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TRAUN/PARIS. Collins Filimon, erfolgreicher Badminton-Spieler beim ASKÖ Traun, hat es geschafft: Er tritt bei den Olympischen Spielen in Paris an. Doch der Weg dorthin war für den gebürtigen Rumänen alles andere als einfach.

Olympionike Filimon brilliert sonst für den ASKÖ Traun. (Foto: ÖOC/Niklas Stadler)
  1 / 2   Olympionike Filimon brilliert sonst für den ASKÖ Traun. (Foto: ÖOC/Niklas Stadler)

„Sowohl der Erhalt der Staatsbürgerschaft als auch die sportliche Qualifikation waren auf dem letzten Drücker. Ich würde beide Hürden als gleich schwierig einschätzen“, berichtet Filimon. Die letzten Wochen vor der Bestätigung seiner Teilnahme waren für ihn äußerst aufregend.

Erlösende Nachricht

Ausschlaggebend für die Teilnahme war die Streichung eines ukrainischen Spielers wegen Wettbetrugs. Zusätzlich nahmen die nationalen Komitees von Australien und Neuseeland ihre Einzelspieler von der Liste, was schließlich den Weg für Filimon frei machte. „Wir waren gerade bei der Einkleidung in Wien, als wir in der Nacht vom 10. auf den 11. Juli um 4.30 Uhr die Bestätigung vom Weltverband erhielten. Das war ein sehr erlösendes Gefühl, weil die letzten Monate doch sehr ungewiss waren,“ erzählt Filimon. Kurze Zeit später konnte er an der Verabschiedung mit Bundespräsident Alexander Van der Bellen in der Hofburg teilnehmen, ein besonderes Erlebnis für den Athleten.

Schwere Gruppe, aber Chancen

Die Auslosung hat ein schwieriges Los gebracht: Filimon trifft in seiner Gruppe auf den dänischen Weltranglisten-Vierten Anders Antonsen und den für Aserbaidschan spielenden Indonesier Ade Resky Dwicahyo. „Die Gruppe ist in Ordnung. Ich wusste, dass ich gegen einen gesetzten Gegner antreten muss. Es hätte sein können, dass ich eine schwierigere Gruppe bekomme. Ich werde mein Bestes geben und versuchen, meine Matches zu genießen und die Atmosphäre aufzusaugen,“ so Filimon optimistisch vor dem ersten Antreten.

Guter Kampf gegen Favoriten

Filimon trat am Sonntagabend gegen den dänischen Top-Spieler Anders Antonsen an und verlor das Match in zwei Sätzen. Trotz der Niederlage zeigte er besonders im zweiten Satz eine starke Leistung und konnte den Favoriten in Bedrängnis bringen. „Ich bin zufrieden mit meiner Leistung im zweiten Satz. Es war wichtig, gegen einen so starken Gegner zu zeigen, was ich kann,“ erklärte Filimon nach dem Spiel. „Der zweite Gegner ist ein ungesetzter Spieler aus Indonesien, der für Aserbaidschan spielt. Collins hätte stärkere, aber auch schwächere Gegner bekommen können. Dennoch sehen wir realistische Chancen, sich in dieser Begegnung durchzusetzen“, hofft sein Trainer Peter Zauner auf eine Leistung wie im zweiten Satz gegen den Dänen.

Das Spiel steht am Montag (nach Redaktionsschluss) auf dem Programm. Nur der Gruppenerste steigt in das Viertelfinale auf, was die Herausforderung für Filimon zusätzlich erhöht. „Dabei sein ist alles“ lautet der olympische Gedanke, doch Filimon hat klare Ziele: „Ich werde mein Bestes geben und versuchen, meine Chancen zu nutzen, um vielleicht die Gruppe zu überstehen und weiterzukommen.“

Vorbereitung unter optimalen Bedingungen

Nach der Qualifikation für die Spiele in Paris wurde Filimons Trainingsplan angepasst. Ein Reha-Block im Olympiazentrum OÖ in Linz half, eine Sehnenreizung im Knie komplett auszuheilen. Danach folgte intensives Training, unter anderem mit dem dänischen Top-Spieler Hans Kristian Vittinghus – der ehemaligen Nummer Acht der Welt – und dem finnischen Olympiateilnehmer Kalle Koljonen.

Seit dem 22. Juli befindet sich Filimon im olympischen Dorf in Paris und trainiert täglich Badminton sowie in der Kraftkammer. „Es ist wichtig, so oft wie möglich in der Wettkampfhalle zu trainieren,“ erklärt Filimon. „Es ist eigentlich eine Basketball-Halle, die für 8.000 Zuseher Platz bietet. Wir haben versucht uns so schnell wie möglich an die Gegebenheiten in der Halle zu gewöhnen. Die Bälle sind eher langsam und werden von einem leichten Seitenwind beeinflusst, der sich täglich ändern kann. Sich auf diese Bedingungen einzustellen, ist für einen Badminton-Spieler das Wichtigste.“

Zufrieden trotz Herausforderungen

Für Filimon ist die Teilnahme an den Olympischen Spielen bereits ein großer Erfolg. Doch der junge Athlet blickt nach vorne und strebt danach, seine Chancen bestmöglich zu nutzen. „Wenn ich meine Matches genießen und die Atmosphäre aufsaugen kann, bin ich zufrieden. Alles, was darüber hinausgeht, wäre ein riesiger Erfolg.“

Bitteres Aus für Reiterin Lea Siegl aus Hagelsberg

Äußerst unglücklich und abrupt endete hingegen das Olympia-Abenteuer für Vielseitigkeitsreiterin Lea Siegl aus Hagelsberg. Ihr Pferd DSP Fighting Line kam völlig unerwartet nicht durch den obligatorischen veterinärmedizinischen Check. Damit enden für sie die Spiele bereits.


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