Günther Lainer & Christian Putscher: „Ernährungsberater sind wie Pfarrer“
Linz. Warum bei „WurstSalat“ – dem neuen Programm von Kabarettist Günther Lainer und Ernährungsberater Christian Putscher – niemand Angst haben muss, ernährungswissenschaftlich bekehrt zu werden und wieso auch das Kabarett-Duo nicht den Vorurteilen anderer entgehen kann, erzählten die beiden im humorvollen Interview.

Tips: Wem ist denn diese göttliche Inszenierung für euer Foto zu „Wurstsalat“ eingefallen?
Putscher: Unserem göttlichen Fotografen, der eine Idee hatte, wie man uns zwei auf ein Plakat bringen kann – das ist die große Schwierigkeit bei uns beiden – vom Format her. (lachen beide)
Lainer: Und den Titel WurstSalat wollte der Fotograf auch im Foto integrieren. Aber es stimmt, der hat den Christian so fotografiert, dass er wirklich fesch rüber kommt... (grinst)
Tips: Möchtest du dazu auch noch was sagen Christian?
Putscher: Nein, danke! Da tu ich nicht mit bei diesem Ernährungsberater-Bashing. (beide lachen)
Lainer: Wobei bei mir hat er das auch geschafft, dass ich gut ausschaue. Das ist ein Originalfoto, nicht retuschiert. Ich schau nicht so dick aus auf dem Foto wie sonst. Viele haben nicht geglaubt, dass das nicht bearbeitet ist, ist es aber nicht...
Tips: Ernährungsberater-Bashing? Geht es dir oft so jetzt mit dem Günther?
Putscher: Nein, nicht mit dem Günther, aber durch den Günther. In meinem Job ist das typisch. Mir werden mehr Vorurteile vorgeworfen durch meinen Beruf als dem Günther durch seine Optik. Egal wo ich hinkomme, eilt ein Ruf voraus. Günther hatte ja auch dasselbe Vorurteil, als wir uns vor 14 Jahren kennengelernt haben.
Lainer: Nein ich hatte gar kein Vorurteil. Das ist kein Schmäh. Vor dir kannte ich überhaupt keinen Ernährungsberater. Ich wusste nicht einmal, dass es diesen Beruf gibt. Da studiert man Ernährungswissenschaft und sagt dann den Menschen, was sie essen sollen, dürfen und was sie nicht essen dürfen. Im Nachhinein habe ich auch gemerkt, dass es viele Vorurteile gibt. Ernährungsberater sind wie Pfarrer, egal wo sie hinkommen, haben Leute ein schlechtes Gewissen.
Putscher: Das ist tatsächlich so, bei den Seminaren, bei den Kuraufenthalten gefällt es den Leuten nicht so, wenn du ihnen sagst, was sie essen sollen, auch wenn du Recht hast – ernährungswissenschaftlich. Aber bei uns lachen die Menschen dann zumindest darüber und nehmen die Informationen doch auch mit nach Hause.
Tips: Müssen die Leute Angst haben, dass sie bei euch bekehrt werden?
Putscher: Nein, gar nicht. Bei uns können die Veganer genauso kommen wie die Nicht-Sportler, wir schließen niemanden aus. Aber wir versuchen, schmackhaft und würzig zu thematisieren.
Tips: Wie kann man sich das dann in der Garderobe vorstellen, bist du, Günther, neidig, wenn du Christians perfekten Body siehst, wenn ihr euch für die Show umzieht?
Lainer: Ja, da geht es mir wirklich schlecht. Das ist so schirch zum Anschauen. Da brennen die Augen. Ich zieh mich aber auch vor ihm um. (lacht) Wir waren aber auch noch nicht richtig auf Tournee, darum sind wir auch noch nicht zerstritten. (lachen beide)
Tips: Hast du jetzt, seitdem du den Christian kennst, ein schlechtes Gewissen, wenn du dir ein Leberkässemmerl gönnst?
Lainer: Nein, das mach ich eh heimlich, das sieht er dann eh nicht… (lacht) Im Ernst: Nach dem Auftritt habe ich überhaupt keinen Gusto, da bin ich so voll Adrenalin. Erst nach zwei, drei Stunden, wichtig ist nur, dass man was Gscheites isst, damit die Fettverbrennung dann nicht stoppt. Das ist das, was ich eigentlich immer falsch gemacht habe, ich habe aber einfach immer nur zugenommen. Erst jetzt beschäftige ich mich damit, jetzt weiß ich, warum ich zunehme. Das ist ein gutes Gefühl. (lacht) Ich halte mein Gewicht aber schon sehr lange und tue auch was dafür, auch wenn man das nicht glaubt. Ich habe zehn Kilo abgenommen seit der Fastenzeit, seit ich mit dem Christian intensiver zusammenarbeite. Das sieht man bei mir nicht, das merke nur ich. Mir passiert das immer wieder, Leute, die ich kennen lerne, schauen mir zuerst auf den Bauch und dann erst ins Gesicht. Und eigentlich habe ich mir schon überlegt, ob ich mir nicht ein Leiberl drucken lassen soll mit: „Ich habe auch ein Gesicht“.
Tips: Was gibt es denn für Catering-Wünsche vor oder nach der Show, seid ihr euch da einig?
Putscher: Das ist schon alles geregelt, das liegt alles in meiner Hand. Das ist jetzt, wie wenn ich für eine Großfamilie einkaufen würde. Nur was Gscheites, keine Wurst, nur Schinken. Einen gscheiten Käse, gute Aufstriche, einfach das, was normal ist.
Tips: Hört sich an, als stündest du unterm Schlapfen Günther?
Lainer: Haha, nein gar nicht. Die Sachen, die er isst, ess ich auch gerne. Ganz selten gibt es ein Leberkässemmerl, nur wenn ich alleine einkaufen gehe, oder Fastfood. Aber selbst da erwischt er mich und ruft wirklich zufällig an, wenn ich mir gerade Hamburger mit Pommes bestellen will – wie kann er das wissen? (beide lachen)


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