Hoch über Linz: Kunstuni-Transzendenz-Aufzug feierte Jungfernfahrt
LINZ. Der „Transzendenzaufzug“ an der Kunstuniversität Linz am Hauptplatz hat seine Jungfernfahrt gefeiert. Das einmalige Kunstprojekt von Karin Sander - eine beleuchtete, gläserne Liftkonstruktion, wird hoch über dem Dach des Brückenkopfgebäudes künftig einen grandiosen 360-Grad-Rundblick auf Linz bieten. Bald wird der Lift auch für die Öffentlichkeit zugänglich sein.

Ein wunderbarer Blick über die Stadt Linz entfaltet sich hoch oben über dem Brückenkopfgebäude. Knapp über 30 Meter ragt der Lift über das Dach hinaus. Der Geschäftsführer der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) Hans-Peter Weiss, Kunstuni-Rektor Reinhard Kannonier, Landeshauptmann-Stellvertreter Michael Strugl und der Linzer Bürgermeister Klaus Luger luden gemeinsam zur Jungfernfahrt des „Transzendenzaufzug“ an der Kunstuniversität Linz.
„Zentrales Tool für eine Kunstuniversität“
Fehlen durfte natürlich auch nicht Karin Sander - jene Künstlern, die das Kunstwerk im Rahmen der Kunstinitiative BIG Art der Bundesimmobiliengesellschaft konzipert hatte. „Der Lastenaufzug ist für eine künstlerische Produktionsstätte von großer Bedeutung. Er fährt alle Stockwerke durch das Gebäude ab und transportiert Menschen und Kunstwerke, zunächst aber vor allem das Material, mit dem studiert, probiert und gearbeitet wird. Der Lastenaufzug ist also ein zentrales Tool für eine Kunstuniversität und wird von allen vom ersten Moment des Eintretens in die Hochschule benutzt. Er durchstößt das Dach des westlichen Gebäudeteils und verwandelt sich in seinem oberen Teil in einen kleinen Aussichtsturm, der vom Dach aus eine grandiose Aussicht mit 360-Grad-Rundumsicht auf die Stadt eröffnet. Beleuchtet und ohne Ausstieg präsentiert er sich als begehbare Lichtskulptur. Metaphorisch versinnbildlicht er die Fähigkeit der Kunst, das Gegebene zu transzendieren und dadurch neue Blicke auf die Wirklichkeit zu generieren“, so die Künstlerin.
Für jeden zugänglich
„Es entspricht unserer Philosophie, kein Elfenbeinturm zu sein“, so Kunstuni-Rektor Kannonier. „Dieses Kunstwerk ist eine Möglichkeit die Hürden zwischen universitärem Betrieb, Kunst und einer breiten Öffentlichkeit zu überwinden. Der Lift wird für alle Interessierten von Montag bis Freitag zwischen 15 Uhr und 20 Uhr zugänglich sein. Darüber hinaus wird der Lift auch für temporäre Ausstellungen der Kunstuniversität Linz genutzt“, lädt er ein, die Kunstuni zu besuchen und den Lift zu nutzen. Ab wann der Lift für die Öffentlichkeit nutzbar ist, steht noch nicht ganz fest, einige kleinere Arbeiten müssen noch durchgeführt werden.
25 Personen können mit
Der „Kunstlift“ ist sowohl als Personen- als auch als Lastenaufzug zugelassen und hat eine Traglast von 2000 Kilogramm. Bis zu 25 Personen können somit gleichzeitig mit dem Lift fahren. Zur Personenbergung im Notfall sind mehrere Ausstiegsmöglichkeiten gegeben. Im Regelbetrieb können alle Stockwerke angewählt und zum Aus- und Einstieg benutzt werden.
„Tolles städtebauliches Statement“
Sowohl Kannonier als auch Bürgermeister Luger und Vizelandeshauptmann Strugl sehen in dem Lift ein „fantastisches Symbol“ für die Kunstuni, für die Stadt Linz und das Land Oberösterreich. „Die Kunstuniversität Linz zählt zu den Top-Aushängeschildern für unsere Landeshauptstadt. Neben der räumlichen Zusammenführung der drei Standorte ins Zentrum von Linz und der damit einhergehenden städtebaulichen Bereicherung am Linzer Hauptplatz, ergänzt der Transzendenzaufzug künstlerisch das Gebäude. Er macht die Kunstuniversität für Nicht-Studierende erlebbar und bietet Ausblicke auf die Stadt sowie Einblicke in das Leben der Kunstuniversität“, so Luger, der sich über eine „städtebaulich sichtbare Intervention“ und ein „tolles städtebauliches Statment“ freut.
Nicht nur ein Tourismusmagnet werde der Lift werden, so Vizelandeshautpmann Strugl, auch „für die Zukunft des Wirtschafts- und Innovationsstandortes Oberösterreich ist dies von großer Bedeutung. Projekte wie der 'Transzendenzaufzug' bereichern Linz nicht nur aus touristischer Perspektive, sondern auch den Wirtschaftsstandort Oberösterreich“, so Strugel. Der Lifte steht auch gut für die Kunstuni, über das bestehende hinaus zu denken.
380.000 Euro investiert
Finanziert wurde der Kunstlift von BIG Art. Seit ihrer Gründung 2005 wurden 30 Kunstprojekte realisiert. 380.000 Euro wurden in den Transzendenzaufzug in Linz invesiert. „Die Kunstwerke werten die architektonische Qualität unserer Universitäten, Schulen und Amtsgebäude nachhaltig auf. Denn sie bieten Anstoß zur Diskussion, zum Nachdenken oder einfach Gelegenheit zur Erholung und bereichern somit das soziale Leben innerhalb und außerhalb unserer Gebäude“, so BIG Geschäftsführer Hans-Peter Weiss.
Sanierungs- und Erweiterungsprojekt an der Kunstuniversität Linz
Die Bundesimmobiliengesellschaft als Bauherr und Gebäudeeigentümer saniert und erweitert derzeit die beiden Brückenkopfgebäude für die Kunstuniversität Linz. Die Sanierung des Ostgebäudes ist in den Regelgeschoßen bereits seit Frühjahr 2017 abgeschlossen. Die Sanierungs- und Erweiterungsarbeiten im Brückenkopfgebäude West wurden im Frühjahr 2017 gestartet. Derzeit laufen die Rohbauarbeiten für die neuen Stiegenhäuser und Wände. Gleichzeitig wird an der Sanierung der Fenster gearbeitet. Läuft alles plangemäß, beginnt Anfang 2018 der Innenausbau. Ende des nächsten Jahres erfolgt die Fertigstellung. Danach startet die Übersiedelung der Kunstuniversität vom Standort in Urfahr (Reindlstraße). Die Universitätsstandorte in der Domgasse und am Peter-Behrens-Platz (Tabakfabrik) bleiben bestehen.
Mit Sommersemester 2019 nimmt die Kunstuniversität Linz den Vollbetrieb in den Brückenkopfgebäuden auf und konzentriert damit ihre Standorte in der Linzer Innenstadt. Die Pläne für das Bauvorhaben stammen vom Architekten Adolf Krischanitz.
Insgesamt werden rund 36 Millionen Euro in die beiden historischen Schwesterngebäude am Hauptplatz investiert. Das Land Oberösterreich und die Stadt Linz beteiligen sich mit jeweils vier Millionen Euro.


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