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Würdigung der Jagd beim Bezirksjägertag Linz/Linz-Land in Hörsching

Norbert Mottas, 23.02.2026 10:45

HÖRSCHING. Rund 450 Jägerinnen und Jäger aus dem Bezirk Linz/Linz-Land kamen zum Bezirksjägertag ins Kultur- und Seminarzentrum Hörsching. Im Mittelpunkt standen neben der Hegeschau die Rolle der Jagd in einer sich wandelnden Kulturlandschaft, der Klimawandel sowie Verantwortung und Ethik in der Jagdausübung.

Bezirksjägermeister Christian Pfistermüller (Foto: David Breiteneder)
Bezirksjägermeister Christian Pfistermüller (Foto: David Breiteneder)

Beim Bezirksjägertag würdigten Vertreter aus Politik, Forst und Landwirtschaft  die Leistungen der Jägerschaft und verwiesen auf neue Herausforderungen.

Bürgermeister Klaus Wahlmüller leitete den Bezirksjägertag ein und erklärte, dass die Arbeit der Jägerschaft oft im Verborgenen geschehe und von Umsicht, Respekt und Fachwissen geprägt sei.

Übererfüllung des Abschussplans

Bezirkshauptmann Manfred Hageneder würdigte die Qualität der Trophäen, die Übererfüllung des Abschussplans sowie die disziplinierte Jagdausübung im Bezirk. Positiv hob er hervor, dass es aus jagdlichen Gründen keine Jagdkartenentzüge gegeben habe und der Bezirk als Vorreiter in der Direktvermarktung von Wildbret gelte. Er appellierte an einen sicheren Umgang mit Waffen und die konsequente Beachtung des Tierschutzes.

Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft

Elke Leitner von der Landwirtschaftskammer Oberösterreich dankte für die gute Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft, insbesondere im Hinblick auf die Durchführung der Biber- und Federwildmanagementverordnung.

Bezirksforstinspektor Mathias Lettner hob die sehr gute Abschussplanerfüllung hervor, die sich positiv auf die Waldentwicklung auswirke. Gleichzeitig warnte er vor massiven Folgen des Klimawandels für die heimischen Wälder, vor allem für Lärche und Tanne.

Nachwuchsarbeit

Beim Bezirksjägertag wurde auch die Nachwuchsarbeit thematisiert. Bezirksjägermeister Christian Pfistermüller berichtete vom großen Interesse an den Jagdkursen: Aktuell bereiten sich 75 Teilnehmer auf die Jagdprüfung vor. Zudem wurden zahlreiche Ehrungen für jahrzehntelange Jagdausübung verliehen. Jagd, Landwirtschaft und Forstwirtschaft stünden in einem engen Zusammenspiel mit klaren Regeln. Als neue Nutzer des Lebensraums des Wildes seien verstärkt Naturnutzer hinzugekommen, weshalb gegenseitige Rücksicht entscheidend sei.

Landtagsabgeordnete Margit Angerlehner betonte, dass die Mehrheit der Bevölkerung keinen direkten Bezug zur Jagd habe und deren Leistungen oft unterschätze. Viele Aufgaben – von der Wildfütterung über Einsätze bei Wildunfällen bis zur Regulierung zum Erhalt gesunder Bestände – würden ehrenamtlich geleistet. Ihr Appell lautete: „Tue Gutes und sprich darüber.“

Leidenschaft und Passion

Zum Abschluss richtete Landesjägermeister Herbert Sieghartsleitner den Blick auf die Werte der Jagd. Jagd sei gesetzlicher Auftrag, Dienstleistung und Funktion – der eigentliche Antrieb sei jedoch ein emotionaler: Leidenschaft und Passion bewegten rund 22.000 Jäger in Oberösterreich.

Er warnte vor einem unreflektierten Einsatz moderner Technik, der das Wild permanent in die Verliererposition drängen könne. Entscheidend sei die Wahrung von Fairness und Ebenbürtigkeit zwischen Jäger und Wild. „Auch mit leerem Rucksack, aber vollem Herzen von der Jagd heimzugehen, gehört zur jagdlichen Ethik“, so Sieghartsleitner.

Der Bezirksjägertag zeigte eindrucksvoll, dass die Jagd im Bezirk Linz weit mehr ist, als Abschusszahlen zu erfüllen: Sie sei gelebte Verantwortung für Natur, Wild und Gesellschaft.


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