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Lehrschwimmbecken wegen Gefahr in Verzug sofort gesperrt – Zukunft des Badezentrums Traun offen

David Ramaseder, 18.06.2026 13:58

TRAUN. Das Trauner Badezentrum steht vor dem Ende seiner Lebensdauer. Nach einem alarmierenden Gutachten muss das Lehrschwimmbecken sofort gesperrt werden, weitere Einschränkungen sind nicht ausgeschlossen. Bürgermeister Karl-Heinz Koll drängt nun auf die Planung eines neuen Bezirksbades am Oedtersee.

  1 / 2   Das Badezentrum am Oedtersee ist nach dem aktuellen statischen Gutachten nur noch eingeschränkt und befristet nutzbar. (Foto: Christian Redtenbacher)

Das Badezentrum am Oedtersee ist schwerer beschädigt als bisher angenommen. Ein aktuelles statisches Gutachten bescheinigt massive Schäden an tragenden Bauteilen durch Wasser- und Chloreinlagerungen. Die normative Nutzungsdauer von 50 Jahren sei bereits überschritten.

Laut dem technischen Betreuer des Hallenbades, Gerhard Kröhnert vom Technischen Büro Knoll, sind aufgrund der fortgeschrittenen Schäden regelmäßige Kontrollen und laufende Überwachungen notwendig. Das Lehrschwimmbecken wird deshalb mit sofortiger Wirkung gesperrt. Beim großen Sportbecken soll der Betrieb vorerst weiterlaufen, allerdings nur unter strengen Auflagen und laufenden Kontrollen, die jetzt sogar wöchentlich durchgeführt werden sollen.

„Sicherheit ist nicht verhandelbar“, betonte Bürgermeister Karl-Heinz Koll bei einer Pressekonferenz. Man werde kein Risiko eingehen. Laut den Gutachtern habe sich der Zustand der Bausubstanz zuletzt deutlich schneller verschlechtert als erwartet. Weitere Sperren seien daher jederzeit möglich.

Seit 2014 wurden laut Stadt rund 6,3 Millionen Euro in das Badezentrum und die Eishalle investiert, davon etwa 1,6 Millionen Euro während der Amtszeit von Koll. Eine weitere Sanierung hält der Bürgermeister dennoch nicht mehr für sinnvoll. „Eine Sanierung wäre nur ein Aufschub, aber keine Antwort für die Zukunft.“

Sorgen bei Vereinen und Schulen

Besonders betroffen sind Schulen und Vereine. Nach Angaben der Stadt nutzen jährlich mehr als 10.000 Schüler das Hallenbad, insgesamt besuchen rund 243 Schulklassen den Standort zum Schwimmunterricht. Auch zahlreiche Schwimm- und Sportvereine sind auf die Anlage angewiesen. Sie wurden bereits über die Entwicklung informiert. Für sie steht nun vor allem die Frage im Raum, wie der Schwimmbetrieb in den kommenden Jahren aufrechterhalten werden kann. Übergangslösungen sollen in den kommenden Monaten diskutiert werden.

Zusätzliche Brisanz erhält die Situation dadurch, dass Hallenbad, Freibad, Eishalle und der Gastronomiebetrieb Surace technisch miteinander verbunden sind. Sollte das große Becken ebenfalls gesperrt werden, könnten auch andere Bereiche betroffen sein. Eine technische Trennung wäre zwar möglich, würde aber hohe Zusatzkosten verursachen. Diese Entscheidung hat der Trauner Gemeinderat wohl in den der nächsten Sitzung zu treffen.

Vision für ein neues Bezirksbad

Parallel zur Bewältigung der aktuellen Situation präsentiert Koll erste Pläne für einen Neubau. Am Oedtersee soll ein Familien-, Sport- und Gesundheitszentrum entstehen. Vorgesehen sind ein modernes Hallenbad für Schulen, Vereine und Familien sowie ergänzende Angebote wie Physiotherapie, Sportmedizin, Sauna und Gesundheitsdienstleistungen.

Der Bürgermeister spricht bewusst von einer Diskussionsgrundlage und nicht von einem fertigen Projekt. Vereine, Schulen, politische Fraktionen und umliegende Gemeinden sollen in die weitere Planung eingebunden werden. Ziel sei ein regionales „Bezirksbad“, das von mehreren Gemeinden getragen wird. 

In Gesprächen sind neben Traun noch Ansfelden, Pasching, Leonding, Hörsching, Kirchberg-Thening, Pucking, St. Marien, Neuhofen an der Krems und Oftering. Außerhalb vom Bezirk noch Marchtrenk. Gemeinsam würde das Einzugsgebiet rund 130.000 Einwohner umfassen.

Die Kosten für das Hallenbad werden derzeit mit rund 25 Millionen Euro veranschlagt. Für die förderfähigen Bereiche hofft die Stadt auf eine Landesförderung von bis zu 70 Prozent. Der verbleibende Anteil soll zwischen den beteiligten Gemeinden aufgeteilt werden. Nach Berechnungen der Stadt würde die Mitfinanzierung – auf einen Zeitraum von 20 Jahren gerechnet – durchschnittlich rund 1,50 Euro pro Einwohner und Jahr betragen. Wie hoch die tatsächlichen Beiträge der einzelnen Gemeinden ausfallen würden, ist jedoch noch offen und soll in den kommenden Verhandlungen geklärt werden.

Bereits im Juli soll der Gemeinderat über die nächsten Planungsschritte beraten. Der angestrebte Baustart liegt nach derzeitigem Stand im Jahr 2028. Bis dahin bleibt allerdings offen, wie lange das bestehende Badezentrum noch betrieben werden kann. Wie das Gutachten festhält, sind weitere Sperren jederzeit möglich.


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