Internorm blickt trotz Corona optimistisch in die Zukunft
TRAUN. Die Internorm International GmbH bestätigte im herausfordernden Geschäftsjahr 2020 die Vorjahresergebnisse und verstärkte damit weiterhin ihre europaweite Markenführerschaft. Der österreichische Fenster- und Türenhersteller legte im Auftragseingang um 1,5 Prozent zu und erreichte mit 368 Millionen Euro beinahe den Umsatz aus dem Vorjahr (371 Millionen).

Ein entscheidender Stabilitätsfaktor für Internorm ist die 100% Made in Austria-Philosophie, wodurch die Lieferketten auch während der Pandemie vollständig aufrechterhalten wurden. Internorm verbuchte 2020 in allen drei deutschsprachigen Märkten Zuwächse. Im Heimatmarkt Österreich legte der Trauner Fensterhersteller um 3,5 Prozent beim Auftragseingang zu. Sowohl mengen- als auch wertmäßig hat Internorm damit in Österreich seine Marktführerschaft ausgebaut.
Im DACH-Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz) verzeichnete Internorm eine Umsatzsteigerung von 2,2 Prozent und im Auftragseingang von 5,8 Prozent mit konstanten Zuwächsen. Vor allem in Deutschland konnte Internorm mit einer Umsatzsteigerung von knapp sieben Prozent die Marktanteile weiter ausbauen. Die von den Folgen der Corona-Pandemie – auch wirtschaftlich – stark betroffenen Länder wie Italien, Frankreich und UK verzeichneten hingegen Umsatzrückgänge zwischen vier und 14 Prozent, da vor allem im Frühling 2020 nahezu alle wirtschaftlichen Tätigkeiten zum Erliegen kamen.
„Wir sind sehr froh, dass wir als Familienunternehmen in einem herausfordernden Jahr Stabilität bewiesen haben. Dank unserer 100 Prozent Made in Austria-Strategie und der damit einhergehenden hohen Lieferunabhängigkeit, konnten wir unsere Position als Europas führende Fenstermarke festigen. Durch die Corona-Pandemie rückten Themen wie Wohnkomfort, Energieeffizienz und Wohngesundheit in den Fokus, die sich in verstärkten Sanierungstätigkeiten widerspiegeln“, sagt Internorm-Geschäftsführer Marketing und Vertrieb Johann Brandstetter.
Fenstermarkt wieder im Aufschwung
Neben der verstärkten Sanierungsbereitschaft sind die Prognosen auch im Neu- und Objektbau für den europäischen Fenstermarkt laut aktuellen Branchenstudien wieder positiv. Nach einer pandemiebedingten Stagnation 2020 wird für das laufende Geschäftsjahr im DACH-Raum ein Wachstum von 4,4 Prozent vorhergesagt, für 2022 rund 3,4 Prozent. Die ersten Indikatoren des laufenden Geschäftsjahres bei Internorm sind ebenfalls vielversprechend: In den ersten drei Monaten stiegen die Umsatzzahlen im Vorjahresvergleich um rund 16 Prozent, der Auftragseingang verzeichnete einen Zuwachs von rund 19 Prozent. Die Exportquote von Internorm lag 2020 wie im Vorjahr bei 58 Prozent. Aufgrund eines pandemiebedingten temporären Produktionsrückganges blieb der Gesamtumsatz mit 368 Millionen im Vergleich zu 371 Millionen Euro im Jahr 2019 nahezu unverändert.
32 Millionen Investitionspaket geplant
Um für die weiteren Herausforderungen der Zukunft gerüstet zu sein, plant Internorm für das Geschäftsjahr 2021 ein umfassendes Investitionspaket von 32 Millionen Euro in Anlagen, Produktinnovationen und Digitalisierungsmaßnahmen. „Mit unserer hohen Eigenkapitalquote sind wir in einer guten Ausgangslage, um antizyklisch zu investieren und anschließend durchstarten zu können. Wir sind in der glücklichen Lage, dabei nicht auf Banken angewiesen zu sein. In Zeiten wie diesen zahlt sich die Strategie, das Geld im Unternehmen zu belassen, aus“, so Internorm-Miteigentümer und Unternehmenssprecher Christian Klinger. Knapp zwölf Millionen Euro sind dabei für die Erweiterung des Werks in Sarleinsbach geplant, welches die regionale Wertschöpfung von Internorm weiter erhöhen wird.
Mit thermischer Sanierung Klimawende unterstützen
Großes Potenzial sieht Internorm im Bereich der thermischen Gebäudeoptimierung und fordert daher einfache und leicht zugängliche Fördermaßnahmen, die gleichzeitig ausreichend und langfristig dotiert sind. Dem österreichischen Förderbudget für thermische Sanierung bis 2022 in Höhe von 650 Millionen Euro stehen laut aktuellen Schätzungen drohende Strafzahlungen von acht bis neun Milliarden Euro im Jahr 2030 gegenüber. Eine Steigerung der Sanierungsquote und die damit einhergehenden CO2-Reduktionen würden diese Strafzahlungen durch eine Verfehlung der Klimaziele für Österreich entscheidend verringern.
„Österreich muss in die Zukunft investieren, anstatt Geld durch Strafzahlungen zu verheizen. Jeder Euro, der in die Gebäudesanierung investiert wird, kommt mehrfach zurück. Sei es durch Steuern und Abgaben oder durch vermiedene Strafzahlungen und geringeren Energieverbrauch. Zudem fließen bei der thermischen Sanierung rund 90 Prozent in die regionale Wertschöpfung, was unsere krisengebeutelte Wirtschaft derzeit dringend benötigen würde“, erklärt Internorm-Miteigentümer Christian Klinger.
„Potenzial gibt es mehr als genug, die Ziele sind definiert, aber die Politik muss endlich in Schwung kommen. Corona darf keine Ausrede für das Nicht-Erreichen der Klimaziele sein. Was wir brauchen sind zielgruppengerechte, langfristig ausgerichtete und schnell wirkende Förderungen. Es gibt in Krisenzeiten kaum einen einfacheren Hebel, um die Wirtschaft mit regionaler Wertschöpfung anzukurbeln und gleichzeitig mit sinnvollen Investitionen im Bereich Klimaschutz voranzukommen.“


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