Monika Martin im Interview: „Es darf auch mal auf dem Tisch getanzt werden!“

Karin Seyringer Karin Seyringer, Tips Redaktion, 26.04.2017 09:01 Uhr

LINZ. Monika Martin steht seit 20 Jahren auf der Bühne. Dieses Jubiläum feiert sie mit ihren Fans auch im Brucknerhaus, am Mittwoch, 24. Mai, 20 Uhr. Tips hat sich mit der junggebliebenen Schlagersängerin unterhalten. Bei Tips gibt's ein exklusives Meet & Greet sowie ein Fanpackage zu gewinnen!

Tips: Sie feiern 20-jähriges Bühnenjubiläum. Ist man da stolz?

Martin: Ich bin sehr stolz darauf. Ich war eine normale Studentin und habe überlegt: Womit könnte ich Geld verdienen? Singen konnte ich – und so war ich schon vor „Monika Martin“-Zeiten in einer Tanzband, den „Heartbreakers“. Im Alter von 33 hab ich es dann solo versucht. Meine Oma hat mir damals 5000 Schilling zugesteckt – das war eine Unsumme Geld für mich – und das war mein Startkapital, um mir meine ersten Demos arrangieren zu lassen. Ich habe niemandem davon erzählt – sollte es schiefgehen (lacht). Erst als ich meinen Plattenvertrag bei Koch in der Tasche hatte, hab ichs meiner Mutter erzählt, und die hat sich richtig gefreut. Mein Studium war Kunstgeschichte, das hab ich auch gemacht, weil es Freude macht. Ich glaube, wenn man bei seinem Talent ansetzt und wenn einem etwas Spaß macht, hat man am ehesten die Chance, das lange zu tun.

Tips: Kunstgeschichte und Musik passen ja auch gut zusammen...

Martin: Eben, das ist nicht weit weg. Viele sagen: Wie passt denn das mit dem Schnulzensingen zusammen? Ja, ich bin Schnulzensängerin. Punkt. Alles was dem Herzerl gut tut, ist erlaubt, und das kann sich jeder selber aussuchen. Und dann war mein Wunsch eben, einmal eine CD aufzunehmen, damit ich meine Stimme vom Tonträger höre. Es sind jetzt mittlerweile 21 Tonträger geworchen – und das bestimmt einfach das Publikum. Ich bin schon eine sehr Fleißige, aber man kann das nicht künstlich hochhalten. Die Leute müssen entscheiden: wollen sie das hören oder nicht. Und ich weiß ja heute nicht, ob ich nächstes Jahr wieder gebucht werde. Aber es geht schon 20 Jahre gut – also machen wir so weiter (lacht).

Tips: Zu ihrem Jubiläum kehren Sie zu ihren Wurzeln zurück. Wie kann man das verstehen?

Martin: Das ist eher auf die Live-Musik und die Musiker bezogen. Ich war schon zweimal in Deutschland auf Tour mit Band, aber in Österreich noch nie. Das ist jetzt meine erste Deutschland- und Österreich-Tour mit Live-Band. Es ist eine neue Band. Wir sind zu siebt auf der Bühne, vier Musiker, zwei Backgraundsängerinnen und ich. Der Vorteil ist: alle sechs singen, war haben da ein richtiges Chorpaket. Das ist einfach Musik machen. Das ist schon – ich denke mal – ein Traum jedes Künstlers.

Tips: Auf Ihrem aktuellen Album „Sehnsucht nach Liebe“ sind auch poppigere Töne zu hören. Wollten Sie sich bewusst neu definieren?

Martin: Ja, schon, aber ich verleugne jetzt meine Herkunft nicht. Ich mache nach wie vor gerne meine Kirchenkonzerte, ich fühle mich im Dienste des Menschen. Aber zum Einatmen gehört das Ausatmen genauso dazu. Immer nur still ist auch nichts – und jeder, der mich privat kennt, weiß: Keine Party ohne Ilse – so heiße ich mit bürgerlichem Namen – und deshalb darf das auch mal meine Fangemeinde hören und spüren. Aber ich habe versucht, die Schritte relativ klein zu machen, damit ich das Stammpublikum nicht irgendwie vor den Kopf stoße … Ich habe versucht den Menschen mitzuteilen, das ich die Gleiche geblieben bin. Ich bin deswegen nicht eingebildet, nicht wichtiger, nicht toller. Es darf aber auch mal auf dem Tisch getanzt werden!

Tips: Wie sind denn so die Rückmeldungen ihrer Fans?

Martin: Unterschiedlich. Viele schreiben: „Endlich bist du aufgewacht“, manche sagen „Die stillen Lieder waren schon auch schön“. Ich mache jetzt eigentlich eine Mischung.

Tips: Es ist ja momentan die Zeit, in der der poppige Schlager sehr sehr beliebt ist. Man denkt etwa an Helene Fischer...

Martin: Ja, das ist super. Die haben der Branche sehr gut getan, auch Andreas Gabalier zum Beispiel. Alleine von der Mode her, wenn man bei ihm schaut: die Tracht ist wieder salonfähig geworden, und das sind Dinge, die einfach unbezahlbar sind. Die Helene ist der Überdrüber-Starter. Ich war bei einem Konzert von ihr im Stadion – wie sie da so durchs Stadion gelfogen ist… Ich weiß von ihr, dass sie Höhenangst hat – und sie hat gesagt: Augen zu und durch. Da kommt glaub ich die Russin in ihr durch.

Tips: Beim Konzert in Linz gibt„s Ihre besten Hits und auch Neues zu hören...

Martin: Genau, von “La Luna Blu„ über “Mozartgasse 10„ bis zu “Die Neue Wirklichkeit„ wird alles stattfinden. Es gibt auch einen Unplugged-Teil, da hört man eine Stecknadel runterfallen, so aufmerksam ist das Publikum. Ich bitte auch jedesmal den Lichtmeister, gedimmtes Licht zu lassen, weil ich den Leuten gerne in die Augen schaue. Ich arbeite nicht gerne ins Schwarze. Ich will die Reaktion sehen. Ich muss es sehen und spüren. Und darum ist es für mich auch so wichtig, Live-Konzerte zu geben. Anstrengend ist am Ende vor allem die Autogrammstunde. Ich gehe wirklich immer erst nach dem letzten Autogrammwunsch. Das ist ein Akt der Höflichkeit.

Tips: Sie sind ja momentan auf großer Tour – wie bleiben Sie fit?

Martin: Ich versuche meine Seele im Gleichgewicht zu halten. Ich bin fest davon überzeugt, dass jeder Krankheit eine Verletzung der Seele vorausgeht. Und wenn ich da aufpasse und nicht immer alles persönlich nehme, dann hab ich am ehesten die Chance, gesund zu bleiben.

Tips: Angelehnt an den Titel Ihres neuen Albums: Was sind Ihre persönlichen Sehnsüchte?

Martin: Die TipsArena füllen (lacht)! Und ich hoffe, dass der Herrgott mir noch lange diese Stimme erhält, dass ich vielen Menschen dadurch vielleicht noch ein Stück weiter helfen darf. Wenn wer sagt: Morgen muss ich aufhören – das wäre das Schlimmste für mich. Ich habe mich in diesem Leben so treffen dürfen. Es ist ein Geschenk und ich schätze es sehr.

 

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