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LINZ. Mit der Oper „Médée“ (Medea) aus der Feder von Luigi Cherubini zeigt das Landestheater Linz im Musiktheater einen weiteren Stoff griechischer Mythologie. Regisseur Guy Montavon versetzt den Stoff in die heutige Finanzwelt. Premiere wird am 4. Mai gefeiert. 

Der Chor des Landestheater Linz mit Brigitte Geller als Medea. Foto: Reinhard Winkler
  1 / 3   Der Chor des Landestheater Linz mit Brigitte Geller als Medea. Foto: Reinhard Winkler

In Koproduktion mit der Opéra de Nice und dem Theater Erfurt wird die Inszenierung in Linz gezeigt – in französischer Sprache mit Übertiteln und deutschen Dialogen. Die 1797 uraufgeführte Oper „Médée“ ist Luigi Cherubinis heute bekanntestes Werk. Das ursprüngliche Werk des Komponisten wurde über die Jahre viel verändert, für diese Inszenierung wurde der Ursprung rekonstruiert und das Werk zurückgeführt.

Die Figur der Medea ist eine ambivalente: Sie ist Komplizin im Raub des Goldenen Vlies', Gattin von Jason, dem Anführer der Argonauten, Verstoßene, Rächerin, Kindsmörderin.

Im Stück beginnt die Geschichte nach dem Raub und der Flucht - in Korinth: Jason und Medea sind mittlerweile verheiratet und haben zwei Söhne.

Universale Geschichte – versetzt ins heute

Für Regisseur Guy Montavon ist es in Linz nun die dritte Auflage der Inszenierung, nach Nizza und Erfurt. „Meine Herangehensweise ist: was sagt uns der Stoff heute?“, so der Regisseur.

Die Regie-Arbeit sei eine Interpretation des Stoffs mit heutigen Augen, eine Übersetzung der griechischen Mythologie ins Heute. „Daher habe ich den Stoff in einem Finanzimperium angesiedelt, in der obersten Etage“, so Montavon. Auch die Kostüme sind entsprechend modern.

Das Goldene Fließ werde zu einem wertvollen Kunstobjekt, das ständig präsent ist. Jason hat eine neue Geliebte, die Tochter eines anderen Finanzmoguls. Medea findet sich nicht mehr zurecht in diesem Milieu - Medea zieht ihre Rache durch, bringt ihre Söhne um, die gesamte Vorstandsetage verbrennt - „somit bleibe ich werktreu“.

Höchststrafe Leben

„In dem Stück ist die Höchststrafe nicht der Tod, sonder das Leben. Jason muss weiterleben, mit dem Tod seiner Söhne leben. Am Ende ist man nicht schlauer als am Anfang: Was ist Rache? Wes ist eigentlich Liebe?“, so Montavon. „Die griechische Mythologie schafft es, die dunkle Seite des Menschen herauszulegen – und man identifiziert sich trotzdem mit der Hauptfigur der Medea.“

Dennoch sei das Publikum in der Vergangenheit zwiegespalten gewesen, erzählt Montavon: „In Frankreich war die Inszenierung ein Flop, es wurde dort nicht verstanden, warum die Geschichte transponiert wurde. In Erfurt hingegen war es ein Riesen-Erfolg. Man sieht, wie unterschiedlich Inszenierungen rezipiert werden.

Bruno Weil gibt Takt vor

Für Linz ist er optimistisch: „In Linz treffe ich auf musikalische Exzellenz“, freut sich Montavon. Das Bruckner Orchester wird von Gastdirigent Bruno Weil geleitet. Auch bei der Besetzung trifft Montavon auf beste Voraussetzungen: Das Stück wird in französisch gesungen und in Deutsch gesprochen, „die Besetzung in Linz ist in der Lage, dass zu meistern.“

Brigitte Geller sowie Gotho Griesmeier schlüpfen in Linz in die Rolle der titelgebenden Medea. Als Créon (König von Korinth) ist Martin Achrainer zu erleben, Dircé (seine Tochter, Jasons Braut) ist Theresa Grabner. Hans Schöpflin bzw. Matjaz Stopinsek spielen den Jason. Ebenfalls auf der Bühne: Jessica Eccleston, Margaret Jung Kim, Yoon Mi Kim-Ernst sowie der Chor und die Statisterie des Landestheaters

Zu sehen ist die Oper „Médée“ bis 28. Juni, im Großen Saal des Musiktheaters Linz. Dauer: 1,50 Stunden (exklusive Pause). Infos, Termine und Karten: www.landestheater-linz.at, Tel. 0732/7611-400


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