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HÖRSCHING/OÖ. Seit 2001 betreibt der ÖAMTC den Flugrettungsstützpunkt am Flughafen in Hörsching. Österreichweit war 2022 das bisher intensivste Jahr für die Notarzthubschrauber. Tips hat sich mit Stützpunktleiter Wolfgang Hießböck unterhalten und konnte sich am Linz Airport einen Eindruck aus erster Hand verschaffen.

  1 / 4   Stützpunktleiter Wolfgang Hießböck vor dem Christophorus 10 Notarzthubschrauber (Foto: Tips/Ramaseder)

Die Einsatzbereitschaft des Rettungshubschraubers ist grundsätzlich von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang gewährleistet. „Frühestens aber um 6 Uhr in der Früh und maximal bis 21.30 Uhr am Abend“, erklärt Wolfgang Hießböck, seit 2001 Pilot des Christophorus 10 Notarzthubschraubers, der am Hörschinger Flughafen stationiert ist. Es sind immer drei Leute im Dienst, die sich ständig am Stützpunkt befinden.

Lebenswichtige Routine

Der Arbeitstag für die Crew beginnt aber meist schon gut eine halbe Stunde früher. „Wenn um 6 Uhr Dienstbeginn ist, muss jeder so rechtzeitig kommen, dass er sich auch pünktlich anmelden kann. Jeder hat seinen Aufgabenbereich, den er zuvor schon checken muss“, so der Stützpunktleiter. Als Pilot führt er dann einen einfachen Check am Helikopter durch und schaltet die Batterie ein, damit die Systeme hochfahren und die Selbsttests einmal durchlaufen.

Der Notarzt kontrolliert die medizinischen Geräte auf Funktion sowie Vollständigkeit, checkt, ob genug Sauerstoff vorhanden ist und räumt danach alles wieder in den Hubschrauber, da am Ende eines Dienstes immer alles gereinigt und desinfiziert wird. Der Flugrettungssanitäter kümmert sich derweil um das Alpinmaterial, kontrolliert die Seile usw. Danach wird, sofern es das Wetter zulässt, die Einsatzbereitschaft an die Leitzentrale gemeldet. „Wenn es um 6 Uhr piepst, muss ich in den Hubschrauber steigen und wegfliegen können“, so Hießböck.

Geschwindigkeit ist Trumpf

Notarzthubschrauber werden vor allem dann angefordert, wenn sie die Schnellsten am Einsatzort sind. Und natürlich in Bereichen, wo kein Auto mehr hinkommt. „Der große Vorteil ist einfach die Geschwindigkeit, mit der man beim Patienten ist und ihn ins Krankenhaus befördern kann“, so Notarzt Christian Kuplinger, der nach einem dreitägigen Kurs inklusive Assessment in Wiener Neustadt seit 2016 Mitglied der Flugrettungscrew in Hörsching ist und ansonsten Anästhesist und ausgebildeter Notfallmediziner am Kepler Universitätsklinikum ist. „Medizinisch ändert sich bei den Einsätzen im Vergleich zu bodengebundenen Fahrzeugen nicht viel“, weiß er zu berichten.

Nonplusultra für Sanitäter

Die in Modulen aufgebaute Ausbildung für den Flugrettungssanitäter ist da schon mit mehr Aufwand verbunden. Neben Wetterkunde müssen auch Assistenztätigkeiten im Cockpit wie Navigation und Funk erlernt werden. „Da wir Bergespezialisten sind, ist ein großer Part in der Ausbildung das Taufliegen, wo wir insgesamt neun Tage unterwegs sind und alle Verfahren trainieren. Das Ganze erstreckt sich ungefähr über ein halbes Jahr“, erklärt Stefan Noska, seit 2012 bei der Flugrettung.

Er hat sich damit einen Traum erfüllen können: „Ich glaube, für jeden Sanitäter ist es das erstrebenswerte Ziel, einmal zum Hubschrauber zu kommen, weil es einfach das Höchstmögliche zu Erreichende für einen Notfallsanitäter ist.“ Er ist der Einzige, der in jeder Phase etwas zu tun hat, hebt auch der Pilot die Wichtigkeit des Flugretters hervor. Besonders natürlich im alpinen Bereich oder bei Forstunfällen, wo er als Bergespezialist dafür verantwortlich ist, dass der Patient weggebracht werden kann.

Herausfordernder Sommer

Im Winter sei die Arbeit ruhiger, auch weil das Haupteinsatzgebiet von Christophorus 10 im Zentralraum und weniger im alpinen Bereich liegt und die Tage einfach kürzer sind. Liegt der Jahresschnitt bei rund drei Rettungseinsätzen am Tag, können es in den Sommermonaten schon einmal bis zu zehn Flüge werden. Bei einer Einsatzzeit von rund einer Stunde pro Flug eine stressige Angelegenheit. „Manchmal erreicht uns im Anflug ans Krankenhaus schon die nächste Anfrage, wie lang wir noch brauchen“, so der Stützpunktleiter. Medizinisches Material ist für einen Folgeeinsatz immer genug an Bord. Beschränkend wirkt dabei meist der Treibstoff an Bord. Der reicht für rund 1,5 Flugstunden.

Sinnvolle Tätigkeit

Wolfgang Hießböck kann sich jedenfalls keine schönere Aufgabe vorstellen. „Es ist eine sinnvolle Tätigkeit, außerdem spannend und abwechslungsreich.“


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