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LEONDING/WILHERING/KIRCHBERG-THENING/PASCHING. Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass ein Bauer und ein Energiemanager wenig gemeinsam haben. Doch Josef Fürnhammer beweist das Gegenteil. Ursprünglich aus der Landwirtschaft stammend, verbindet er seine tiefe Verwurzelung mit dem Boden mit einer visionären Perspektive für nachhaltige Regionalentwicklung. Sein Weg führte ihn von den Feldern in die Welt der erneuerbaren Energien.

Leondings Bürgermeisterin Sabine Naderer-Jelinek mit Energiemanager Josef Fürnhammer. (Foto: Stadt Leonding)

„Landwirtschaft funktioniert nachhaltig nur im Rahmen der Kreislaufwirtschaft. Der Begriff Nachhaltigkeit stammt eigentlich aus der Forstwirtschaft. Mein Credo geht in die Richtung, die Welt so zu übergeben, dass auch die nächste Generation davon profitiert“, so Energiemanager Josef Fürnhammer, bei dem auch die Projekte der Klima- und Energiemodellregion (KEM) Kürnbergwald zusammenlaufen. Seit dem heurigen Jahr ist neben Leonding, Wilhering und Kirchberg-Thening auch die Gemeinde Pasching diesem Netzwerk beigetreten.

Nachhaltige Entwicklung

Fürnhammer, über zehn Jahre in der Regionalentwicklung in Oberösterreich tätig, findet seine Leidenschaft in Projekten, die sich mit nachhaltiger Regionalentwicklung, Klimaschutz und erneuerbaren Energien beschäftigen. Unabhängig von der geografischen Lage sieht er die Herausforderungen als faszinierend an und engagiert sich, die Welt ein Stück nachhaltiger zu gestalten. „Egal, ob es sich um meine Region in Österreich oder weltweit handelt, die Herausforderungen sind groß. Daher finde ich es faszinierend, an solchen Projekten teilzunehmen.“ Selbst an einem Heizwerk mit regionaler Biomasse beteiligt, freut er sich, dass es etwa auch in Wilhering zwei Nahwärmeprojekte – im Stift Wilhering und bei der Volksschule Dörnbach – gibt.

Energieentwicklung geht in die richtige Richtung

Durch Fördermittel, Umdenken und nicht zuletzt das persönliche Engagement von Fürnhammer konnte die Klima- und Energiemodellregion (KEM) Kürnbergwald bereits beachtliche Fortschritte verzeichnen. Der Anteil des regional erzeugten Stroms stieg von drei auf über zehn Prozent laut neuesten Zahlen, wobei das ultimative Ziel bei 100 Prozent liegt. Doch dieser Weg ist mit Herausforderungen verbunden. „Wenn man langfristig das Ziel erreichen möchte, 100 Prozent regional erzeugten Strom aus erneuerbaren Energien zu haben, müssten wir den Energieverbrauch massiv reduzieren. Das ist eine Herausforderung.“

Neue Impulse für die Modellregion Kürnbergwald

In der nächsten Periode bis Anfang 2027, genehmigt vom Bund, rückt die Gemeinde Pasching als neues Mitglied in den Fokus der KEM Kürnbergwald. Fürnhammer skizziert sieben Schwerpunkte, neben einer verstärkten Initiative im nachhaltigen Mobilitätssektor ist der weitere Ausbau erneuerbarer Energien im Bereich Wärme und Strom im Fokus. „Es gibt immer wieder ungenützte Potentiale wie Abwärme von Industriebetrieben. Vielleicht ist es mit Mikronetzen möglich, ein Siedlungsgebiet zu versorgen. Das sind halt Stellschrauben, an denen man drehen muss, dass die Raumplanung und die Energieplanung Hand in Hand einhergehen.“

Pasching im Fokus

Fürnhammer betont die Wichtigkeit einer ganzheitlichen Betrachtung. Gemeinsam mit den BürgermeisterInnen wurden Schwerpunkte erarbeitet, die nun in Pasching umgesetzt werden sollen. Energiekennzahlen, potenzielle Synergien, und eine enge Verbindung zwischen Energie- und Raumplanung stehen im Fokus: „Ich glaube, dass man Dinge ganzheitlich betrachten muss. Da hoffe ich, einen Beitrag dazu leisten zu können.“ Besonders wichtig ist ihm auch die Bewusstseinsbildung. Daher wird auch das Projekt „Klima-Acker“ vorangetrieben und sind Umwelttage mit dem Bezirksabfallverband an den Schulen geplant.


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