Preissteigerungen und verlängerte Lieferzeiten setzen der Baubranche zu

Hits: 263
David Ramaseder Tips Redaktion David Ramaseder, 24.05.2022 12:17 Uhr

LINZ-LAND. Die oö. Bauwirtschaft ist aktuell mit großen Herausforderungen konfrontiert. Sie hat der Krise auch im zweiten Coronajahr getrotzt. Seit dem Angriff auf die Ukraine sind viele Bauunternehmen mit deutlichen Preissteigerungen und Lieferverzögerungen bei vielen Baustoffen konfrontiert. Tips hat bei Baufirmen im Bezirk nachgefragt, wie bedrohlich die Lage aktuell ist.

„Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine und den weltweiten Sanktionen gegen Russland ist die Welt eine andere und insbesondere die Baubranche ist davon stark betroffen“, klagt Landesinnungsmeister Norbert Hartl. Bereits Anfang April war ein signifikanter Anstieg der Preise etwa bei Stahl erkennbar. Laut Wirtschaftsvereinigung Stahl ist die EU mit einem Anteil von 30 Prozent an den Ausfuhren die größte Abnehmerregion für Stahl aus Russland, der Ukraine und Weißrussland.

Michael Schöller, Geschäftsführer der Schöller Bau GmbH, berichtet ebenfalls von massiven Preissteigerungen: „Das fing schon im Jänner 2021 an, als über Nacht der Baustahl um 40 Prozent teurer wurde. Darauf folgten Preissteigerungen beim Bauholz und beim Ziegel.“ Verantwortlich für die steigenden Preise bei den Baumaterialien ist seiner Meinung nach die Corona-Kurzarbeit. Trotz vieler Aufträge konnten die Lieferanten nicht mehr produzieren, was am Markt zu einer Materialverknappung führte.

Gute Auftragslage

Grundsätzlich gehe es der Branche gut, problematisch seien jedoch die Lieferzeiten, so Christoph Wöhrer, Geschäftsführer der Wöhrer Baugesellschaft mbH aus Traun. „Aufträge sind genügend vorhanden, müssen aber teilweise kurzfristig verschoben werden, weil sich die Lieferungen verzögern. Das macht eine Planbarkeit aktuell schwierig.“ Das unterstreicht auch Michael Schöller: „Was früher über Nacht kam, dauert nun Wochen. Besonders lange Lieferzeiten gibt es beim Ziegel.“ Aber nicht nur Klein- und Mittelbetriebe, sondern auch Großbetriebe seien von langen Lieferzeiten betroffen.

Verschärfte Situation ab Juli

Bei privaten Bauvorhaben sind die Preissteigerungen schon jetzt ein massives Problem. „Kunden sagen Aufträge oft ab, weil die Preise so stark angestiegen sind und die Preisentwicklung so unsicher ist. Genossenschaften vergeben keine Aufträge an die Baufirmen, weil die Wohnungen vielleicht zu teuer werden und sie darauf sitzen bleiben könnten“, erklärt Schöller. Die Schöller Bau GmbH, die sonst acht bis zehn Einfamilienhäuser pro Jahr baut, hat heuer noch kein einziges verkauft. Auch Kleinbaustellen wie der Garten- und Poolbau gehen zurück.

Von Absagen ist der Trauner Bauunternehmer Wöhrer derzeit noch nicht betroffen. Er befürchtet jedoch eine Zuspitzung der Situation – besonders im Privatbereich, weil es dann für viele schwieriger werden wird, einen Kredit zu bekommen. Ab Juli wird ein Eigenkapitalanteil von 20 Prozent Pflicht. Für Kreditnehmer bedeutet das, dass sie höhere Sicherheiten vorweisen bzw. mehr Erspartes mitbringen müssen.

Sofortmaßnahmen gefordert

„Ich würde mir erwarten, dass bei den Treibstoff- und Energiekosten vom Staat schnell eingegriffen wird. Schnelle und unbürokratische Sofortmaßnahmen wären dringend notwendig. Jeder Unternehmer versucht natürlich, die höheren Preise weiterzugeben. So könnte man alle etwas entlasten“, so Christoph Wöhrer, der sonst keine Besserung der Situation erwartet, „solange der Krieg andauert bzw. die Sanktionen aufrecht sind“. Schöller befürchtet, dass es im Herbst zum großen Einbruch kommt und es gar keine Aufträge mehr in der Baubranche gibt. Zumindest im sozialen Wohnbau hat die Politik bereits reagiert. Bei einem Krisengipfel mit dem Land OÖ, den Wohnbauträgern und Vertretern der Bauwirtschaft wurde nun die Erhöhung der Baukostenobergrenze zugesagt. Diese wird um 300 Euro pro Quadratmeter angehoben.

Kommentar verfassen



Auto krachte auf der A1 bei Allhaming in das Heck eines Fernlinienbusses

ALLHAMING. Ein Auto ist Sonntagfrüh auf der A1 Westautobahn bei Allhaming in das Heck eines Fernlinienbusses gekracht.

Autofahrer in Hörsching mit 139 statt 70 km/h geblitzt

HÖRSCHING. Mit 139 km/h statt der erlaubten 70 hat die Polizei am Samstag in Hörsching bei einer Schwerpunktkontrolle einen Autofahrer geblitzt.

Kinderbetreuung im Bezirk Linz-Land und Linz-Stadt: kein anderer Bezirk kann mithalten

LINZ-LAND/LINZ. Mit ihrem Kinderbetreuungsatlas präsentiert die Arbeiterkammer Oberösterreich jedes Jahr einen umfassenden Überblick über das Angebot der institutionellen Kinderbildung und -betreuung ...

Diskussion um geplanten Kremssteg in Neuhofen

NEUHOFEN. Uneinigkeit in der Gemeindepolitik herrscht derzeit über den geplanten Kremssteg in Neuhofen. Die FPÖ kritisiert das Projekt scharf, es sei „ohne Mehrwert“ aber mit „hohen Planungs- und ...

Trumpf als energieeffizienter Vorzeigebetrieb ausgezeichnet

PASCHING/WIEN. Am Dienstag, 28. Juni, wurden im Rahmen des zweiten Austrian Sustainability Summit insgesamt 18 heimische Betriebe für ihr außerordentliches Engagement in Sachen Energieeffizienz und Klimaschutz ...

Großes Feuer zur Sonnwend

ANSFELDEN. Am 17. Juni fand die traditionelle Sonnwendfeier auf der Haka Arena in Ansfelden statt. Viele Familien nahmen bei besten Wetterbedingungen an der Kinderolympiade und beim Kinder-Fackelzug teil. ...

Tolle Stimmung beim Schulfest der VS Traun

TRAUN. Nach zwei Jahren Pause konnten Kinder, Eltern und Lehrer der Volkschule Traun am Freitag, 24. Juni, endlich wieder gemeinsam mit dem Elternverein das große Schulfest feiern. Bei einem abwechslungsreichen ...

Umfahrung, Tram und Energie: „B geht ohne A einfach nicht“

ANSFELDEN. Eines der größten Projekte der letzten Jahrzehnte, die Umfahrung B139 Neu, könnte nun in Ansfelden bald zur Umsetzung kommen. Über dieses und andere präsente Themen in Ansfelden sprach ...