Weihnachtseinkauf: „Gutes Geschäft, aber die Stimmung fehlt einfach“
BEZIRK LINZ-LAND. Nach dem harten Lockdown konnte der stationäre Handel vergangene Woche endlich wieder seine Pforten öffnen. Befürchtete Massenansammlungen sind seither zum Glück ausgeblieben. Tips hat nachgefragt, ob das Weihnachtsgeschäft 2020 dabei noch zu retten ist.

Gemütliches Bummeln in der Vorweihnachtszeit verbunden mit einem Treffen beim Essen mit Freunden. Anschließend, wenn es dunkel wird, vielleicht noch ein Einkehrschwung beim Punschstand und eine wunderbar duftende Maroni-Tüte darf auch nicht fehlen. Träumen darf man noch und sich erinnern. Denn heuer sind die Bilder völlig andere. In den Einkaufszentren herrscht zwar reges Treiben, große Ansammlungen von Leuten gibt es nicht. Dafür sorgen auch die dafür eingesetzten Sicherheitsdienste. „Das Wachdienstpersonal ist da, um darauf zu achten, dass die Maßnahmen, wie Masken tragen und Mindestabstände, eingehalten werden. Bisher gab es aber noch keinen einzigen Zwischenfall bei uns. Die Leute halten sich an die Regeln“, berichtet der Haid-Center-Manager Johann Koini.
Gezieltes Einkaufen ohne Bummeln
Grundsätzlich sei man mit dem Geschäft zufrieden. „Es ist ein bisschen schwächer als im Vorjahr. Der Kunde kommt zu uns, kauft ein und ist dann wieder weg. Die Schauer und Bummler gibt es nicht, aber das ist bei uns eigentlich generell so, weil wir ein Autofahrer-Standort sind. Was spannend ist, dass bei uns in diesem Jahr seit dem ersten Lockdown die Frequenz gestiegen ist und da gehören wir wahrscheinlich zu den wenigen. Die Leute fühlen sich anscheinend wohl bei uns“, erklärt Koini. Auch die fehlende Möglichkeit, in den Lokalen einzukehren, ist für die Haid-Center-Kunden kein Gegenargument. „Wir haben generell nicht so viel Gastronomie wie andere Einkaufszentren. Die Lokale bieten aber natürlich Speisen und Getränke zum Mitnehmen an, was auch gut angenommen wird.“
Ähnlich zeigt sich das Bild in der PlusCity in Pasching. „Das vergangene Einkaufswochenende hat sich aus unserer und aus Sicht der meisten Händler ganz ordentlich entwickelt, wobei die Umsätze und Besucherfrequenzen − teilweise knapp − unter dem Vorjahr liegen. Unter Berücksichtigung des zweiten Lockdowns liegen wir aber natürlich unter dem Vorjahr“, berichtet Geschäftsführer Thomas Heidenhofer. „Der Vorteil für die Besucher der PlusCity ist heuer, dass sie insbesondere an den Wochentagen in entspannter und stressfreier Atmosphäre einkaufen gehen können – die Weihnachtshektik der vergangenen Jahre ist weggefallen −, es geht heuer deutlich entspannter zur Sache.“
Kürzere Verweildauer und Essen vom Take-Away
Die geschlossene Gastronomie begünstige natürlich eine deutlich kürzere Verweildauer, da der beliebte Kaffee oder das Mittag- oder Abendessen heuer leider entfallen müssen. „Viele nützen aber das „Take Away“-Angebot unserer beliebten Restaurants und nehmen sich was mit.“ Koini stellt fest, wenn auch grundsätzlich die Stimmung in den Geschäften gut ist, das Weihnachtsflair fehle trotzdem heuer. „Weihnachtslieder reichen da nicht aus, die Vorfreude auf Weihnachten ist heuer einfach gedämpft. Auch wenn sie eingehalten wird, aber auch die Maskenpflicht mag keiner. Hoffen wir, dass wir das alles bald hinter uns haben und wieder alles normal wird.“


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