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Ansfeldens Bürgermeister im Gespräch über Kinderbetreuung, Jugendumfrage und Stadtpolizei

Marlis Schlatte, 15.06.2023 14:02

ANSFELDEN. Nach dem großen Stadtfest zum 35. Geburtstag der Stadtgemeinde sprach Bürgermeister Christian Partoll mit Tips über die Zukunft Ansfeldens, aber auch über bestehende Probleme und geplante Maßnahmen.

Bürgermeister Christian Partoll (Foto: Stadtgemeinde Ansfelden)
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Tips: Was tut sich gerade in der Stadtgemeinde Ansfelden?

Partoll: Die Leute merken, dass es seit einiger Zeit eine Aufbruchsstimmung gibt – Ansfelden geht wieder in eine positive Richtung. Wir wollen weg von dem Image, nur die Stadt an der Autobahn zu sein – wir sind eine moderne Stadt, wo viele Menschen gerne leben, arbeiten und sich auch im Vereins- und Sozialleben integrieren können.

Intensive Arbeit werden wir im Bereich der Kinderbetreuung leisten. Wir sind beim Baubeginn eines neuen Kindergartens für den Ortsteil Audorf und einem Betriebskindergarten für Erema. Nach vielen Jahrzehnten haben wir auch ein Grundstück gekauft für das neue Altstoffsammelzentrum. Baubeginn wird nächstes Jahr sein. Die Fernwärme wird im ganzen Stadtgebiet ausgebaut, mit der Abwärme aus der Nettingsdorfer Papierfabrik aber auch mit anderen Wärmequellen. Auch die Photovoltaik-Offensive werden wir weiter angehen. Zudem bin ich stark in der Hoffnung, dass im Herbst das UVP-Verfahren der B139 Neu abgeschlossen ist.

In den eineinhalb Jahren, in denen ich Bürgermeister bin, hat sich wirklich schon viel getan – aber das ist natürlich nicht nur der Verdienst von mir als Einzelperson, sondern da steckt ein ganzes Team dahinter und da ist auch Vorarbeit geleistet worden natürlich. Aber man merkt, dass sich jetzt einiges bewegt. Wir sind eine schöne Stadt, erkennen aber auch unsere Probleme und wollen an ihnen arbeiten.

Tips: Welche Probleme sind das?

Partoll: Die Probleme in der Stadt betreffen natürlich ganz stark den Verkehr. Dass wir die Hauptverkehrsadern nie ganz beruhigen können, ist uns bewusst – da muss man eher schauen, dass der Verkehr dort bleibt und die Wohngebiete entlastet werden. Das andere Thema ist natürlich die Integration. Die Stadt arbeitet ganz stark daran, die Leute zu integrieren, die Sprache und Kultur näherzubringen. Menschen aus sehr vielen Ländern der Welt leben hier – und es braucht keiner seine Herkunft verleugnen. Wir wollen aber auch hier auf das „Ans“ hinweg und die Leute aktiv einladen, ein gemeinsames Ansfelden zu sein.

Tips: Gab es nach den umstrittenen Fragestellungen der Jugendumfrage noch weitere Gespräche?

Partoll: Es hat ein Gespräch mit der JKU gegeben. Die umstrittenen Fragen sind unabgestimmt mit der Stadtgemeinde Ansfelden von der JKU selbstständig hineingegeben worden. Man hat sich dann bei uns offiziell entschuldigt, die JKU hat auch die ganze Verantwortung dafür übernommen. Die Jugendumfrage wurde von der Stadt in Auftrag gegeben, weil die Politik eigentlich wollte, dass eine wissenschaftliche, unpolitische Umfrage bei den Jugendlichen stattfindet, um herauszufinden, was die Jugend will. Hätte man die Fragen im Vorhinein gewusst, hätte man natürlich darüber diskutiert. Ich bin kein Wissenschaftler und kann nicht sagen, ob diese Fragen wissenschaftlich sind oder nicht. Ich persönlich hätte sie aber so nie gestellt und auch die Stadt hätte sie so nie gestellt

Die Umfrage ist jetzt natürlich medial geprägt und man wird sich anschauen, inwieweit die Umfrage auswertbar ist. Ziel ist, die Lebens- und Wohnqualität der Jugend zu verbessern – und dass das nun so gelaufen ist, ist sehr, sehr schade. Weil meines Erachtens hat die Jugend ein Recht, gehört zu werden - man wollte sie auch hören - und das wurde nun eingeschränkt.

Tips: Ansfelden hat immer wieder mit Kriminalität zu kämpfen, vermehrt zuletzt im März, welche Maßnahmen gibt es hier?

Partoll: Gewalttaten und Kriminalität sind aber natürlich mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu bekämpfen. Gewalt hat in unserer Stadt nichts verloren. Eine Sofortmaßnahme war, dass wir mit dem Bezirkspolizeikommandanten und dem Landespolizeikommando gesprochen haben. Wir haben eine Sondereinheit der Landespolizei OÖ hier in Haid bekommen, die viel Streife gefahren ist und diese auch jetzt immer wieder durchführt. Des Weiteren sind wir hoffentlich in den Endverhandlungen mit dem Bundesministerium für Inneres und mit der Landespolizei, den Polizeiposten Haid endlich auszubauen und zu sanieren. Denn die Arbeitsbedingungen sind hier nicht mehr zeitgemäß, was ein weiterführendes Problem mit sich bringt: Wo der Posten nicht schön ist, kommen die Beamten nicht her.Außerdem sind wir am Erheben der Rahmenbedingungen für eine mögliche Stadtpolizei in Ansfelden.

Tips: Was wünschen Sie der Stadtgemeinde zum 35. Geburtstag?

Partoll: Ich wünsche der Stadt, dass sie eine moderne und zukunftsorientierte Stadt bleibt – aber auch, dass die Tradition und das Brauchtum, für das Ansfelden auch steht, erhalten bleiben. Die Moderne, die Tradition und das Miteinander funktionierend zu verbinden, das wünsche ich der Stadt.


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