichen. Eher ab 25 wird es dann wieder weniger, weil manche eben studieren oder ins Ausland gehen“, erklärt die Bezirksleiterin.
Keine Voraussetzung
Das Landjugendjahr richtet sich nach sechs Themenschwerpunkten, darunter Allgemeinbildung, Landwirtschaft und Umwelt sowie Service und Organisation. Dazu werden etwa auch die Bewerbe und Aktivitäten veranstaltet. Wer Mitglied der Landjugend werden will, muss nicht unbedingt einen Bezug zur Landwirtschaft haben, wie die Bezirksleiterin erklärt: „Die Landjugend ist landwirtschaftlich geprägt. Früher war es so, dass nur Landwirte dabei waren, was aber heutzutage nicht mehr der Fall ist. Gerade im Bezirk Linz-Land kommen viele nicht aus der Landwirtschaft. Die Aufteilung in den Ortsgruppen ist fast 50 zu 50, also ungefähr die Hälfte der Mitglieder hat direkt etwas mit der Landwirtschaft zu tun. Das hält sich im ganzen Bezirk relativ in Waage.“


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