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Linz-Land ist Vorreiter: Höchster E-Pkw-Anteil außerhalb Wiens

David Ramaseder, 16.01.2025 13:06

LINZ-LAND/OÖ. Mit einem beeindruckenden Anteil von 26,8 Prozent an Elektroautos bei den Neuzulassungen im Jahr 2024 ist Linz-Land nicht nur Spitzenreiter in Oberösterreich, sondern auch österreichweit der Bezirk mit dem höchsten E-Pkw-Anteil außerhalb Wiens. Dies zeigt eine aktuelle Analyse der Mobilitätsorganisation VCÖ auf Basis von Daten der Statistik Austria.

E-Mobilität ist im Vergleich zu Verbrennern in Linz-Land auf dem Vormarsch. (Foto: Volker Weihbold)
E-Mobilität ist im Vergleich zu Verbrennern in Linz-Land auf dem Vormarsch. (Foto: Volker Weihbold)

Oberösterreichweit war jeder fünfte neue Pkw ein Elektrofahrzeug – und erstmals wurden mehr E-Pkw als Diesel-Pkw zugelassen. Der Bezirk Linz-Land macht vor, wie umweltfreundliche Mobilität aussehen kann. Elektroautos benötigen im Vergleich zu Benzin- und Diesel-Pkw durchschnittlich zwei Drittel weniger Energie. Während ein E-Auto für 100 Kilometer etwa 21 Kilowattstunden verbraucht, sind es bei Benzinern 64 und bei Diesel-Pkw 67 Kilowattstunden. „Ein steigender Anteil an Elektroautos reduziert nicht nur den Energiebedarf des Autoverkehrs, sondern macht uns auch unabhängiger von teuren Erdölimporten“, betont VCÖ-Experte Michael Schwendinger.

Zahlreiche Haushalte und Unternehmen in Oberösterreich nutzen bereits Photovoltaikanlagen, um ihren eigenen Strom für das Autofahren zu erzeugen. Dies unterstreicht die Vorteile einer klimafreundlichen Wende, die im Bezirk Linz-Land besonders sichtbar wird.

Unternehmen als Motor der Veränderung

Die Analyse zeigt auch, dass Neuwagen in Österreich überwiegend auf Firmen oder andere juristische Personen zugelassen werden. Bei Diesel-Pkw beträgt dieser Anteil 81 Prozent, bei Elektroautos 76 Prozent. Schwendinger sieht hier einen entscheidenden Hebel: „Maßnahmen bei Firmenwagen könnten dazu beitragen, mehr Elektrofahrzeuge in den Gebrauchtwagenmarkt zu bringen. Gleichzeitig sollte die steuerliche Begünstigung von Diesel- und Benzin-Dienstwagen überdacht werden.“

Trotz des positiven Trends sank die Zahl der neuzugelassenen Elektroautos in Oberösterreich im Vergleich zu 2023 um 512 auf 7.769. Ein Grund dafür war der Wegfall von Förderungen für Unternehmen sowie die allgemeine wirtschaftliche Lage. Dennoch wurden 2024 in Oberösterreich fünfmal so viele Elektroautos zugelassen wie 2019 – ein klares Zeichen für die steigende Akzeptanz der E-Mobilität.

Spitzenreiter Linz-Land vor Rohrbach und Kirchdorf

Innerhalb Oberösterreichs folgen die Bezirke Rohrbach mit 25,2 Prozent und Kirchdorf mit 25,0 Prozent auf den Spitzenreiter Linz-Land. Der Anteil von E-Pkw lag in mehreren weiteren Bezirken wie Steyr-Land, Perg und Urfahr ebenfalls über dem Landesschnitt.

„Linz-Land zeigt, dass Elektromobilität nicht nur ein städtisches Phänomen ist, sondern auch in den Regionen zunehmend an Bedeutung gewinnt“, erklärt Schwendinger. Er weist jedoch darauf hin, dass mit der wachsenden Zahl an Elektroautos auch der Bedarf an Ladestellen steigt. „Großgaragen brauchen verstärkt Lademöglichkeiten, und es sollten Anreize geschaffen werden, damit Anwohner sowie kleinere Unternehmen die Ladeinfrastruktur von Großparkplätzen wie Supermärkten und Baumärkten nachts mitnutzen können.“

E-Mobilität ergänzt öffentlichen Verkehr

Trotz des Erfolgs der Elektromobilität bleibt der öffentliche Verkehr der wichtigste Baustein für nachhaltige Mobilität. Bahn, Straßenbahn, U-Bahn und E-Busse sind nicht nur energieeffizienter, sondern tragen auch zur Entlastung der Straßen bei. „Die meisten elektrisch gefahrenen Kilometer in Österreich werden nach wie vor im öffentlichen Verkehr zurückgelegt“, so Schwendinger.

Der Bezirk Linz-Land nimmt mit seiner Vorreiterrolle bei der Elektromobilität eine zentrale Position in der umweltfreundlichen Verkehrswende ein. Der Trend zeigt: Mit der richtigen Infrastruktur, gezielten Förderungen und dem Engagement von Unternehmen kann Elektromobilität nachhaltig etabliert werden – ein Erfolg, von dem Umwelt und Bevölkerung gleichermaßen profitieren.


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