Günther Lainer und Bernhard Murg: „Seitdem wir wissen, dass wir verwandt sind, ist es viel schwieriger“

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Valerie Himmelbauer Valerie Himmelbauer, Tips Redaktion, 25.10.2016 11:39 Uhr

Der Linzer Schauspieler Günther Lainer und sein Grazer Kollege Bernhard Murg legen am 10. November in der Spinnerei in Traun einen Stopp auf ihrer Theater-Tour mit „Reset - Alles auf Anfang“ ein. Im Interview erzählten die Jungs von ihrer gemeinsamen Arbeit und plauderten ihre Beziehungstipps aus und erzählten, wen sie bei der bevorstehenden Bundespräsidentenwahl unterstützen.  

Tips: Ihr spielt gemeinsam bei der Komödie „Reset“, wie läuft die Zusammenarbeit?

Murg: Gut, aber seitdem wir wissen, dass wir verwandt sind, läuft es nicht mehr so gut. Meine Großmutter stammt aus dem Mühlviertel in der Nähe von Haslach...

Lainer: ...und von meiner Frau der Großvater ist der Bruder von Murgsis Großmutter. Und das Lustige ist, wir sind erst während der Probenarbeit draufgekommen.

Tips: Ist die Zusammenarbeit anders, wenn man verwandt ist?

Murg: Ja, viel schwieriger. Es hat gut angefangen, wir haben uns respektiert. Aber jetzt haben wir uns wegen dem Erbe zerstritten. Wir müssen jetzt auch Weihnachten gemeinsam feiern.

Lainer: Ja, auch heute beim Interview mit dir drängt sich der Murgsi auf, weil wir verwandt sind und er die Hauptrolle spielt, früher hätte ich das alleine gemacht. Und jetzt fährt er extra von Wien her... (lacht).

Tips: In Reset geht es um einen Mann, der einen Gedächtnisverlust erleidet, gespielt von dir, Bernhard...

Murg: Genau, alles ist gelöscht, alles kann neu beschrieben werden. Es geht darum, dass man jemanden nicht sein lässt, wie er ist. Jemand verliert sein Gedächtnis und alle glauben, sie können denjenigen so manipulieren, dass er so ist, wie ihn die anderen gerne hätten. Natürlich spielt auch Geld eine Rolle. Jeder sucht nur seinen Vorteil, vor allem die Frauen sind arg. Der, der das Gedächtnis verliert, ist nicht ganz unschuldig daran und ist auch kein Waserl. Man gönnt es ihm fast ein bisschen, und dann gibt es einen überraschenden Moment, aber wart, soll ich den verraten?

Lainer: Nein, nein die Leute sollen es doch anschauen! Es ist so: Wenn man heiratet oder wen kennen lernt, dann denkt man sich manchmal, ja das passt eh, aber das wäre noch schön, das werde ich schon noch verändern. Sehr oft machen das ja die Frauen...

Tips: Habt ihr diese Erfahrungen auch selbst gemacht?

Lainer: Nein, überhaupt nicht. Ich möchte so bleiben, wie ich bin. Ob meine Frau das auch möchte, weiß ich nicht (lacht). Irgendwann muss man es aufgeben, dass man den Partner verändern kann und will. Am besten ist es, man schaut sich andere Paare an und denkt sich dann: Ui, der hat es ja ganz deppat dawischt, da hab ich es ja viel besser. Es ist immer wichtig, dass man auf die anderen schaut, aber nicht auf die, denen es besser geht, sondern auf die, denen es schlechter geht (lacht).

Tips: Michael Niavarani und Roman Frankl haben „Reset“ geschrieben, wie läuft die Zusammenarbeit mit Nia?

Murg: Er lässt uns freie Hand oder man könnte es auch so sagen: Es interessiert ihn einfach nicht (lacht). Wir haben das Stück auf uns adaptiert, bei einer Probe wird er es dann bald sehen. Wir nehmen die Urfassung von Nia, es gab ja schon mehrere Fassungen auf verschiedenen Bühnen.

Lainer: In Berndorf, wo ich ja auch schon mitgespielt habe, hatten wir ein zweistöckiges Bühnenbild, jetzt ist es mobil geworden, die Gänge sind jetzt anders. Man muss genau wissen, wo man hingeht im Theater. Wenn du als Kabarettist auf der Bühne stehst, stehst du einfach da und haust die Wuchteln raus. Im Theater musst du halt gehen und reden.

Murg: Aber der Günther darf zuerst gehen und dann reden. Wir wollen ihn ja nicht überfordern.

Lainer: Ein Schauspiel-Trainer hat mir einmal gesagt, dass viele Schauspieler wirklich mit dem ein Problem haben, dass sie während dem Gehen reden müssen. Das war übrigens der Roland Düringer. Ja, wirklich. Ich hab da wirklich einmal einen Fünftageskurs gemacht.

Tips: Roland Düringer ist ja gerade in aller Munde, weil er eine eigene Partei gegründet hat, wäre das auch was für euch?

Murg: Man muss für gewisse Werte stehen, ich lass mich überraschen, was er macht. Ich war mal im Kirchenvorstand, das hat gereicht.

Lainer: Ich war im Pfarrgemeinderat, das war eh schon genug.

Tips: Unterstützt ihr einen Bundespräsidenten-Kandidaten?

Lainer: Also den Hofer nicht.

Murg: Ich bin im Unterstützungskomitee von Van der Bellen. Ich möchte mit Rechts, mit Burschenschaftern nichts zu tun haben. Das sind Hetzer. Wenn man selbst Kinder hat, muss man schon überlegen, welche Werte gibt man ihnen mit. Viele haben auch in der Politik einen Gedächtnisverlust: Nein, das hat nie stattgefunden. Nein, das hab ich nie gesagt. Das ist eine Fotomontage, das war ich nicht.

Lainer: Ich finde diese Extreme furchtbar. Ich sage immer zu meinen Kindern, ihr könnt euch alles anschauen im TV: Krimis, Horrorfilme, aber niemals live etwas aus dem Parlament, weil da werdet ihr richtig verdorben.

 

Info & Karten:

www.spinnerei.at

agentur.hoanzl.at

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