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LEONDING. Bürgermeisterin Sabine Naderer-Jelinek war selbst bis vergangene Woche an Covid-19 erkrankt. Im Gespräch mit Tips spricht sie über die Corona-Situation in Leonding, Neuigkeiten bezüglich des Westbahnausbaus und Schritte der Stadt zu noch mehr Klimaschutz.

Bürgermeisterin Sabine Naderer-Jelinek (Foto: Derflinger)
Bürgermeisterin Sabine Naderer-Jelinek (Foto: Derflinger)

Tips: Ist Leonding auf den zweiten Lockdown vorbereitet?

Sabine Naderer-Jelinek: Wir haben die letzten Monate im Gegensatz zur Regierung genutzt und uns auf die zweite Welle – die klar war, dass sie kommen wird – und die jetzige Situation sehr gut vorbereitet. Wir agieren sehr viel kurzfristiger als im Frühjahr, haben mehrere Szenarien ausgearbeitet und reagieren dort, wo es nötig ist. Insofern ist die Lage derzeit schon ernst, aber wir haben sie sehr gut unter Kontrolle.

Tips: Wie ist die Situation in den Betreuungseinrichtungen?

Naderer-Jelinek: Wir hatten in den Pflegeheimen positiv getestete Fälle, das war bei uns in Leonding so etwas wie der Start in die zweite Welle. Die Bezirkshauptmannschaft hat aber gut reagiert, die Einrichtungen geschlossen und rasch getestet, um möglichst schnell Gewissheit zu haben und die Risikogruppe schützen zu können.

Tips: Welche Maßnahmen hat Leonding getroffen?

Naderer-Jelinek: Wir haben in den Kinderbetreuungseinrichtungen, der Feuerwehr und im Stadt- sowie Bürgerservice dafür gesorgt, dass das Personal mit guten Masken ausgestattet sind. Gemeinsam mit Doktor Fridrik, der auch bei den Lagebesprechungen dabei ist, forcieren wir aktuell das Thema Schnelltests.

Tips: Zum Thema Westbahnausbau gab es zuletzt Gespräche mit dem zuständigen Ministerium. Was kam dabei heraus?

Naderer-Jelinek: Wir haben die Möglichkeit genutzt, nachdem dort jetzt neue Leute am Werken sind, ein paar Themen richtigzustellen, die aus unserer Sicht falsch kommuniziert wurden – wie etwa die Kosten des Projektes, da wird noch immer von 160 Millionen Euro gesprochen, die Kostenschätzung geht aber von 85 Millionen Euro aus. Das haben wir der Ministerin noch einmal mitgegeben, weil wir den Eindruck haben, dass hier mit falschen Zahlen operiert wird. Es gibt auf jeden Fall die Hoffnung auf eine konstruktive Gesprächsbasis. Wie weit ein Entgegenkommen da sein wird, kann ich aber nicht beurteilen.

Tips: Wie schaut der weitere Fahrplan diesbezüglich aus?

Naderer-Jelinek: Wir haben einen Mitarbeiter eingestellt, der die technischen Themen bei uns im Haus koordiniert und sich auch mit der ÖBB bespricht, um hier Lösungen zu finden. Diese Woche wird es eine Strategierunde geben, um sich mit den weiteren Schritten zu befassen. Wir werden jedenfalls die Kommunikation zum Nationalrat und zu den handelnden Personen im ÖBB-Aufsichtsrat verstärken.

Tips: Wie sieht es mit der Bewerbung zum Gymnasium aus?

Naderer-Jelinek: Da sind wir gemeinsam mit der Standortagentur dabei, eine inhaltliche Gestaltung für das Gymnasium zu erstellen. Die Entscheidung darüber fällt im Frühjahr 2021. Wir bereiten uns jetzt schon darauf vor, dass wir sofort in die Umsetzung starten könnten. Mein persönliches Ziel wäre, dass wir das innerhalb der nächsten fünf Jahre realisieren können.

Tips: Welche Schwerpunkte werden demnächst im Umwelt- und Klimaschutz gesetzt?

Naderer-Jelinek: Wir haben uns jetzt über die Standortagentur für einen Klima- und Energiemanager – gemeinsam mit Wilhering und Kirchberg-Thening – beworben. Da hoffen wir auf die Zusage noch Ende dieses Jahres. Das wäre für die Region – besonders mit dem Kürnberg der uns verbindet – etwas Einzigartiges. Der könnte von Kleinstinitiativen bis hin zum Thema Energiegenossenschaft oder ähnliches durchaus etwas weiterbringen. Sofern wir den Energiemanager bekommen, haben wir zudem beschlossen eine Klimaanpassungsstrategie für Leonding machen zu lassen. Das sind zwei wichtige Meilensteine für mich, die auch im Großen etwas bewirken.


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