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TRAUN. Laut einer Auswertung aktueller Daten weisen 22,4 Prozent der Volksschulkinder in Traun Deutschförderbedarf auf. Damit liegt die Stadt über dem Österreich-Durchschnitt. FPÖ-Vizebürgermeister und Stadtparteiobmann Herwig Mahr spricht von einer „klaren Sprachproblematik“ in urbanen Räumen Oberösterreichs. 

Schulkinder im Unterricht: In Traun haben 22,4 Prozent der Volksschulkinder Deutschförderbedarf. (Foto: Vasyl-stock.adobe.com)

„Wer Bildung ernst nimmt, muss Deutsch als Grundlage des Schulalltags sichern – von Beginn an“, fordert er. Die gesetzliche Verankerung von Deutsch als Unterrichts- und Pausensprache sei „überfällig“.

Deutsch sei „Schlüssel zur Integration, zu schulischem Erfolg und zu späteren Chancen am Arbeitsmarkt“. Wenn fast jedes fünfte Kind Sprachförderbedarf habe, brauche es mehr Prävention und gezielte Förderung. Mahr spricht sich unter anderem für ein verpflichtendes zusätzliches Kindergartenjahr mit Fokus auf Deutschkompetenz und mehr Ressourcen im frühen Spracherwerb aus. „Wir müssen jetzt handeln, damit kein Kind aufgrund mangelnder Sprachkompetenz abgehängt wird.“

Integration als gemeinsamer Auftrag

Die Stadt Traun verweist auf ein bereits bestehendes Maßnahmenpaket. Bürgermeister Karl-Heinz Koll betont, man beschönige die Zahlen nicht. „Sprachdefizite sind real“, sagt er. Sprachförderung sei eine gemeinsame Aufgabe von Schulen, Eltern und Stadt. Sprache und Bildung seien im Integrationsleitbild verankert, er selbst suche regelmäßig den Austausch mit Pädagogen.

Traun hat einen Ausländeranteil von rund 30 Prozent, große Gruppen stammen aus Bosnien und Herzegowina, Rumänien und der Türkei. Diese Vielfalt verstehe man als Auftrag zur aktiven Integration.

Außerschulische Initiativen geboten

Neben schulischen Angeboten setzt die Stadt auf niederschwellige Programme wie Sommersprachcamps, „Mama lernt Deutsch“ und „Papa lernt Deutsch“, das Rucksack-Projekt in Kindergärten, die Lerninsel sowie Lesecoach-Programme in Kooperation mit dem Roten Kreuz. Derzeit sind 21 Lesecoaches in der Lerninsel und 39 an der Ortsstelle des Roten Kreuzes im Einsatz, weitere Angebote sind im Aufbau.

Zugleich verweist Koll auf verändertes Lernverhalten durch intensive Handy- und Tablet-Nutzung. „Das ist kein reines Migrationsproblem. Digitalisierung verändert das Lernverhalten insgesamt.“ Klar sei: Schulen allein könnten die Entwicklung nicht umkehren. Sprachförderung gelinge nur, wenn Stadt, Bildungseinrichtungen und Eltern gemeinsam Verantwortung übernehmen.


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