Bündnis für Arbeit und soziale Gerechtigkeit Linz-Land weist mit Plakataktion auf den Tag der Arbeitslosen hin
BEZIRK LINZ-LAND. Am 30. April ist der Tag der Arbeitslosen, am 1. Mai der Tag der Arbeit. Die Corona-Krise hat die bisher schon existierenden Ungleichheiten in der Gesellschaft und Wirtschaft im letzten Jahr noch deutlich verschärft. Das Bündnis für Arbeit und soziale Gerechtigkeit Linz-Land wird schwerpunktmäßig mit einer Plakataktion in Traun auf den Tag der Arbeitslosen hinweisen und in den Einrichtungen mit Betroffenen ins Gespräch treten.

Das Bündnis für Arbeit und soziale Gerechtigkeit Linz-Land (bestehend aus ÖGB LL, AK LL, Treffpunkt mensch & arbeit Nettingsdorf, iab, FAB, BABSI, streetwork, X-Treff, Wohnen im Dialog, Pfarren Traun, AMS LL, itworks, proaktiv, c´mon 17, ReKI, Regionalcaritas) trägt ebenso Mitverantwortung für die Absicherung arbeitsloser Menschen wie für menschenwürdige Arbeitsplätze und eine faire, gerechte Bezahlung. Die Pandemie dauert schon über ein Jahr, massive Arbeitslosigkeit und die Langzeitarbeitslosigkeit haben sich verfestigt, viele Menschen sind schon sehr lange Zeit in Kurzarbeit. Sie alle müssen mit viel weniger auskommen. Ihre Sorgen haben in der Krise deutlich zugenommen, viele auch in existentielle Not gebracht.
Problematisch für Jugendliche
„Die derzeitigen Umstände erschweren es unseren Jugendlichen ungemein im Berufsleben Fuß zu fassen. Es gibt nur wenige Möglichkeiten zu schnuppern, oder sie dürfen Aufnahmetests häufig nur online machen. Ganze Branchen können wegen der Schließungen derzeit keine Lehrstellen mehr anbieten wie die Gastronomie,“ so Alex Schinko vom Jugendzentrum Xtreff und Viktoria Wimhofer von Streetwork Linz-Land/Traun und Ansfelden. „Einige Jugendliche sind natürlich auch betroffen vom Verlust der Lehrstelle durch Firmenschließung, von Kurzarbeit und den damit verbundenen Schwierigkeiten beim Zurückfinden in einen regulären Arbeitsrhythmus.“
Arbeitsplätze trotz Krise
Arbeitslosigkeit wirft für jede und jeden andere Probleme auf. Bewerbungsprozesse dauern wesentlich länger, Firmen warten ab mit Zusagen und Einstellungen. „Sehr gut ausgebildete und erfahrene Personen kommen nicht zum Zug, weil sie zu teuer sind, und selbst wenn sie sich bereit erklären, für weniger zu arbeiten, wird ihnen abgesagt. Personen ohne Ausbildung im Anlernbereich haben gerade weniger Chancen, weil viele Produktionsbetriebe in Kurzarbeit sind. Aber auch in der Krise finden Personen Arbeit, die sehr gut passt und nicht nur eine Notlösung ist“, so Barbara Schwarz vom iab.
Leistbares Leben
In der Pflege, der Reinigung und im Handel sei zunehmend eine Überlastung spürbar, eine höhere Entlohnung sei hier dringend notwendig. Durch die Krise wurden vielfach noch psychische Belastungen verstärkt. Auch Arbeitszeitverkürzung und Umverteilung der Arbeit und des vorhandenen Reichtums seien ein Gebot der Stunde, ebenso die Senkung und Deckelung der Mieten. „Das Leben muss leistbar und gesichert sein, ohne tagtäglich um die eigene Existenz fürchten zu müssen,“ fasst Fritz Käferböck-Stelzer vom Treffpunkt mensch & arbeit Nettingsdorf zusammen.


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