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TRAUN. Die SPÖ-Frauen thematisierten am Dienstag, 7. Februar, gemeinsam mit der Frauenberatungsstelle Babsi in Traun im Rahmen einer Diskussion das Ausmaß und die verschiedenen Ausprägungen und Formen von Gewalt gegen Frauen – etwa wo Gewalt beginnt, welche Maßnahmen sich bewährt haben und wo Handlungsbedarf besteht.

  1 / 2   Sandra Gastinger, Eva May, Renate Heitz, Laura Wiednig, Nikola Gringinger (Foto: MecGreenie Production OG)

Darüber und mehr diskutierten LAbg. und SP-Landesfrauenvorsitzende Renate Heitz, Stadträtin in Traun Eva May, Sandra Gastinger, im Verein Neustart unter anderem als Konfliktreglerin im Tatausgleich tätig, und Nikola Gringinger, Leiterin der Frauenberatungsstelle Babsi in Traun. Moderiert wurde die Diskussion durch SP-Landesfrauengeschäftsführerin Laura Wiednig. Gewalt an Frauen ist allgegenwärtig. Im Jahr 2022 wurde diese Gewalt mit 28 Femiziden und 25 Mordversuchen an die Spitze getrieben. Auch in diesem noch sehr jungen Jahr wurden bereits zwei Frauen von Männern aufgrund ihres Geschlechts ermordet und weitere zehn Frauen bei einem Mordversuch schwer verletzt.

Einem Femizid geht oftmals bereits eine lange Leidensgeschichte voraus. Beschimpfungen, Erniedrigungen, Drohungen oder Unterlassungen bzw. Isolierung sind Formen von psychischer Gewalt und genauso wie körperliche Gewalt strafbar. Oftmals werden diese Formen, bei Täter und Opfer nicht als Gewalt angesehen. Genau deshalb sind opferschutzorientierte Täterarbeit und Bewusstseinsbildung so wichtig.

Kapazität ausgelastet

Die finanzielle Situation für Frauenberatungsstellen sei spätestens seit den massiven Budgetkürzungen von Landeshauptmann Thomas Stelzer im Jahr 2018 mehr als prekär, wie die SPÖ-Frauen darlegen. „Der Austausch zwischen Gewaltschutzzentrum und Beratungsstellen funktioniert gut und auch die neuerliche verpflichtende sechsstündige Beratung für Gefährder ist ein wichtiger erster Schritt. Doch klar ist, dass das nicht ausreicht, um weitgehend Gewalt gegen Frauen zu verhindern“, so Sandra Gastinger. Auch die Frauenberatungsstellen stoßen an ihre Kapazitätsgrenzen und kritisieren die Geldkürzungen bzw. den Budget-Stillstand seit Jahren.

„Die Nachfrage ist so hoch wie noch nie, doch wir können dem nur bedingt nachgehen, da schlichtweg die Mittel nicht ausreichen. Umso wichtiger ist der enge Austausch mit den anderen Beratungsstellen“, so Nikola Gringinger. „Es fehlt an Frauenhausplätzen, Übergangswohnungen und Beratungen. Es wäre nicht nur möglich, das Angebot zum Schutz der Frauen auszubauen, es ist notwendig“, appelliert Renate Heitz an LH-Stv.in Christine Haberlander.

Die Expertinnen sind sich einig: „Keine Frau darf, wenn sie sich nach einem oft langen Leidensweg endlich Hilfe sucht, zurückgewiesen werden, weil kein Platz mehr frei ist oder eine Beratung erst in ein paar Monaten möglich ist!“


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