Elger Esser: Erste Einzelausstellung in Österreich in der Landesgalerie Linz
LINZ. Für seine erste Einzelausstellung in Österreich kommt der Künstler Elger Esser jetzt ins Linzer Landesmuseum. In „Aetas“ zeigt er vor allem französische Landschaftsfotografien, die durch das Verwenden historischer Techniken wirken, als ob die Zeit stehen geblieben wäre. Vor der Vernissage am 28. Jänner gab er am Donnerstag eine Presseführung.

Zeit ist zentrales Thema der Werke des Deutschen. So bezieht sich Esser in seiner Bilderserie „Combray“ - Mittelpunkt der Linzer Schau - auf jenen Ort in Marcel Prousts Roman „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“. Mit seiner Vorliebe für alte Techniken wie die Heliogravür - Vorläufer des modernen Tiefdrucks - oder versilberte Kupferplatten als Bildträger will er seinen Fotografien etwas Zeitloses verleihen, erklärte Kuratorin Jasmin Haselsteiner-Scharner.
In den Gärten Monets und Fabres
Klammer der Ausstellung bilden die Aufnahmen von zwei Gärten in Frankreich. Im ersten Raum hängen jene übergroßen Werke aus dem Brachland „Harmas“ des Naturforschers Jean-Henri Fabre, der in dem verwilderten Garten Insekten beobachtete. Quasi als Kontrapunkt sind im letzten Raum Nachtaufnahmen aus dem Zier- und beinahe schon kitschigen Garten „Giverny“ des Malers Claude Monet mit den berühmten Seerosen zu sehen. In den durch stundenlange Belichtungen entstandenen Nachtaufnahmen kommt es zu Unschärfen, die verfremden. Mit der Serie „will ich einen Atlas vom unbekannten Frankreich erstellen“, so Esser. Nicht die ohnehin bekannten Orte, sondern das „Unsehenswürdige“ möchte er „sichtbar machen“.
Mosaik aus 10.000 Bildern
Den festen Boden unter den Füßen hat die „Landratte“ Esser für „Undinen“ verlassen. Diese Bilder der Nordsee nahm er auf, als er drei Wochen „quasi in Gefangenschaft“ auf einem Schiff war. Für ihn war es zugleich auch ein Ausflug ins Jetzt, denn für diese unzähligen Fotos verwendete Esser eine Digitalkamera. Aus 10.000 Wasser- und Himmelsbildern schuf er dann ein raumgreifendes Mosaik, in dem er Gustave Courbets Gemälde „La Vague“ nachbaute.
Hinweis
Zu sehen ist die Ausstellung in der Landesgalerie Linz bis 23. April 2017, Vernissage: 27. Jänner.
Ein informatives Rahmenprogramm rundet die Ausstellung ab, darunter am Samstag, 28. Jänner, 14 Uhr die Kindereröffnung, am Donnerstag, 2. März, ein Künstlergespräch mit Kunsthistoriker Robert Fleck und Fotograf Elger Esser und zahlrieche Führungen im Rahmen der Kunstvermittlung. Alle Infos gibt's unter www.landesmuseum.at


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