Viel Utopie beim Posthof-Heimspiel
Mit 103.423 Besuchern und 209 Vorstellungen 2017 sorgt das Posthof-Team erneut für Rekordzahlen und für das erste sechsstellige Ergebnis – trotz sinkendem Budget. Ins neue Jahr wird wie gewohnt mit dem Heimspiel gestartet – einer Plattform zur Förderung der jungen österreichischen Szene mit vielversprechenden Jungstars. Aber auch bekannte Größen wie Nadja Maleh, Leyya, Die Mädchen, Robert Blöchl oder Bilderbuch sind Fixstarter.

„Dort, wo Posthof draufsteht, ist auch Posthof drinnen. Wir haben es geschafft, ohne uns zu verbiegen oder auf Zuschauerzahlen zu achten, unserer kulturpolitischen Linie zu folgen. Mit dem Qualitätssiegel Posthof vertraut uns das Publikum, auch wenn wir Abende mit unbekannteren Künstlern anbieten“, ist Posthof-Chef für Tanz, Literatur und Theater Wilfried Steiner sicher. Und genau dort setzt auch das Festival „Heimspiel“ an: Mit viel „Utopie“ und österreichischen Off-Produktionen wird in das heurige heimische Festival gestartet, wenn Shootingstar Lisa Eckhart „Die Vorteile des Lasters“ inszeniert.
Schlitzohrig
Präzise sprachwitzig und schlitzohrig seziert die junge Steirerin – die mit dem Förderpreis des Deutschen Kleinkunstpreises ausgezeichnet wurde – Glaube, Liebe, Politik und andere Taschenspielertricks. „Wir versuchen, in der sonst sehr männerlastigen Domäne Kabarett einen Ausgleich zu schaffen“, so Steiner. Und das gelingt auch gleich mit der nächsten Dame – Nadja Maleh, eine der vielseitigsten österreichischen Kabarettistinnen am 3. Februar: „Nadja schafft es, ihre Figuren mit tiefschwarzem Humor zu versehen. Dieser Best-Off-Abend wird eine schöne Mischung aus Pointen, gekoppelt mit ihrer umwerfenden Singstimme. Das ist der ideale Abend, um Nadja kennen zu lernen“, betont Steiner.
„Die Mädchen“
Nach drei Jahren Pause melden sich auch „Die Mädchen“ mit einem zickigen Liederabend zurück. „In „Die Familie und die Mädchen“ wollen wir persönlich werden, auch von eigenen Erfahrungen berichten. Wir haben selbst Kinder bekommen, haben geheiratet. Mit zwei- bzw. dreijährigen Kindern und Ehemännern haben wir einiges zu berichten. Es sind diesmal mehr eigene Sachen von uns dabei, aber auch Songs von Reinhard Fendrich oder Ina Müller, die interpretiert werden und die Handschrift der Mädchen tragen“, gibt Julia Ribbeck einen Vorgeschmack. David Wagner am Klavier komplettiert die Mädchen-Familie und wird auch selbst Instrument gegen Mikrofon tauschen.
Leyya
Am 31. Jänner kommen Leyya, die ihre Karriere bereits im Schulalter im Pop Borg Linz begonnen haben, mit neuem Album „Sauna“ auf die Posthof-Bühne. „Leyya haben wir im Posthof von klein auf mitverfolgt und unterstützt. Und wir werden auch diesmal interessiert zuschauen, wie sie sich weiterentwickelt haben“, freut sich Gernot Kremser, der Posthof-Chef für Musik, auf den Abend. Leyya setzten 2015 praktisch aus dem Nichts zu einem bemerkenswerten Erfolgslauf an. 2017 erhielten sie den prestigeträchtigen FM4 Amadeus Award, erspielten sich auf den großen Festivals Publikum und Schlagzeilen. Die Liste prominenter Auftritte - Primavera, Iceland Airwaves, Reeperbahn Festival, Sziget - wurde seither beeindruckend lang.
Kroko-Jack
Der Vorstadt-Linzer Kroko Jack hat mit der „Extra Ordinär Tour“ am 9. Februar im Posthof einen neuen großen Hip-Hop-Anlauf. Kroko Jacks Verse sind inhaltlich pointiert subjektiv, flexibel im Rapstil, dabei jedoch immer mit einem hohen Maß an technischer Detailverliebtheit. Mitunter derart, dass er beim mitbouncenden Hörer nicht nur ein vergnügliches Schmunzeln auf den Lippen, sondern ein baffes Staunen hinterlässt. Die Songs sind durchwegs provokant, bissig, zynisch, politisch und aufrüttelnd. Getragen wird dies von einer gehörigen Dosis Selbstironie, der einzigartigen Dynamik und dem Ideenreichtum eines Kroko Jacks. Ihm geht es um Musik, um ausgefeilte Reime, aber stets auch um den Kontext.
Robert Blöchl
Und am 28. Februar präsentiert das BORG Linz vier Bands der 6. und 7. Klassen der Talentschmiede. Auch Robert Blöchl, der im Linz der 70er geboren wurde ist mit seinem ersten Soloprogramm „Gute Gesellschaft“ – bekannt vom Kabarettduo BlöZinger – am 1. März zu sehen. Schon früh trat er als Straßenmusiker und mit seiner Band auf. Seine Karriere als Lehrer tauschte er gegen eine Ausbildung zum Clown und Schauspieler.


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