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LINZ-LAND. Viele Bankinstitute im Bezirk fahren sukzessive ihre Serviceleistungen herunter, beschränken die Öffnungszeiten oder schließen überhaupt die ganze Filiale. Die Städte und Gemeinden sind daher gefordert, die Versorgung mit Bankdienstleistungen weiterhin für die Bevölkerung zu gewährleisten. In Ansfelden ist die Situation aktuell dramatisch, aber auch in kleineren Gemeinden ist Handlungsbedarf gegeben.  

Ansfeldens Bürgermeister Christian Partoll geht gegen die Situation vor. (Foto: Stadt Ansfelden/Gregor Kraftschik)

Knapp 19.000 Menschen leben in der Stadtgemeinde Ansfelden, fast die Hälfte davon im Stadtteil Haid. Seit dem vergangenen Jahr ist jedoch das Angebot einer entscheidenden Dienstleistung in den Augen vieler Bürger annähernd zusammengebrochen. Gleich drei große Bankinstitute haben ihre Pforten für immer und fast gleichzeitig geschlossen. „Vollkommen unabgestimmt und mit keinerlei Mit- beziehungsweise Rücksprache mit der Stadt. Während man für Filialschließungen in kleinen Gemeinden noch Verständnis haben könnte, sind Schließungen in Städten unserer Größenordnung vollkommen unverständlich und unangebracht“, ärgert sich Ansfeldens Bürgermeister Christian Partoll.

Stadt wird selbst tätig

Wie schon im Stadtteil Freindorf wird nun auch in Nettingsdorf nach der Filialschließung ein von der Stadt in Auftrag gegebener Geldautomat installiert. „Wir und unsere Bürger wurden hier einfach im Regen stehen gelassen. Immer mehr Aufgaben müssen hierbei Städte und Gemeinden übernehmen. Hier wird, wie überall, von oben nach unten delegiert beziehungsweise Probleme verschoben. Ich bin mittels Rundschreiben aktiv auf Bankinstitute zugegangen. Einige Gespräche konnte ich schon führen, bei denen die Bankinstitute auch ihr Interesse an einem Standort in Haid bekundeten. Wenn ich jedoch lese, dass bis 2023, 40 Prozent der Filialen verschwinden sollen, darf man sich hier im ganzen Land große Sorgen machen. Auch das Land und der Bund sind gefordert. So müsste zum Beispiel das Land OÖ über ihre HYPO Landesbank für die Versorgung mit Bankfilialen sorgen, um auch den älteren Menschen in diesem Land die Bankgeschäfte zu ermöglichen. Einfach nichts zu tun und die Menschen im Regen stehen zu lassen ist hier klar der falsche Weg auch die zukünftigen Probleme zu lösen“, so Partoll.

Versuch zur Erhaltung

Oftering war vor zwei Jahren in der Situation, dass die Bank geschlossen hat. Nicht einmal ein Standort für einen Bankomaten im Ort konnte erhalten bleiben. „Ich bin wirklich sehr froh, dass es gelungen ist, dass man in Hochi’s Laden immerhin 200 Euro abheben kann. Das ist besonders für die älteren Menschen im Ort eine echte Hilfe“, so Bürgermeisterin Margit Angerlehner. „Natürlich gehen die Leute nicht mehr so oft auf die Bank. Vieles passiert online und gerade die Pandemie hat auch das bargeldlose Bezahlen forciert. Aber, wenn einmal alles weg ist, ist das Zurückholen meist mit großen Kosten verbunden“, weiß Angerlehner aus leidvoller Erfahrung.

Hörsching kämpft

Auch Bürgermeister Klaus Wahlmüller sieht sich derzeit in Hörsching mit der Situation konfrontiert, dass die Bank eine örtliche und personelle Bündelung der Standorte in der Region seit mehr als einem Jahr plant und es daher zu einer Reduzierung der Dienstleistungen gekommen war. Im August 2021 wurden bereits die Schalteröffnungszeiten geändert. „Nichtsdestotrotz konnte ich erreichen, dass im Jänner 2022 an Montag- und Donnerstagvormittagen je ein Mitarbeiter zu den Filialöffnungszeiten vor Ort war, um den Kundinnen und Kunden bei etwaigen Unsicherheiten oder Fragen persönlich zur Seite zu stehen. Es geht nun darum, den Selbstbedienungsstandort in Hörsching dauerhaft zu sichern. Das ist mir ein Anliegen, darum werde ich mich bemühen und dafür werde ich weiterhin verantwortungsvolle Gespräche führen.“


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