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Bruckner Orchester Linz lädt zur Oberösterreich-Tournee und will Bruckner als "jemand zeigen, der er nie sein durfte"

Valerie Himmelbauer, 08.05.2019 09:49

Markus Poschner und das Bruckner Orchester Linz wollen ganz nahe an ihr Publikum heran. Diesen Wunsch erfüllen sich die Musiker mit einer kleinen Oberösterreich-Tournee: Peuerbach, Vöcklabruck, Bad Ischl und natürlich Linz sind die Spielorte. 

Markus PoschnerFoto: Weihbold
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In regelmäßigen Abständen begibt sich das Bruckner Orchester Linz auf Reise in nähere und ferne Länder, um als Boschafter und Namensgeber international aufmerksam zu machen. Diesmal steht die „Nullte“ von Bruckner, und ein Auftragswerk aus den eigenen Orchester-Reihen auf dem Spielplan. “Wir wollen den Spieß umdrehen, und zu den Menschen hinaus gehen. Wir wollen zeigen, dass wir für ganz Oberösterreich und nicht nur für Linz das Orchester sind. Ungewöhnliche Spielorte für uns wie Mehrzweckhallen, oder akustisch bestimmt sehr herausfordernde Veranstaltungsorte suchen wir uns aus, um unsere Botschaft zu den Menschen zu tragen. Wir begeben uns auf die Suche nach unseren eigenen Wurzeln“, lädt Chefdirigent Markus Poschner ein.

Nähe zum Publikum

Mit der Oberösterreich-Tournee will das Bruckner Orchester Linz unter der Leitung von Markus Poschner, ganz nah an die Menschen herankommen, auch in kleineren Konzertsälen. Zwölf bis 10 Musiker treten die Tournee gemeinsam an: „Wir überlegen auch in Zukunft Scheunen anzumieten, oder besondere Räume zum Spielen zu finden, da sind wir sehr neugierig und offen und auch sehr kontaktfreudig. In kleineren Räumen als unseren bisherigen Auftrittsorten entsteht auch eine unmittelbare Nähe zum Publikum, das ein besonderes Erlebnis, auch musikalisch für uns und für das Publikum“, freut sich Poschner. Der Chefdirigent wird auch zwischen den Musikstücken für Einleitungen und Erzählungen sorgen, und so den Abend moderieren. Nach den Konzerten wartet ein „Come Togehter“ mit Poschner und seinem „Orchester zum Anfassen“, man will zum gemeinsamen Austausch bereit stehen und das gemeinsam Erlebte in Gespräche einbringen.

Kaleidoskopartiges Musikstück

Werner Steinmetz, der seit mehr als drei Jahrzehnten als Trompeter im Bruckner Orchester Linz spielt, ist auch ein veritabler Komponist und verarbeitet seine vielfältigen Erfahrungen mit Bruckners Musik zu einem neuen, eigenen Stück namens Secret Signs, das bei der OÖ-Tournee zur Aufführung gebracht wird. „Es war ein sehr naheliegender Schritt, jemanden aus den eigenen Reihen zu bitten zu komponieren. Wenn man schon in den eigenen Reihen vielseitig begabte, aktive Musiker hat, war es logisch hier zu suchen. Und wer könnte besser ein Werk rund um Bruckners Musik komponieren, als jemand, der seit mehr als drei Jahrzehnten im Orchester spielt, jeden Ton auswendig kennt, und damit ganz ein eigenes Gefühl mitbringt“, freut sich Chefdirigent Markus Poschner auf Secret Signs und erklärt: „Es ist ein Kaleidoskopartiges Stück, das mit verschiedenen Stücken von Bruckner jongliert und großartig gelungen ist. Wir sind eine Art Familie, die für diese Musik den gleichen Blick, das gleiche Ziel hat. Das Stück wird mit uns wachsen“. 

Bruckner, der Künstler, der er nicht sein durfte

Das Genie Bruckner, musste  viele Rückschläge und Kritik einstecken. Deshalb gab es  von den verschiedenen Sinfonien unterschiedliche Fassungen, die im Nachhinein immer wieder von Bruckner adaptiert wurden. Genau dieser Zugang hat Werner Steinmetz interessiert. „Ich habe mich gefragt, was steckt hinter diesen Stellen, die im Nachhinein noch bereinigt wurden, und dann nie mehr vorkommen. Was steckt hinter diesen Urfassungen, die geheime Zeichen enthalten, und damals nicht verstanden wurden. Früher waren das völlig revolutionäre Stellen. Mich hat das auch geärgert und ich habe mich gefragt, was wäre da noch heraus gekommen, wenn man Bruckner einfach machen hätte lassen. Und ich habe mich auch gefragt, wie war es überhaupt möglich, wenn man immer wieder so große Ablehnung erfahren hat, weiterhin solche großartigen Werke zu schaffen“, fasst Steinmetz sein Interesse zusammen und sagt: „Keinesfalls will ich mit meinem Werk antworten geben, aber ich wollte mich mit Bruckner, dem Künstler beschäfitgen, der er nicht sein durfte.  Und es geht um seine geheimen Zeichen, sie sind die Basis meiner Komposition“,weckt Steinmetz das Interesse. 

Termine: 12. Mai 2019, 19.30 Uhr: Melodium Peuerbach, Karten: Raiffeisenbank Peuerbach, Stadtamt Peuerbach und LMS Peuerbach

13. Mai 2019, 19.30 Uhr: Stadtsaal Vöcklabruck, Karten: KUF. Kultur und Freizeit GmbH, www.kuf.at oder vor Ort

14. Mai 2019, 18 Uhr: Musiktheater Orchestersaal: Masterclass Markus Poschner, Sonderpreis Prima La Musica Wettbewerb, Eintritt frei, Zählkarten beim Publikumsdienst vor Ort erhältlich

15.5.2019, 19.30 Uhr: Kongress- und Theaterhaus Bad Ischl, Karten: www.kongress-badischl.at oder vor Ort

Werner Steinmetz: Secret Signs

Anton Bruckner Sinfonie d-moll, WAB 100 Nullte

Auftragswerk des Bruckner Orchester Linz

Markus Poschner Dirigent

Info: http://www.bruckner-orchester.at/de/


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