Gasrechnung um 460 Prozent gestiegen: Ansfeldner Wohnungsgenossenschafts-Mieter fordern Entlastung, erste Besserung in Aussicht
ANSFELDEN. Statt 83 Euro nun 382 Euro monatlich für Heiz- und Warmwasserkosten – eine ähnliche Preiserhöhung erleben gerade viele Mieter. Die Bewohner der gemeinnützigen Wohnungsgenossenschaft Lebensräume in der Dr.-Adolf-Schärf-Straße in Haid wollen dies nicht einfach hinnehmen. Denn für sie gäbe es einen einfachen Weg hinaus aus der Preisexplosion. Nun gibt es einen ersten Lichtblick.

Seit 2009 werden etwa 80 Wohnanlagen und Kommunalbauten im Zentrum von Haid mit Fernwärme der LinzAG versorgt. „Ausgerechnet die am nächsten situierte Wohnanlage der gemeinnützigen Wohnungsgenossenschaft Lebensräume in weniger als 200 Metern Entfernung und in absoluter ,Sichtweite‘ zum Fernwärmekraftwerk wurde niemals umgerüstet“, legt Gemeinderat Alfred Pointner (Grüne) dar. Er will auf die Not der Mieter in besagter Wohnanlage aufmerksam machen, gleichzeitig betont er, dass die Hauptkritik hierbei jedoch der Bundesregierung und der OÖ Landesregierung gilt: „Wir Grüne in Ansfelden kritisieren nicht nur die eine Wohnbaugenossenschaft, es gibt ähnlich gelagerte Fälle. Einmalzahlungen über die Programme Energiekostenzuschuss, Heizkostenzuschuss und Energiekostenbonus mit jeweils 200 Euro sind völlig unterdotiert, nicht treffsicher und beschämend.“
Nicht alle erhalten Zuschuss
Dass nicht auf Fernwärme umgestellt wurde, habe für die Mieter der 108 Wohnungen der Wohnungsgenossenschaft in Haid nun fatale Folgen: Denn die neuen, im Februar versandten Vorschreibungen für Heiz- und Warmwasserkosten erhöhten sich um 460 Prozent. „Wurden 2022 beispielsweise für eine 72 m2-Wohnung Heiz- und Warmwasserkosten in Höhe von 83 Euro verrechnet, beträgt die nunmehrige monatliche Vorschreibung 382 Euro. Bei Mehrpersonenhaushalten und höherem WW-Verbrauch wurden erheblich höhere Vorschreibungen mit bis zu 600 Euro monatlich versandt“, so Pointner. Auch Bürgermeister Christian Partoll spricht immer wieder mit Ansfeldnern, die die Preiserhöhungen schwer treffen: „So kam vor Kurzem eine Pensionistin zu mir, die eine Pension von 1.600 Euro und eine Gasrechnung von monatlich über 700 Euro zu begleichen hat. Wie manch andere fällt auch sie beim Heizkostenzuschuss durch.“
Fernwärme-Anschluss möglich
„Ich habe mit einigen Mietern der Wohnanlage in der Dr.-Adolf-Schärf-Straße gesprochen. Viele können sich die massiv erhöhten Wohn- und Energiekosten nicht mehr leisten. Sie verkaufen z.B. ihren Schmuck und sparen beim Essenseinkauf. Etliche reduzieren die monatliche Überweisung und riskieren eine gewaltige Nachzahlung“, erklärt Grünen-Gemeinderat Pointner. Auch der Bürgermeister schaltete sich in diesen Fall bereits ein. In einem gemeinsamen Gespräch mit dem Energielieferanten (Energie AG) und der Genossenschaft sei es nun gelungen, eine Lösung für die Mieter zu finden: „Mir wurde zugesagt, dass es zu einer spürbaren Verringerung der Heizkosten und somit zu einer Entlastung der Mieter kommen wird. Weitere Schritte werden den Mietern von Seiten der Genossenschaft umgehend mitgeteilt. Erfreulich ist auch, dass der Anschluss an unser Fernwärmenetz in Planung ist.“
Vier-Parteien-Antrag
Unterdessen wurde auch im Ansfeldner Gemeinderat gehandelt. In der Sitzung am 30. März wurde eine Resolution an die OÖ Landesregierung und an den Landtag verabschiedet. Fraktionsübergreifend fordern alle Gemeinderäte einen Wärmepreisdeckel in Oberösterreich. „Die Förder- bzw. Zuschussrichtlinien des Landes OÖ machen keinen Unterschied über die Höhe der tatsächlichen monatlichen Aufwendungen für (Heiz-)Energie pro Haushalt. [...“ Es macht jedoch für Mieter:innen und Wohnungseigentümer:innen einen erheblichen, teils existenzbedrohenden Unterschied, ob Kostensteigerungen von 20 % bei Fernwärme oder von 460 % bei Gas zu bewältigen sind. In der Stadtgemeinde Ansfelden werden große Wohnanlagen gemeinnütziger Wohnungsgenossenschaften zentral mit Gas beheizt. Mieter und Mieterinnen erhielten für 2023 monatliche Vorschreibungen für den Bezug von Heizenergie und Warmwasser, die sich gegenüber dem Jahre 2022 um 460 % erhöhten“, heißt es darin etwa von FPÖ, SPÖ, ÖVP und Grüne.


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