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LINZ-LAND. Höhere Mieten, mehr Wohnungssuchende, weniger Förderungen: Der SPÖ-Landtagsklub will mit seiner aktuellen Kampagne auf die Probleme am Wohnungsmarkt aufmerksam machen. SPÖ-Klubchef Christian Makor machte dazu am 10. April auch Halt im SPÖ-Bezirksparteibüro in Traun.

  1 / 2   SPÖ-Klubchef Christian Makor (re.) machte mit der Kampagne Halt im SPÖ-Linz-Land-Bezirksbüro in Traun. Mit Bezirksparteiobmann Hermann Krist (li.) und Bezirksfrauenvorsitzender Renate Heitz präsentierte er die Forderungen. Foto: SPÖ Linz-Land

Seit 2002 ist der Bezirk Linz-Land von 129.754 auf 150.285 Einwohner gewachsen. Das ist ein Plus von knapp 16 Prozent. Der Bezirk Linz-Stadt ist im gleichen Zeitraum um knapp 13 Prozent gewachsen, das Bundesland Oberösterreich um 7,5 Prozent.

Mit dem Einwohnerwachstum ist auch der Bedarf an Wohnungen gestiegen. Allein im Bezirk Linz-Land haben im Vorjahr 2.478 Personen oder Familien eine Wohnung gesucht. Das sind 5,4 Prozent am Landesbedarf. In Linz gibt es mit 27.806 Personen die meisten Wohnungssuchenden, wie Zahlen des Landes OÖ zeigen. In ganz Oberösterreich sind 46.000 Personen auf Wohnungssuche.

Die meisten Wohnungen in Linz-Land wurden 2018 in Leonding gesucht (883), die zweitmeisten in Traun (389). In Ansfelden werden 223 Wohnungen gesucht, in Enns 221. Das zeigen die Zahlen des Wohnbau-Ressorts des Landes OÖ in einer Beantwortung einer Anfrage des SPÖ-Landtagsklubs im März.

Selbst Ansfelden, das laufend neue Wohnbauten bekommt, derzeit etwa in Haid, spüre die Wohnungsnot. Vor allem alleinerziehende Frauen oder Pensionistinnen leiden unter steigenden Mieten, betont die Ansfeldner Vizebürgermeisterin Renate Heitz.

Kritik an Wohnbeihilfe

Die Wohnungsnot sei auf unterschiedliche Faktoren zurückzuführen, so der SPÖ Landtagsklub. Besonders stark kritisiert die SPÖ das Wohnbeihilfen-System des Landes OÖ unter Wohnbaulandesrat Manfred Haimbuchner (FPÖ): Seit Jahren darf eine Wohnung maximal sieben Euro pro Quadratmeter kosten, damit man Wohnbeihilfe bekommt.

In Linz-Land lag die Miete 2018 im Schnitt bei 7,3 Euro - und das ohne zehn Prozent Umsatzsteuer und Betriebskosten von durchschnittlich zwei Euro pro Quadratmehter. Die Zahlen hat die SPÖ dem Immobilienpreisspiegel 2018 der WKO entnommen. Im Zentralraum sei es also kaum möglich, eine geeignete Wohnung zu finden, für die man Wohnbeihilfe bekommt.

2009 hat das Land 83,6 Millionen Euro an Wohnbeihilfen ausgezahlt, 2018 waren es weniger als 56,4 Millionen Euro. Die Obergrenze für Wohnbeihilfe müsse zumindest an die allgemeine Teuerung habe Seit 2009 habe das Land OÖ um ein Drittel weniger Wohnbeihilfe ausgezahlt, weil immer weniger Personen förderungswürdig seien, sagt Christian Makor. 

„Das ist Beihilfenraub am sogenannten 'kleinen Mann'“, sagt Krist. Die Obergrenze für Wohnbeihilfe müsse zumindest an die allgemeine Teuerung angepasst werden. 

Weitere Forderungen

„Wohnen ist ein Grundrecht“, sagt Christian Makor, „deshalb darf der Wohnungsmarkt auch nicht offen sein für Spekulationen.“

Die SPÖ fordert eine Mietbremse: Die Mieten sollen nicht stärker ansteigen als die Inflation. Die Mieten seien im zeitraum 2009 bis 2019 doppelt so stark angestiegen wie die allgemeine Inflation, rechnet die SPÖ vor.

Das Mietrecht auf Bundesebene soll so geändert werden, dass Vermieter nicht zahllose Zuschläge verrechnen dürfen. Dafür will sich Bezirksparteiobmann und Nationalrat Hermann Krist einsetzen. Eine Mietbremse solle dafür sorgen, dass die Wohnungsmieten nicht stärker ansteigen als die allgemeine Teuerung.

Die SPÖ pocht zudem auf mehr gemeinnützigen Wohnbau. Das Land OÖ plant für 2019 Investitionen von 278 Millionen Euro in den gemeinnützigen Wohnbau. „Das ist um mehr als zehn Prozent weniger als im Durchschnitt der Jahre 200 bis 2010. Die Baukosten sind in der Zwischenzeit aber stark gestiegen. Das Geld für eine Wohnbauoffensive von zumindest 1.000 zusätzlichen Mietwohnung ist da“, sagt Makor.


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