„Müssen zusammenhelfen und zusammenarbeiten“
TRAUN. Obwohl die Corona-Situation manche Projekte in Traun etwas verzögerte, wird viel in die Infrastruktur investiert und zahlreiche Projekte stehen vor der Realisierung. Tips hat sich mit Bürgermeister Rudolf Scharinger unterhalten.

Tips: Corona hält uns länger in Atem, als wir das im Frühjahr gehofft hatten. Welche besonderen Herausforderungen sehen Sie in der nächsten Zeit auf die Stadt zukommen?
Rudolf Scharinger: Momentan steigen die Infektionszahlen wieder besorgniserregend an. Unsere Herausforderungen sind die gleichen geblieben: Wir müssen die Gemeindeinfrastruktur für die Bevölkerung aufrechterhalten und gleichzeitig die Mitarbeiter der Stadtverwaltung bestmöglich schützen. Wir müssen zusammenhelfen und zusammenhalten – nur gemeinsam und wenn wir aufeinander schauen, überstehen wir die Krise möglichst gut.
Tips: Besonders die Schulen sind von der Corona-Situation betroffen. Wie kann die Stadt hier für die Kinder in den Betreuungseinrichtungen ein möglichst hohes Maß an „Normalität“ gewährleisten?
Scharinger: Die Unterrichtsorganisation und die Pädagogik unterliegen der OÖ Bildungsdirektion, d.h. darauf haben wir keinen Einfluss. Als Schulerhalter haben wir allerdings erhebliche finanzielle Mittel aufgewendet, um die notwendige „Schutzausrüstung“ wie Desinfektionsmittel und -spender, spezielle Reiniger, Handschuhe oder auch Mund-Nasen-Schutz für Kinder usw. zu beschaffen.
Tips: Zuletzt wurde der Kindergarten St. Martin saniert. Sind noch weitere Modernisierungsmaßnahmen in Kinderbetreuungseinrichtungen geplant?
Scharinger: Viele städtische Gebäude, in denen Kinderbetreuungseinrichtungen untergebracht sind, sind in die Jahre gekommen. Deshalb werden laufend Sanierungsmaßnahmen durchgeführt, um die Betreuungsumgebung für die kleinen Traunerinnen und Trauner so angenehm wie möglich zu gestalten.
Tips: In den letzten Monaten wurde dennoch viel in die Infrastruktur investiert. Wie ist der Status bei aktuellen Projekten wie dem Stadtteilzentrum St. Dionysen oder dem Graumann-Viertel?
Scharinger: Der Spatenstich für das Stadtteilzentrum St. Dionysen erfolgt Mitte November. Beim Graumann-Viertel ist man, laut Auskunft der Projektanten, in Endverhandlungen mit den Baufirmen und wenn es Corona zulässt, wird noch heuer mit den Bauarbeiten gestartet.
Tips: Die Sanierung des Sportzentrums musste im Frühjahr etwas verschoben werden. Konnte hier bereits mit den Arbeiten begonnen werden?
Scharinger: Aufgrund der zu erwartenden hohen Einnahmeausfälle musste die Finanzierung neu überdacht werden. Doch die Arbeiten werden nun Anfang des nächsten Jahres starten.
Tips: Traun steht auch für ein reges Kulturleben, das von der Krise stark betroffen ist. Musste man hier als Stadt bereits unterstützend eingreifen? Was für Lösungen kann man auch für in Schwierigkeiten geratene Vereine anbieten?
Scharinger: Die Krise wird an Niemandem spurlos vorbeigehen, auch nicht an den Vereinen, die momentan wenig bis keine Einnahmen haben. Bisher gab es jedoch diesbezüglich noch keine Anfragen. Aber wir werden bei Bedarf individuelle Unterstützungsmöglichkeiten suchen und finden.
Tips: Welche Auswirkungen hätte ein neuerlicher „Lockdown“ (bzw. weitere Verschärfungen der Maßnahmen im Herbst und Winter) für die finanzielle Lage der Stadt?
Scharinger: Alleine in diesem Jahr haben wir als Stadt Traun bereits rund 4,4 Millionen Euro Einnahmeausfälle zu verzeichnen. Bis 2025 werden diese Einnahmeausfälle auf insgesamt rund neun Millionen Euro anwachsen. Diese finanziellen Mittel fehlen uns für wichtige Investitionen in die Gemeindeinfrastruktur, die der Trauner Bevölkerung zugute kommt. Bund und Land müssen den Gemeinden hier unter die Arme greifen und für den Ersatz dieser finanziellen Mittel sorgen.


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