Harmonisches Zusammenleben in Traun seit 20 Jahren gefeiert
TRAUN. Das Projekt „Wohnen im Dialog“ der Volkshilfe OÖ feiert in Traun sein 20-jähriges Jubiläum und trägt maßgeblich zum harmonischen Zusammenleben der verschiedenen Kulturen in der Stadt bei. Die Initiative hat sich zur Aufgabe gemacht, Konflikte zu lösen, die Gemeinschaft zu stärken und den interkulturellen Dialog zu fördern.

Die Hauptaufgaben von „Wohnen im Dialog“ liegen in der Gemeinwesenarbeit und Sprachförderung im Wohngebiet. Bei Bedarf werden Männertreffs, Konfliktbegleitungen und Mediationen angeboten. Die Stadt Traun hat fünf Zielgebiete definiert, in denen das Projekt aktiv ist, doch es engagiert sich auch im öffentlichen Raum. Bei Konflikten steht das Team jederzeit zur Verfügung. Ein besonderes Highlight sind die zweimal im Jahr stattfindenden Begegnungsfeste in St. Martin und am Kirchenplatz. Hier wird großer Wert darauf gelegt, die gesamte Bevölkerung einzubeziehen. Die Verpflegung wird beispielsweise von Frauen aus den Wohngebieten zubereitet, wobei die Kosten dafür übernommen werden.
Jeder soll einbezogen werden
Das Projekt reagiert flexibel auf Probleme und entwickelt Projekte nach Bedarf. So wurden bereits Informationsveranstaltungen zum richtigen Mülltrennen angeboten. Der direkte Kontakt zu den Bewohnern ist für „Wohnen im Dialog“ von großer Bedeutung. Das Team bietet Beratungen für Menschen verschiedener Herkunft und Religion an und unterstützt auch bei Wohnbeihilfen und anderen Anliegen. Besonderer Fokus wird auf Wertevermittlung und die deutsche Sprache gelegt. Das Lern- und Lachcafé ist ein Beispiel für eine Aktivität, bei der Menschen aus Traun zusammenkommen und sich in einer entspannten Atmosphäre austauschen können. Alle Einwohner sind herzlich willkommen.
„Wir schaffen Begegnungsräume und möchten so niederschwellig wie möglich sein“, erklären Sevil Kus und Alexander Koller von „Wohnen im Dialog“ in Traun. Bürgermeister Karl-Heinz Koll hebt die Bedeutung von „Wohnen im Dialog“ hervor, insbesondere in einer Stadt mit einem hohen Anteil an Migranten: „Dass die Lage hier nicht dramatischer ist, liegt auch an ,Wohnen im Dialog‘.“ Die präventiven Maßnahmen des Projekts werden zusätzlich von der Sozialabteilung der Stadt unterstützt. Für Koll sind solche Institutionen unverzichtbar, um Traun weiterhin lebenswert zu halten.
Konfliktpotential entschärfen
Landesrat Wolfgang Hattmannsdorfer betont die Bedeutung der drei Säulen der Integration: Deutsch, Arbeit und Respekt. Insbesondere das Thema Nachbarschaft, in der verschiedene Kulturen zusammenleben, birgt Konfliktpotenzial. „Wohnen im Dialog“ ermöglicht durch Dialog und aktives Konfliktmanagement eine gute Nachbarschaft über alle Herkunftsebenen hinweg und vermeidet so die Entstehung von Parallelgesellschaften.
Im vergangenen Jahr wurden in Traun 60 Konfliktgespräche und neun Mediationsverfahren von „Wohnen im Dialog“ durchgeführt. Diese Zahlen verdeutlichen die hohe Nachfrage nach Unterstützung und zeigen gleichzeitig, dass das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Lösung von Konflikten leistet.
In Traun etabliert
Martina Kastler, Projektleiterin der Volkshilfe, betont, dass es wichtig ist, den Menschen Konfliktlösungskompetenzen mit auf den Weg zu geben. Zudem spielt die Identifikation mit dem eigenen Wohnraum eine große Rolle. Die Zusammenarbeit mit der Stadt Traun wird als vorbildhaft bezeichnet, und ohne die Unterstützung wäre das Projekt nicht möglich. Es freut sich, dass das Land das Projekt positiv bewertet.
Dank „Wohnen im Dialog“ können die Bewohner von Traun in einer lebenswerten und harmonischen Umgebung zusammenleben. Das Projekt hat sich als wichtige Institution etabliert, die Konflikte löst, Gemeinschaft stärkt und Integration fördert.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden