Storytelling Festival: Folke Tegetthoff und seine Kunst des Erzählens

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Valerie Himmelbauer Valerie Himmelbauer, Tips Redaktion, 23.05.2017 10:57 Uhr

Zum zweiten Mal ist das Brucknerhaus Festivalzentrum von „linzSTORY“: Bei dem internationalen Geschichtenerzähl-Festival von 26. bis 30. Mai werden 23 Künstler aus zwölf Nationen zeigen, was Erzählkunst auf höchstem Niveau bedeutet.

Folke Tegetthoff zieht in seinen Bann. Genau das weiß er und mit seiner Gabe hat er es sich zur Aufgabe gemacht, Geschichten zu erzählen, denn „wenn wir unseren Kindern Geschichten erzählen, lernen sie Wortschatz, Grammatik und die Welt kennen“.

Ungewöhnliche Erzählformen

Sein Storytelling-Festival – Europas größtes und einziges Festival der erzählenden Künste – erwartet ab 26. Mai mit ungewöhnlichen Erzählformen, wie Pantomime, Tanz, Maskentheater oder Körperartistik im Brucknerhaus, und richtet sich auch an die Erwachsenen: „Das Festival steht für Entschleunigung und für Toleranz anderen Kulturen gegenüber. Für die einfachste und zugleich wunderbarste Form der Kommunikation“, lädt Initiator Tegetthoff ein. Mit „linzSTORY“ will er nicht nur die Kunst des Erzählens fördern, sondern auch zeigen, dass „Künstler unterschiedlicher Nationen und mit verschiedenen Weltreligionen gemeinsam auf der Bühne stehen können“.

Vier Weltreligionen on stage

Egal ob es sich um einen arabischen oder jüdischen Erzähler handelt, der gemeinsam mit einem brasilianischen Pantomimen seine Geschichte vortragen wird, das Storytelling-Festival soll vor allem eines möglich machen: „Der Zuhörer soll motiviert werden, mit seiner eigenen Fantasie einzutauchen. Denn eine Geschichte soll etwas auslösen und erst durch das Zuhören wird sie lebendig, vorher sind es nur Worte“, so Tegetthoff. Auch der Brucknerhaus-Hausherr Hans-Joachim Frey, künstlerischer Direktor der Liva, sieht „Geschichten als Möglichkeit, sich in andere Welten entführen zu lassen und auf zauberhaften Reisen alles um sich herum zu vergessen“.

Problem: Nicht-Zuhören-Können

Wesentlich ist für Tegetthoff beim Geschichtenerzählen aber auch die Kenntnis des Zuhörens des Gegenübers: „Eines der großen Probleme unserer Zeit ist die Unfähigkeit des Zuhörens. Es ist auch ein Problem, das in der Kommunikation zwischen Eltern und Kindern auftritt“, ist Tegetthoff überzeugt.

Interaktives „iBuch“

Zum 30-jährigen Jubiläum des Storytelling-Festivals, bei dem Autor Folke Tegetthoff zum 30. Mal auch vor und hinter der Bühne aktiv sein wird, hat sich der Erzähler etwas Besonderes einfallen lassen, das erzählende „iBUCH“: Sein neues „Baby“ soll ein Denkmal für den öffentlichen Raum präsentieren. Als drei Meter hohe multifunktionale Schnittstelle, die während des Festivals im Brucknerhaus ihren Platz findet, soll das „iBUCH“ Bühne werden, aber auch per Knopfdruck Geschichten erzählen, und ist mit Facebook und Instagram verknüpft. „Jugendliche sollen motiviert werden, sich auf einer neuen Ebene mit dem Buch auseinander zu setzen“, so der Wunsch. Kulturstadträtin Doris Lang-Mayerhofer lädt zum Familienhighlight, dem „Geschichtenjagd-Familienfest“, am 28. Mai ein, das „mit dem Linzer Jahresschwerpunkt Kinder- und Jugendkultur besonders gut dazu passt“.

Termine:

26. Mai, 19.30 Uhr: Lange Nacht der Märchenerzähler: 7 Künstler aus 4 Nationen

27. Mai, 19.30 Uhr: Erzählkunst: Ohne Worte, aber mit viel Tanz, Masken, Musik und Körperartistik

28. Mai, 14 bis 17 Uhr: Geschichtenjagd im Brucknerhaus - für die ganze Familie, Ermäßigung mit der OÖ. Familienkarte

Infos: www.tegetthoff.at, www.storytellingfestival.at

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