Mehr Fälle, mehr Geld: Arbeiterkammer Linz-Land holte Millionen für Mitglieder zurück
LINZ-LAND. Wenn Löhne fehlen, Pflegegeld gekürzt wird oder Betriebe pleitegehen, zeigt sich, wie wichtig Beratung vor Ort ist. Im Bezirk Linz-Land hat die Arbeiterkammer (AK) im Jahr 2025 für ihre 67.221 Mitglieder mehr als 10,7 Millionen Euro durchgesetzt – so viel wie selten zuvor.

Das Jahr 2025 war wirtschaftlich angespannt: schwache Konjunktur, hohe Inflation und mehr Insolvenzen prägten auch den Bezirk Linz-Land. Entsprechend stark gefragt war die Arbeiterkammer. Insgesamt 5.946 Mal suchten Menschen im Bezirk Hilfe – telefonisch, persönlich oder per E-Mail.
Den größten Anteil machten Insolvenzfälle aus: Für 436 Beschäftigte aus 54 insolventen Betrieben wurden 6,45 Millionen Euro erkämpft. In 134 Sozialrechtsfällen – vor allem bei Pensionen und Pflegegeld – kamen weitere 3,2 Millionen Euro zusammen.
Auch im Arbeitsrecht griff die AK oft ein. In 191 Fällen ging es um offene Löhne, fehlerhafte Endabrechnungen oder Kündigungen. Auffällig: 83 Prozent dieser Fälle betrafen Betriebe ohne Betriebsrat. Insgesamt wurden hier gut eine Million Euro für Beschäftigte durchgesetzt – teils außergerichtlich, teils vor Gericht.
Wie wichtig Unterstützung gerade im Sozialrecht ist, zeigt ein konkreter Fall: Ein 58-jähriger Mann, der seit seiner Geburt mit schweren Einschränkungen lebt, erhielt jahrelang Pflegegeld der Stufe 3. Nach einer Neubewertung wurde ihm dieses auf Stufe 2 gekürzt. Die AK klagte dagegen. Ein gerichtlich bestellter Sachverständiger stellte schließlich einen deutlich höheren Pflegebedarf fest – der Mann erhält nun Pflegegeld der Stufe 5. Fälle wie dieser sind kein Einzelfall: Die AK gewinnt im Schnitt täglich zwei Verfahren zur Erhöhung der Pflegestufe.
„Neben arbeits- und sozialrechtlichen Themen beschäftigen viele Menschen auch Fragen zu Mieten, Onlinehandel oder Gewährleistung“, berichtet Bezirksstellenleiter Bruno Kamraner von einem herausfordernden Jahr. Gleichzeitig wächst die Unzufriedenheit mit dem Gesundheitssystem: Nur 42 Prozent der Befragten im Bezirk zeigen sich zufrieden, mehr als die Hälfte fühlt sich durch lange Wartezeiten stark belastet.


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