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LINZ. Anregung für Hirn und Sinne bietet die neue Posthof-­Reihe „Denkzonen“. Im Fokus der vorerst neun geplanten Abende stehen drei kultur- und gesellschaftspolitische Themen. Das Besondere: Neben Vorträgen und Diskussionen mit renommierten Fachleuten finden zu jedem Thema brisante Theaterproduktionen statt.

aktionstheater ensemble "Angry Young Men" Foto: Stefan Hauer
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Den Auftakt macht am Donnerstag, 15. Oktober, das Thema „Jihadismus und Radikalisierung“ mit Experte Thomas Schmidinger. In seinem Vortrag versucht der Politikwissenschafter, der sich seit Jahren mit dem Nahen Osten und verschiedenen Formen des politischen Islam beschäftigt, durch eine rationale Auseinandersetzung die Ursachen für die Radikalisierung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu erörtern. Er analysiert nicht nur die Ideologie eines „Gottesstaates“, sondern berichtet auch anhand praktischer Erfahrungen über Interventionsmöglichkeiten gegen das Abgleiten in den Jihadismus. Moderation: Thomas Rammerstorfer.

Das dazupassende Theaterstück gibt“s dann am 29. Jänner 2016 mit dem aktionstheater ensemble und „Angry Young Men“. Ein Abend für sechs Männer auf der verzweifelt-komischen Suche nach Anerkennung, über sechs junge Männer, die in der europäischen Gesellschaft keine Andockstellen zur Stiftung einer männlichen Identität mehr finden.

Feminismus und Humor

„Feminismus und Humor“ bildet das zweite Thema der Reihe, in Zusammenarbeit mit Forum Feministische Zukunft und „FIFTITU%“.

Am 23. Oktober gibt“s dazu eine Musikperformance der legendären Basler Frauenband „Les Reines Prochaines“.

Am 24. Oktober ist die Begründerin der feministischen Linguistik Luise F. Pusch zu Gast, für die Männersprache eine Fundgrube für bissigen Witz und hintersinnigen Humor ist. Zu Gast im Posthof wird sie aus ihren über 400 Glossen die lustigsten vortragen und kommentieren. Motto: Wenn wir der Männersprache unsere Aufmerksamkeit schenken, sieht sie bald alt aus, und komisch sowieso.

Am 9. Dezember gibt“s das dazugehörige Theater im Bahnhof-Stück „Aufräumen“. Inhalt: Drei Frauen über 40 treffen sich, um sich gemeinsam an Johanna Dohnal zu erinnern. Sie haben recherchiert, Interviews gemacht, Bücher gelesen. Die Erzählung bleibt fragmentarisch und uneinheitlich, ein Mosaik subjektiver Erinnerungen entsteht und fordert heraus, die eigene Haltung zu überprüfen. Fragen wie „Sind wir Feministinnen?“, „Waren wir es je?“, „Wollen wir es sein?“ tun sich auf. Den Rahmen dieser Ausstellungsperformance bildet eine Aktion, die in einer bildhaften Übersetzung der Beschäftigung mit Johanna Dohnal aber auch der drei Frauen mit sich selbst gipfelt.

Nationalsozialismus, Widerstand und die paradoxe Republik

An insgesamt vier Terminen wird das Thema „Nationalsozialismus, Widerstand und die paradoxe Republik“ behandelt. So analysiert zum Auftakt der renommierte Zeithistoriker Oliver Rathkolb am 29. Oktober Politik, Geschichte und Zukunft Österreichs, unter dem Titel „Die paradoxe Republik“. Moderation: Christian Schacherreiter.

Am 25. November bringen Annette Fischer und Anna Hauer die politische Revue „Warum denn grad Eisler“ über das schillernde und tragische Leben des Komponisten in den Posthof. Ein szenischer Abend voller Tiefgang und Leichtigkit, mit Musik und Texten von Hanns Eisler.

Zum Thema passend kommt Franz Froschauer am 3. Februar 2016 mit dem Stück „Eichmann“ von Rainer Lewandowski in den Posthof. Nach seiner Gefangennahme in Argentinien begann 1960 in Jerusalem das Verhör des ehemaligen SS-Obersturmbannführers Adolf Eichmann durch den israelischen Polizeihauptmann Avner Werner Less. 275 Stunden lang sprachen sie miteinander. Das Stück „Eichmann“ zeigt wie und was Adolf Eichmann aussagt. Das Publikum nimmt die Position des Gegenübers ein.

Und zum Abschluss steht am 25. Febraur 2016 ein Vortrag von Zeithistoriker Wolfgang Neugebauer am Programm, unter dem Titel „Der österreichische Widerstand 1938-1945. Der langjährige wissenschaftliche Leiter des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstands berichtet über die neuesten Ergebnisse umfassender Forschungsprojekte.


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