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ENNS. Vier Jahre lang kam jeden Morgen um sechs Uhr eine WhatsApp-Nachricht der Großmutter. Dann blieb das Handy plötzlich still. Aus dieser Idee entstand die erste literarische Novelle des Ennser Autors Rafael Haslauer.

Der Ennser Autor Rafael Haslauer präsentiert stolz seine erste Novelle "Und plötzlich kam nichts mehr". (Foto: privat)

Mit „Und plötzlich kam nichts mehr“ legt Haslauer erstmals literarische Prosa vor. Auf 74 Seiten erzählt er eine autofiktionale Geschichte über Nähe, verpasste Worte und Dinge, die oft erst auffallen, wenn sie nicht mehr da sind.

Ausgangspunkt waren die täglichen Nachrichten seiner Großmutter – von schlechten Witzen über Engelbilder bis zu Fotos. „Die Idee zum Buch kam tatsächlich von den täglichen WhatsApp-Nachrichten meiner Oma“, erzählt Haslauer. Irgendwann habe ihn beschäftigt, dass vieles selbstverständlich erscheine, bis es plötzlich ausbleibe.

Wenige Worte, viel Inhalt

Im Mittelpunkt der Novelle steht ein Enkel, der nach dem Tod seiner Großmutter alte Briefe liest, die jahrzehntelang ungeöffnet geblieben sind. Dabei erkennt er, dass man an einen Menschen denken kann, ohne ihm das je richtig zu zeigen.

Nach seinem Debüt 23312 aus dem Jahr 2016 und seiner langjährigen Arbeit als Ghostwriter für verschiedene Verlage wollte Haslauer mit seinem neuen Werk bewusst einen anderen Weg gehen. „Ich wollte mit so wenig Worten wie möglich, so viel Erzählen wie möglich“, sagt der Autor. Es gehe ihm darum, einen Text zu schaffen, der bleibt und bei den Lesern eine Gefühlsregung auslöst.

Besonders schätzt der Autor an seiner Novelle die Reduktion auf das Wesentliche. „Keine Nebenhandlungen, keine Beschreibungen, die nicht zwingend nötig sind“, beschreibt er seinen Zugang. Von den wenigen Figuren trägt nur eine einen Namen. Gerade diese Einfachheit mache die Geschichte für ihn besonders.


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