Spende der Berghamer Dorfgemeinschaft als Hoffnungsschimmer für das Jugendzentrum Plateau (Update)
LEONDING. Das Jugendzentrum (JUZ) am Harter Plateau in Leonding steht finanziell unter massivem Druck. „2026 können wir den Betrieb voraussichtlich noch irgendwie aufrecht halten, ob es uns im nächsten Jahr noch geben wird, das ist ungewiss“, sagt Leiterin Silvia Auinger. Grund seien ausbleibende öffentliche Gelder infolge verschärfter Sparkurse.
Dutzende Jugendliche zwischen 13 und 19 Jahren finden hier während der Schulzeit einen Rückzugsort – oft kommen sie aus schwierigen familiären Verhältnissen. Neben Betreuung gibt es, soweit möglich, auch eine Grundverpflegung. „Nur noch Spenden halten uns über Wasser“, so Auinger. Das JUZ verstehe sich als präventive Einrichtung, die junge Menschen von der Straße sowie von Drogen, Alkohol und Kriminalität fernhalten wolle.
Dabei sei das Zentrum bei der Johanneskirche mehr als ein bloßer Unterschlupf: Billard- und Tischfußballtisch, Boxsack und Gemeinschaftsräume bieten Raum für sinnvolle Freizeitgestaltung. Professionelle Ansprechpartner unterstützen zudem bei Konflikten und persönlichen Problemen.
Sollte der Betrieb eingestellt werden müssen, verliere eine große Zahl Jugendlicher ihre Anlaufstelle – mit unabsehbaren Folgen. „Die sozialen Folgekosten für die Gesellschaft wären kaum überschaubar“, warnt Auinger.
Für etwas Entlastung sorgt nun eine Spende in Höhe von 2.600 Euro. Der Betrag stammt aus dem Erlös des „Berghamer Advent-Punsch 2025“ im Gasthof Schoffpaur. Die private Berghamer Dorfgemeinschaft organisiert die Veranstaltung seit drei Jahren, bereits zum zweiten Mal geht der Reinerlös an das Jugendzentrum. „Aufgrund steigender Bekanntheit und stetig steigender Besucherzahlen konnten wir diesmal die Spendensumme um fast 300 Euro gegenüber dem Vorjahr übertreffen“, sagt Mitorganisator Hans Wiesinger, der gemeinsam mit seiner Tochter Viktoria die Location zur Verfügung stellt. Unterstützung aus der Zivilgesellschaft sei „aller Ehren wert“, heißt es auch seitens der SPÖ Leonding, die sich bei den Spendern ausdrücklich bedankt.
Debatte um Finanzierung
Gleichzeitig ist eine politische Diskussion entbrannt. Die ÖVP Leonding kritisiert einen „fatalen Sparkurs“ und thematisiert die angespannte Finanzierungssituation. Die SPÖ verweist hingegen auf Kürzungen im Jugendbereich auf Landesebene. Verantwortlich dafür sei das Land Oberösterreich, konkret der zuständige Landesrat Christian Dörfel (ÖVP). Die Stadt könne die wegfallenden Mittel angesichts der eigenen Budgetlage nicht kompensieren.
Man habe jedoch bewusst entschieden, im Jugendbereich nicht zu kürzen, betont SPÖ-Jugendreferentin Kathrin Lutz: „Gerade in finanziell schwierigen Zeiten ist es eine bewusste politische Entscheidung, nicht bei jungen Menschen zu sparen.“ Von insgesamt 37.700 Euro an städtischen Jugendförderungen fließen 30.100 Euro an das JUZ Harter Plateau – unverändert gegenüber den Vorjahren.
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